Vier Finalisten

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Von epd

Do, 30. August 2018

Literatur & Vorträge

Trotz Krise: Alternativer Literaturnobelpreis wird vergeben.

Die Schriftsteller Haruki Murakami, Kim Thuy, Maryse Condé und Neil Gaiman konkurrieren um den alternativen Literaturnobelpreis. Die vier Autoren wurden bei einer weltweiten Online-Abstimmung und von schwedischen Bibliothekaren ausgewählt, wie die Initiative "Den Nya Akademien" ("Die Neue Akademie") am Mittwoch in Stockholm mitteilte. Der neue Literaturpreis soll in diesem Jahr einmalig anstelle des wegen einer Krise der Schwedischen Akademie abgesagten Literaturnobelpreises vergeben werden.

Der Japaner Haruki Murakami wurde mit Romanen wie "Kafka am Strand" und "Naokos Lächeln" bekannt. Die kanadische Schriftstellerin Kim Thuy hat sich mit Kurzgeschichten über Migration einen Namen gemacht. Der Brite Neil Gaiman schreibt Fantasy und Science Fiction für Kinder und Erwachsene. Maryse Condé stammt von der Karibikinsel Guadeloupe und reflektiert in ihrem Werk den Einfluss des Kolonialismus.

Die vier Finalisten wurden in einem mehrstufigen Prozess ausgewählt. Schwedische Bibliothekare suchten 46 Schriftsteller aus, über die Internetnutzer abstimmten. Den Preisträger bestimmt eine vierköpfige Jury unter Vorsitz der Journalistin Ann Palsson. Der Gewinner soll am 12. Oktober präsentiert und bei einer Feier am 10. Dezember ausgezeichnet werden, "Die Neue Akademie" will sich einen Tag später auflösen. Der 10. Dezember ist der Todestag von Preisstifter Alfred Nobel. Traditionell werden an diesem Tag die Nobelpreise vergeben.

Der Literaturnobelpreis wird wegen einer Krise in der Schwedischen Akademie nicht vergeben. Hintergrund ist ein Streit über den Umgang mit Korruptionsvorwürfen und sexuellen Übergriffen in den Reihen der Institution. "Die Neue Akademie" hat sich eigens zu dem Zweck gegründet, um sicherzustellen, dass in diesem Jahr ein internationaler Literaturpreis vom Rang des Nobelpreises verliehen wird. Es solle aber auch daran erinnert werden, dass Literatur mit "Demokratie, Offenheit, Empathie und Respekt" verbunden werden sollte, so die Initiative von mehr als 100 schwedischen Kulturschaffenden.