Landung in Stuttgart

Nach Terrorvorwürfen: Journalistin Mesale Tolu ist wieder in Deutschland

dpa

Von dpa

So, 26. August 2018 um 16:29 Uhr

Südwest

Die Deutsche saß bis Dezember mehr als sieben Monate in türkischer Untersuchungshaft, ihre Ausreisesperre war erst vor einer Woche aufgehoben worden. Ihr Ehemann wird nach wie vor in der Türkei festgehalten.

Nach der Aufhebung ihrer Ausreisesperre in der Türkei ist die Journalistin und Übersetzerin Mesale Tolu in Deutschland eingetroffen. Sie sei am Sonntag auf dem Stuttgarter Flughafen gelandet, teilte eine Mitarbeiterin des Flughafens der Deutschen Presse-Agentur mit.

Tolu, die für die Nachrichtenagentur Etha arbeitete, ist in der Türkei wegen Terrorvorwürfen angeklagt, sie saß dort bis Dezember mehr als sieben Monate in Untersuchungshaft. Vor einer Woche wurde überraschend die Aufhebung ihrer Ausreisesperre bekannt.
Die Türkei wirft ihr Unterstützung der verbotenen linksextremen Gruppe MLKP vor. Ihr Prozess in der Türkei wird ungeachtet ihrer Ausreise fortgeführt. Auch ihr Ehemann Suat Corlu ist angeklagt. Seine Ausreisesperre ist nicht aufgehoben, er muss in der Türkei bleiben.

Der Fall Tolu hatte zusammen mit dem des "Welt"-Reporters Deniz Yücel und des Menschenrechtlers Peter Steudtner die Beziehungen zwischen der Türkei und Deutschland schwer belastet.

"Freue mich nicht wirklich über die Ausreise", Mesale Tolu, Journalistin und Übersetzerin
Die Rückkehr in die Heimat kann die monatelang in der Türkei inhaftierte deutsche Journalistin Mesale Tolu nach eigenen Worten nur bedingt genießen. Sie sei zwar wieder in Deutschland, aber Hunderte Journalisten, Oppositionelle, Anwälte und Studenten seien immer noch nicht frei, kritisierte Tolu nach ihrer Ankunft am Sonntag am Stuttgarter Flughafen.

"Es ist nicht so, dass ich mich wirklich über die Ausreise freue, weil ich weiß, dass sich in dem Land, in dem ich eingesperrt war, nichts verändert hat." Tolu kündigte an, sie wolle sich weiter für die Menschen einsetzen, die in der Türkei aus politischen Gründen inhaftiert seien.