Moskau weist Ultimatum aus London zurück

dpa

Von dpa

Mi, 14. März 2018

Ausland

Vergiftungsfall von Ex-Agenten.

LONDON/MOSKAU (dpa). Gefährliches Kräftemessen zwischen Moskau und London: Russland hat das britische Ultimatum nach dem Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal zurückgewiesen und ebenfalls Konsequenzen angekündigt. "Jegliche Drohungen, Russland mit Strafmaßnahmen zu belegen, werden nicht unbeantwortet bleiben", teilte das Außenministerium am Dienstag in Moskau mit. Darauf müsse sich Großbritannien gefasst machen.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte: "Russland ist nicht schuldig." Er forderte einen kompletten Zugang zu den Ermittlungen und zu den verdächtigen Proben, um eine eigene Analyse der verdächtigen Substanz vorzunehmen. Moskau habe bereits eine offizielle Anfrage dazu gestellt.

Skripal (66) und seine Tochter Yulia (33) waren am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank in der Kleinstadt Salisbury entdeckt worden. Sie befinden sich in einem kritischen Zustand. Bei dem Attentat war das in der früheren Sowjetunion produzierte, extrem gefährliche Nervengift Nowitschok verwendet worden.

Die britische Innenministerin Amber Rudd kündigte an, dass 14 Todesfälle in Großbritannien mit einer möglichen Verbindung nach Russland erneut untersucht werden. Darunter fällt auch der Tod des prominenten Putin-Kritikers Boris Beresowski. Ein Vertrauter Beresowskis, der Geschäftsmann Nikolai Gluschkow, wurde jetzt tot in seinem Haus in London entdeckt. Die Todesursache war am Dienstag noch unklar.