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07. Juni 2010
"Es kam zu einem Eklat"
BZ-INTERVIEW: Der Freiburger Galerist Helmut Albert hat einen neuen Galerienverbund initiiert.
Der Freiburger Galerist Helmut Albert ist mit seiner Galerie artopoi innerhalb der Stadt umgezogen. Doch nicht nur der Standort ist neu. Aus der Interessengemeinschaft der Freiburger Galerien, deren Sprecher er war, ist Albert ausgetreten. Jetzt hat er eine neue galeristische Vereinigung initiiert. Mit ihm sprach Volker Bauermeister.
BZ: Es ist ja kaum mehr als ein Jahr her, dass wir uns zu einem Interview trafen. Sie waren gerade Sprecher der Interessengemeinschaft freiburg-galerien.de geworden. Das sind Sie inzwischen nicht mehr. Ja, auch nicht mehr Mitglied der Vereinigung. Warum der Bruch?Helmut Albert: Der Sachverhalt ist der: Zum Sprecher war ich einstimmig gewählt worden. Etwa ein halbes Jahr später erfuhr ich über Dritte, dass es eine Einladung der Stadt gab zu einer Sitzung zum Thema Kulturhauptstadt. Ich war irritiert, dass ich als Sprecher der Galerien weder informiert noch eingeladen war und habe den Kulturbürgermeister um eine Stellungnahme gebeten. Gleichzeitig habe ich auch die Mitglieder darüber informiert. Leider musste ich feststellen, dass die meisten bei einer ausdrücklichen Forderung nach Einbeziehung der Interessengemeinschaft in die Kommission nicht hinter mir standen.
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Albert: Man braucht keinen Sprecher zu wählen, wenn der nicht in die Kommunikation der Stadt bei einem wichtigen Kulturthema miteinbezogen wird. In der Folge kam es dann bei einer gemeinsamen Ausstellungsvorbereitung mit einem Mitglied zu einem Eklat, der mich darin bestärkte, das Amt niederzulegen und aus der Gemeinschaft auszutreten.
BZ: Sie haben jetzt eine andere Gruppierung gegründet. Ist oberrhein-galerien.de ein meinungsoffensiver Interessenverband?
Albert: Zunächst einmal ist er ein Netzwerk, das für ein Ausstellungshaus nur von Vorteil sein kann.
BZ: Wen haben Sie um sich geschart?
Albert: Ich habe niemand um mich geschart. Ich habe gesehen, dass es recht viele Galerien im Umland gibt, die engagierte Arbeit leisten und die Freiburger Galerien in nichts nachstehen. An die bin ich mit meiner Idee herangetreten. Und es war schnell klar, dass zunächst einmal fünf bis sechs zusammenkommen. Angela Birkhofer ist dabei als jüngere Galeristin. Martin Wörn, mit seiner Galerie konkret. Manfred Kluckerts Haus der Modernen Kunst in Staufen-Grunern, dessen Dimension einer städtischen Galerie gleichkommt. Als Mitglied gewonnen haben wir den Kunstverein March. Und auch die Galerie Artkelch, die in Freiburg sehr professionell australische Aboriginal Art vertritt. Denkbar ist auch, dass Galerien aus dem Elsass dazukommen und aus dem weiteren Raum von Basel bis Mannheim.
BZ: Wird sich denn Ihr Netzwerk ähnlich darstellen wie freiburg-galerien.de, also mit gemeinsamen Ausstellungen?
Albert: Das kann man sich vorstellen. Aber wir sind jetzt kaum einen Monat beisammen.
BZ: Und noch einmal: Ist der neue Galerienverbund in der weiteren Perspektive eher als kulturpolitische Initiativkraft zu verstehen als der etablierte Freiburger.
Albert: Man muss sehen. Ich kann jetzt keine Pläne formulieren. Das muss mit den Kollegen abgestimmt sein. Im Moment will ich oberrhein-galerien.de überhaupt nicht vergleichen mit dem Freiburger Verband. Das Augenmerk liegt zuerst auf der Internet-Darstellung, dort kann unser Auftritt aufgerufen werden. Der Wert für den Nutzer liegt in den aktuellen und gebündelten Informationen.
Autor: vb
