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24. Februar 2010
Ultimatum für Justizministerin
Zollitsch empört über Aussagen Leutheusser-Schnarrenbergers zum Missbrauchsskandal.
FREIBURG (jsz/epd/dpa). Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, hat verärgert auf Äußerungen von Justizministerin Birgit Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) zum Missbrauchsskandal reagiert. Die FDP-Ministerin habe falsche Tatsachenbehauptungen aufgestellt und maßlos polemisiert, sagte der Freiburger Erzbischof. Zum einen habe sie den Eindruck erweckt, die 120 seit Januar bekannt gewordenen Missbrauchsfälle an kirchlichen Schulen stammten aus jüngerer Zeit. Zum anderen habe sie der Kirche unterstellt, bei der Aufklärung der Fälle nicht mit den Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeiten zu wollen. Beides stimme nicht. Zollitsch forderte Leutheusser-Schnarrenberger dazu auf, ihre "unwahren Passagen" binnen 24 Stunden richtig zu stellen.
Die Ministerin hatte am Vorabend eine lückenlose Aufklärung aller Missbrauchsverdachtsfälle an katholischen Einrichtungen gefordert. "Ich erwarte, dass die Verantwortlichen der katholischen Kirche mit den Strafverfolgungsbehörden endlich konstruktiv zusammenarbeiten", hatte sie in den ARD-Tagesthemen erklärt. Die Vertreter der Kirchenreformer "Wir sind Kirche" kritisierten die Entschuldigung bei den Missbrauchsopfern als zu schwach und zu spät. Robert Zollitsch habe herzlos eine Stellungnahme verlesen.
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Unterdessen beschäftigten sich die Bischöfe auf ihrer Frühjahrsvollversammlung in Freiburg auch mit dem Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan. Sie forderten eine offene Debatte darüber. Gemeinsam mit der evangelischen Kirche wolle man dabei das Konzept eines "gerechten Friedens" in den Mittelpunkt stellen. Über Sinn und Legitimität des Einsatzes gibt es unter den Bischöfen unterschiedliche Meinungen.
Autor: jsz
