Backgewerbe

Bäcker rechnen mit teureren Brötchen

Rolf Obertreis

Von Rolf Obertreis

Do, 06. September 2018 um 08:30 Uhr

Wirtschaft

Verbraucher in Deutschland müssen mit leicht steigenden Preisen für Brot und Brötchen rechnen.

Zugleich wird die Zahl der kleineren und kleinen Bäckereien immer weiter sinken, sagte Ulrike Detmers, Präsidentin des Verbandes Deutscher Großbäckereien am Mittwoch. Im Jahr 2000 gab es noch rund 18 000 kleinere Bäckereien, Ende 2016 waren es nicht einmal mehr 9400. Insgesamt zählte die Branche zu diesem Zeitpunkt noch gut 11 800 Bäckerei-Betriebe.

Offiziellen Statistiken zufolge ist der Weizenpreis seit Oktober vergangenen Jahres um knapp 28 Prozent gestiegen. Am Brotpreis hat er jedoch nur einen geringen Anteil. 3,6 Prozent des Brotpreises fließen in die Hände der Erzeuger – der Getreidebauern.

Verbandsgeschäftsführer Armin Juncker rechnet dennoch mit höheren Preisen zum Jahresende. Es würden neue Abnahmeverträge mit den Mühlenunternehmen wirksam. Dort lägen, so Junckers, Forderungen für Preisaufschläge beim Mehl zwischen 25 und 30 Prozent auf dem Tisch.

Detmers zufolge sind der Anstieg der Transportkosten durch Mautgebühren, die Personalkosten und Aufwendungen für die Hygiene in den Betrieben aber das größere Problem. Andererseits sei der Brotpreis für viele Verbraucher in den Bäckereien aber nicht mehr das zentrale Thema. "Entscheidend ist heute die Qualität", ist Detmers überzeugt.

Nachwuchsprobleme bei kleineren Bäckereien

Vor allem Nachwuchsprobleme und fehlende Innovationskraft sind nach Angaben des Verbandes Hauptursache für das weitere Verschwinden von kleinen Bäckereien. Vom steigenden Gesamtumsatz der Branche von schätzungsweise rund 20,5 Milliarden im vergangenen Jahr – exakte Zahlen liegen erst für 2016 mit 20,1 Milliarden Euro vor – entfielen auf die kleinen Betriebe mit einem Umsatz von maximal eine Million Euro nur noch rund 14 Prozent. 2000 war es ein Drittel. Mittlerweile liegt der Anteil von Großbäckereien mit einem Umsatz von mehr als 250 Millionen Euro nach Angaben des Verbandes bei rund 15 Prozent. Unternehmen mit Umsatzspannen zwischen einer und zehn Millionen Euro kommen auf 28, mit Umsätzen zwischen zehn und 50 Millionen auf 25 Prozent. Im Durchschnitt hat eine Bäckerei 2016 einen Umsatz von 1,7 Millionen Euro verbucht.