Joseph Callaerts

CD: KLASSIK: So klingt Belgien

J. A.

Von J. A.

Mi, 12. Dezember 2018

Klassik

Nicht einmal in Fachkreisen dürfte er überall bekannt sein: Der Belgier Joseph Callaerts (1830–1901) war Lemmens-Schüler. Einzuordnen ist seine Orgelmusik zwischen Sonate und Sinfonie, zwischen Alexandre Guilmant und Charles-Marie Widor. Die Frankreich-Bezüge sind dabei offenkundig. Das Ergebnis ist gefällig, bisweilen pianistisch und mit Salon-Background. Die Toccaten sind selbstverständlich bewegt, aber eben noch nicht durchgängig motorisch wie Widors Paradestück aus der fünften Sinfonie. Callaerts wirkte an der Kathedrale in Antwerpen. An der restaurierten dortigen Pierre-Schyven-Orgel von 1891 hat Peter Van de Velde, gleichsam als ein Amtsnachfolger des Komponisten, denn auch diese mustergültige Einspielung vorgenommen, die nicht nur vom Repertoirewert her interessant ist. Callaerts schrieb noch eine Gewitterfantasie, zeigt überdies lyrisches Talent. Auch als versierter Arrangeur ist er zu erleben: beim Larghetto aus Mozarts Klarinettenquintett. Callaerts beweist: Die Welt der Orgel ist groß und reich. Da gibt es viel zu entdecken. Auch Erstaufnahmen.

Joseph Callaerts: Organ Works.
Peter Van de Velde, Orgel (Aeolus).