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12. August 2017

USA

US-Verteidigungsminister Mattis warnt im Nordkorea-Konflikt vor Krieg

Hochtrabende Worte, harte Formulierungen: Im Nordkorea-Konflikt wollen die USA und die kommunistische Führung in Pjöngjang Stärke beweisen. Hinter den Kulissen ist die Zeit der Diplomaten gekommen.

  1. Ein Bomber vom Typ B-1B Lancer der US-Luftwaffe kurz nach seinem Start auf der Pazifik-Insel Guam Foto: dpa

"Die US-Bemühungen sind von der Diplomatie getrieben. Sie zeitigen diplomatische Ergebnisse", sagte Verteidigungsminister James Mattis am späten Donnerstagabend. Die Möglichkeit eines Krieges mit Nordkorea bezeichnete der frühere General als "katastrophal".

Den eher besonnen gewählten Worten von Mattis steht in den USA die Rhetorik von Präsident Donald Trump gegenüber, der drohte, dass das US-Atomwaffenarsenal in einem guten Zustand sei. Trump kündigte auch an, dass die USA ihre Raketenabwehr aufstocken würden. Er werde dafür einen signifikanten Milliardenbetrag bereitstellen. Trump räumte jedoch ein, grundsätzlich auch zu Verhandlungen bereit zu sein. Die Börsen in aller Welt reagierten auf die Kriegsgefahr mit einem Abwärtstrend.

Im Nordkorea-Konflikt schaukelt sich die Rhetorik auf beiden Seiten seit Tagen hoch. Nordkorea droht mit einem Angriff auf das US-Außengebiet Guam im Pazifik, allerdings halten Nordkorea-Experten eine Ausführung für unwahrscheinlich. Nordkoreas Führung hatte am Donnerstag demonstrativ unbeeindruckt und mit Spott auf die jüngsten Drohungen Trumps reagiert. "Sachlicher Dialog ist mit so einem Typen bar jeder Vernunft nicht möglich, nur mit absoluter Stärke ist ihm beizukommen", hieß es in einer von den Staatsmedien verbreiteten Stellungnahme der Streitkräfte. Am Freitag (Ortszeit) hieß es dann aus Pjöngjang, die USA müssten mit einer "schandvollen Niederlage" rechnen, sollten sie weiter auf "extreme militärische Abenteuer" sowie Sanktionen und Druck bestehen.

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Politiker aus aller Welt rufen deshalb zur Mäßigung auf. Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte am Freitag in Berlin, im UN-Sicherheitsrat und durch Kooperation auch mit China voranzukommen. "Deutschland wird hier bei den Lösungsmöglichkeiten, die wir sehen, nicht-militärischer Art dabei sein", sagte Merkel.

Auch Russland mahnt Vernunft auf beiden Seiten an. Laut Außenminister Sergej Lawrow tritt Russland gemeinsam mit China weiter für eine Deeskalation ein. Dafür müsse der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un seine Nuklear- oder Raketentests beenden. Im Gegenzug sollten die USA und Südkorea ihre gemeinsamen Militärmanöver einstellen, forderte Lawrow.

Trump dankt putin

US-Präsident Donald Trump hat die von Russlands Staatschef Wladimir Putin angeordnete Reduzierung des US-Botschaftspersonals in Moskau als Geschenk bezeichnet. Er sei ihm "sehr dankbar", da der bevorstehende Abzug von 775 Diplomaten und Botschaftsmitarbeitern die Gehaltskosten senke, erklärte Trump am Donnerstag. "Wir werden eine Menge Geld sparen." Für die ausgewiesenen Diplomaten gebe es eigentlich keinen Grund, nach Russland zurückzukehren.  

Autor: AFP

Autor: afp