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27. Februar 2012 00:02 Uhr

Fernmeldeaufklärung

BND liest immer mehr Spam-Mails

Der Bundesnachrichtendienst erfasst bei der strategischen Fernmeldeaufklärung immer mehr E-Mails. Der Geheimdienst ist dabei aber vor allem mit Spam-Mails beschäftigt.

  1. Der deutsche Auslandsgeheimdienst kontrolliert stichprobenweise den E-Mail-Verkehr mit bestimmten Ländern – und liest dabei oft nur Spam. Foto: dpa-tmn

Das geht aus einem Bericht des Parlamentarischen Kontrollgremiums (PKG) des Bundestags hervor, der dieser Zeitung vorliegt.

Bei der strategischen Telekom-Überwachung kontrolliert der deutsche Auslandsgeheimdienst BND stichprobenweise den Telefon-, Fax- und E-Mail-Verkehr mit bestimmten Ländern. Die BND-Computer zeichnen die Kommunikation auf, wenn in einer E-Mail bestimmte Suchworte wie Sprengstoff verwendet oder per Telefon bestimmte Rufnummern angerufen werden. Früher sollte damit ein Angriffskrieg entdeckt werden. Seit 1994 wird das Instrument aber auch gegen Terroristen und die organisierte Kriminalität eingesetzt. Das PKG muss die Maßnahmen genehmigen und später berichten.

Im jüngsten PKG-Bericht schnellten die Zahlen massiv nach oben. Zur Abwehr terroristischer Angriffe wurden 2010 rund zehn Millionen Nachrichten erfasst. Im Jahr davor waren es nur knapp zwei Millionen Mails. Zur Kontrolle unerlaubter Rüstungsexporte mussten 27 Millionen Nachrichten überprüft werden, auch hier hat sich die Zahl der Treffer binnen Jahresfrist mehr als verfünffacht. Erstmals wurde auch nach Hinweisen auf illegale Schleusungen von Ausländern gesucht und dabei rund 45 000 Nachrichten erfasst. Der Links-Abgeordnete Jan Korte sprach von einer jährlich steigenden Kontrollwut des Geheimdienstes.

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Interessant waren für den BND aber nur 213 Nachrichten, davon 180 im Bereich Rüstung, 29 mit Terrorbezug und 4 zu Schleusungen. Aufwand und Nutzen gerieten also erkennbar aus dem Gleichgewicht, zumal im Vorjahr noch 278 Nachrichten nützlich waren. Den Grund nannte das PKG auch: Spam-E-Mails nehmen immer mehr zu, enthalten aber interessant klingende Suchworte. Immerhin 90 Prozent betrage der Spam-Anteil im internationalen Email-Aufkommen.

Autor: Christian Rath