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30. Januar 2013

Syrien

Warnung vor Islamisten - Extremisten gut bewaffnet

Frankreich und die USA haben vor der Herrschaft al-Qaida nahestehender Islamisten gewarnt, sollte die Hilfe für säkulare Rebellen nicht verstärkt werden.

LIMASSOL/DAMASKUS. "Wenn wir nicht handeln, werden die Islamisten immer mehr Boden gewinnen", sagte der französische Außenminister Laurent Fabius am Montag bei einer Konferenz der syrischen Opposition. Man dürfe es nicht zulassen, dass eine Revolution, die als friedlicher Protest für mehr Demokratie begonnen habe, zu einem Konflikt von Milizen verkomme. Zuvor hatte der amerikanische Terrorismus-Experte Bruce Riedel vor einer neuen Generation von Al-Qaida-Kämpfern in Syrien gewarnt. Diese sei "noch tödlicher" als die von Osama bin Laden inspirierten Vorgänger.

Riedel, der 13 Jahren für die CIA im Mittleren Osten aktiv war und auch den amerikanischen Präsidenten Barack Obama berät, bezeichnet die al-Qaida nahestehende Nusra-Front als die am schnellsten wachsende Rebellenorganisation in Syrien. Die syrische Al-Qaida-Filiale habe von den Fehlern ihrer Vorgänger gelernt und vermeide es, unter ihrem richtigen Namen aufzutreten. Die Gruppe werde von Katar und Saudi-Arabien hervorragend bewaffnet und profitiere von Rückzugsbasen im Irak, schreibt Bruce in einem Beitrag für die Webseite Al Monitor.

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Islamisten werden in Syrien zunehmend kritisch gesehen

Die von der US-Regierung als Terrororganisation eingestufte Nusra-Front stößt in Kreisen der syrischen Opposition inzwischen auf Ablehnung. Nach einem Überfall auf ein Büro von säkularen Aktivisten im nord-syrischen Sarakib kam es zu anti-islamistischen Demonstrationen. "Wir wollen Freiheit und keinen Terror", sollen Einwohner von Sarakib nach Informationen den New York Times skandiert und die Nusra-Leute mit Assads gefürchteten Schabiha-Milizen verglichen haben. Widerstand gegen die Nusra-Front rege sich im Umland von Damaskus sowie in Aleppo, wo die Gruppierung das islamische Straftrecht durchzusetzen versuche. Ziel der Nusra-Front und anderer islamistischer Gruppierungen ist die Gründung eines islamistischen Staates in Syrien.

Unterdessen wurde eine neue Gräueltat in Syrien bekannt: An einem Flussufer in Aleppo haben Aktivisten mindestens 65 Männerleichen entdeckt. Wie die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Dienstag in London erklärte, wurden sie offensichtlich hingerichtet.

Autor: Michael Wrase