KRITIK IN KÜRZE

Grischa M. Freimann

Von Grischa M. Freimann

Di, 12. Februar 2019

Klassik

Liebe in all ihren Facetten

Jederzeit begeisternd – auch sich selbst – war der Auftritt des Duo suono (so viel wie "klingendes Duo") am Sonntagvormittag auf dem Jungen Podium des Burghofs. Die junge Flötistin Myriam Ghani, die unter anderen bei dem Riehener Flötisten Peter-Lukas Graf einen Meisterkurs absolviert hat, und der Pianist Viktor Soos hatten ein mitreißendes – fast ausschließlich romantisches Programm zum Thema Liebe in all ihren Facetten – vom jugendlichen Verliebtsein bis hin zum tragischen Scheitern der Liebe, ja oftmals Tod – zusammengestellt, das mit jugendlichem Elan und frischem Schwung dargebracht wurde. Dabei erwies sich das Duo als bestens aufeinander eingespielt mit vorbildlich einheitlicher Interpretation. Die Werke wurden mit enorm breitem dynamischen Spektrum – spürbar vor allem bei den zahlreichen Echo-Effekten – und größter Lebendigkeit gestaltet. Werke in unserer Zeit eher bekannter wie unbekannter Komponisten lösten einander ab, jeweils genau den Charakter der Stücke treffend. Ghani überzeugte mit ihrer variablen Anblastechnik sowohl in der Tiefe wie in Mitte wie auch in großen Höhen, Soos gestaltete auch ein großes solistisches Werk wie Ravels "Ondine" geradezu von links – wunderbar die Wellen tonmalerisch gestaltend. Jedes der aufgeführten Werke wurde zunächst durch einen einführenden Text, der in die jeweilige Komposition einführte, bestens vorbereitet. Großer dankbarer Applaus mit Bravo-Rufen.