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21. April 2017

Samstag wird Kölns Innenstadt zur Festung

Demos gegen AfD-Parteitag.

KÖLN (AFP). 50 000 Demonstranten, 4000 Polizisten und eine Terrordrohung – in der Kölner Innenstadt wird am Samstag der Ausnahmezustand herrschen. Die Proteste gegen den AfD-Bundesparteitag in einem Hotel nahe der Altstadt dürften Kölns Polizei vor eine der schwierigsten Aufgaben seit Jahren stellen. "Es wird ein Einsatz, der uns vor Herausforderungen stellen wird", sagte Kölns Polizeipräsident Jürgen Mathies am Donnerstag.

Zu den Anti-AfD-Protesten rufen gleich mehrere Bündnisse auf. Sogar das Festkomitee Kölner Karneval plant eine Kundgebung für Vielfalt und Toleranz. Während sich die Karnevalisten am Rand der Innenstadt und damit in sicherer Entfernung vom Tagungshotel der Rechtspopulisten treffen, wird sich die Polizei auf den Bereich der Heumarkts im Herzen der Domstadt konzentrieren.

Auf dem zentralen Altstadtplatz nahe dem Ort des AfD-Kongresses wird der Bündniszusammenschluss "Köln stellt sich quer" demonstrieren – geplant ist unter anderem eine Art Musikdemo mit Lastwagen, aber auch Reden von Politikern wie Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) und Grünen-Chef Cem Özdemir.

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Im Bereich des Heumarkts versammeln sich die Unterstützer des antifaschistischen Aktionsbündnisses "Köln gegen Rechts". An dieser Demonstration will auch Linken-Chefin Katja Kipping teilnehmen.

Dass ein kleiner Teil von Demonstranten aus dem Antifa-Lager auch mit Gewalt gegen den AfD-Parteitag Front machen will, bereitet der Polizei die meisten Sorgen. Nach derzeitigen Erkenntnissen sei mit der Anreise von mehreren hundert gewaltbereiten Linksextremisten zu rechnen, sagte Mathies.

Als wäre die Demonstrationslage nicht schon kompliziert genug, sieht sich Kölns Polizei zusätzlich mit einer Terrordrohung konfrontiert. In einer E-Mail erklärte zuletzt ein Unbekannter mit womöglich rechtsextremem Hintergrund, der Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund vergangene Woche sei eine "letzte Warnung" gewesen. Am 22. April, also am Samstag, werde "buntes Blut fließen". Eine der gängigen Parolen gegen Rechts lautet "bunt statt braun" – vielleicht spielt der Verfasser der Mail mit seiner Drohung darauf an.

Autor: afp