OPCW: Es war wohl Chlorgas

dpa

Von dpa

Do, 17. Mai 2018

Ausland

Untersuchung in Syrien.

DEN HAAG (dpa). Die Organisation für ein Verbot von Chemiewaffen (OPCW) hat den Einsatz von wahrscheinlich Chlorgas bei einem Angriff in Syrien im Februar bestätigt. Am 4. Februar sei mit hoher Wahrscheinlichkeit Chlorgas in Sarakib in der nordwestlichen Provinz Idlib eingesetzt worden, teilte die OPCW am Mittwoch in Den Haag mit. Das habe die Untersuchung des eigenen Expertenteams ergeben. Die OPCW äußerte sich allerdings nicht zu den Verantwortlichen des Angriffs. Dazu hat sie kein Mandat. Der OPCW-Bericht zum mutmaßlichen Einsatz von Chemiewaffen im April im syrischen Duma ist noch nicht veröffentlicht worden.

Die Experten hätten in zwei Zylindern Spuren von Chlorgas gefunden, heißt es in dem Bericht. Außerdem stützen sie sich auf Zeugenaussagen und Bodenproben. Kurz nach dem Angriff seien in medizinischen Einrichtungen in dem Gebiet Patienten mit Symptomen behandelt worden, die beim Einatmen von Chlorgas und anderen giftigen Chemikalien auftreten. Die Spurensuche sei äußerst schwierig gewesen, berichten die Experten: Sie konnten nicht sofort nach dem Angriff das betroffene Gebiet untersuchen.

Direkt nach dem Angriff am 4. Februar hatten Rettungshelfer und Aktivsten Syriens Regierung für den Einsatz von Giftgas verantwortlich gemacht. Zeugen hatten ausgesagt, dass ein Hubschrauber eine Bombe mit Chlorgas abgeworfen habe. Die Bombe sei nicht explodiert, ein Teil des Chlorgases sei jedoch ausgeströmt.