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14. September 2017

Merkel lehnt ein zweites TV-Duell ab

Martin Schulz ist verärgert.

BERLIN (dpa/epd). SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat verärgert und empört über die Verweigerung eines weiteren TV-Duells durch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reagiert. "Ich bin erstaunt, dass ich dem Bundeskanzleramt einen Brief schreibe, an die Kanzlerin persönlich – und das Adenauerhaus kommentiert das und lehnt das ab", sagte Schulz am Mittwoch am Rande eines Wahlkampfauftrittes in Heppenheim. Die Absage war aus der CDU-Zentrale gekommen.

"Ich bin immer noch davon ausgegangen, dass das Bundeskanzleramt nicht die Parteizentrale der CDU ist, sondern eine Einrichtung, die dem Land dient", meinte Schulz. "Offensichtlich nicht. Diese Überlappung von Parteiinteressen und Staatsaufgaben, die geht so nicht." Er sei zu einem weiteren TV-Duell bereit, sagte Schulz. "Ich stehe zur Verfügung. Ich erwarte schon, dass Frau Merkel sich dazu herablässt, Briefe, die ich an sie richte, selbst zu beantworten."

Die CDU-Pressestelle in Berlin hatte zuvor erklärt: "Zu dem Thema ist alles gesagt. Angela Merkel hat gerne an einem TV-Duell teilgenommen. Dieses Format hat sich bewährt. Und dabei belässt sie es". In einem Brief an die Kanzlerin, der der Bild-Zeitung vorliegt, schrieb Schulz zur Begründung seines Wunsches nach einem weiteren Duell: "Seit dem TV-Duell erreichen mich viele Briefe und Anrufe von Bürgerinnen und Bürgern, deren berechtigte Fragen (...) nicht beantwortet wurden." Die Bürger verdienten eine umfassende Debatte um "die zentralen Zukunftsfragen unseres Landes", heißt es.

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Am 3. September hatten Schulz und Merkel sich den Fragen von vier Moderatoren von ARD, ZDF, RTL und ProSieben/Sat.1 gestellt. Die Sender bekräftigten ihr Interesse an einer zweiten Runde eines TV-Duells vor der Bundestagswahl.

Autor: kna