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23. April 2010
"Mundart in die Schule"
Muettersprochgsellschaft will Unterricht auch im Dialekt.
ENDINGEN. "Mundart muss als Unterrichtseinheit in den Schulen etabliert werden." Das hat Franz-Josef Winterhalter, Bürgermeister von Oberried und Vorsitzender der Muettersprochgsellschaft bei deren Hauptversammlung in Endingen gefordert. Der Verein hat sich der Pflege des alemannischen Dialekts verschrieben. Vorstandsmitglied Wolfgang Mießmer, der das Modellprojekt "Mundart in der Schule" betreut, referierte Untersuchungen, wonach Kinder, die "zweisprachig", also mit ihrem Dialekt und später mit der Schriftsprache aufwachsen, leichter Fremdsprachen lernten.
Auf Resonanz über die Muettersprochgsellschaft hinaus stößt laut Geschäftsführerin Friedel Scheer-Nahor der Mundartwettbewerb, den der Verein zusammen mit der Badischen Zeitung und dem SWR ausgeschrieben hat und der am 24. April endet. "Bereits über hundert Einsendungen sind eingegangen.". Auch auf den Internetseiten des Vereins herrsche reger Verkehr: "Jeden Tag registrieren wir 50 bis 80 Surfer." Die "Gedichte des Monats" seien inzwischen angewachsen zu einer Datenbank mit über 400 Gedichten. In der Rubrik "Unser Sprooch" könnten Interessenten sogar die Klangfarben der verschiedenen Dialekte hören.
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Die Pflege der Freundschaft über Ländergrenzen hinweg bezeichnete Winterhalter als "Herzensangelegenheit". So reagierte die Versammlung bewegt auf die Grußworte von Henri Scherb, dem elsässischen "Präsi" der Vereinigung "Heimetsproch un Tradition". "D Hoffnig hämmer nitt verlore", schloss er einen nachdenklich stimmenden Blick auf das Verschwinden des elsässischen Dialekts.
Autor: Christel Hülter-Hassler
