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06. April 2013

Dax-Aktionäre

Dividenden auf Rekordhöhe

27,6 Milliarden Euro werden 2013 an die Anteilseigner der Dax-Konzerne fließen.

STUTTGART (dpa). Grund zur Freude für die meisten Dax-Aktionäre: Die deutschen Börsenschwergewichte wollen ihre Anteilseigner in diesem Jahr so großzügig bedenken wie nie zuvor. Der Geldregen trifft allerdings nicht alle.

Insgesamt sollen 2013 rund 27,6 Milliarden Euro an Dividende fließen, wie aus einer am Freitag veröffentlichten Studie der Beratungsgesellschaft Ernst & Young hervorgeht. Das übertrifft sogar den bisherigen Höchstwert von 2008 mit einer Dividendensumme von 27,3 Milliarden Euro.

"Den Dax-Unternehmen geht es trotz der Konjunkturkrise in weiten Teilen Europas gut", sagte Thomas Harms, Partner bei Ernst & Young. "Aber: Es gibt mehrere Anzeichen dafür, dass die Unternehmen mit ihrer Dividendenstrategie vorsichtiger werden."

Von dem Geldregen profitieren nämlich keineswegs alle Anteilseigner: Sechs Unternehmen lassen die Dividendensumme für das abgelaufene Geschäftsjahr unverändert und sieben zahlen weniger als im Vorjahr, wie aus der Studie hervorgeht. Commerzbank, Lufthansa und Thyssen-Krupp verzichten sogar ganz auf eine Dividende. Besonders bitter für die Commerzbank-Aktionäre: Sie hatten bereits im Vorjahr vergeblich auf eine Zahlung gehofft.

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Über einen wahren Dividenden-Geldregen können sich indes noch einmal Anteilseigner der Telekom freuen. Sie will in diesem Jahr rund drei Milliarden Euro ausschütten. Allerdings ist für die beiden folgenden Jahre eine Kürzung der Dividende von 0,70 Euro je Aktie auf 0,50 Euro vorgesehen.

Auch Aktionäre von Siemens (2,5 Milliarden Euro), BASF (2,4 Milliarden Euro) und Daimler (2,3 Milliarden Euro) werden fürstlich bedient. Den größten Zuwachs gibt es bei Continental, wo die Ausschüttung um 50 Prozent stieg, sowie bei Adidas (35 Prozent) und HeidelbergCement (34 Prozent).

Harms warnte jedoch vor allzu viel Freigebigkeit: "Angesichts der weiterhin schwelenden Eurokrise und der weltweiten Konjunkturrisiken ist eine großzügige Dividendenpolitik schließlich auch ein zweischneidiges Schwert", sagte er. "Geld, das an die Aktionäre ausgeschüttet wird, fehlt den Unternehmen an anderer Stelle." Diese Mittel könnten jedoch entscheidend sein, wenn Konzerne flexibel auf Konjunkturschwankungen und Marktrisiken reagieren müssten.

Ein großer Teil der Dividenden bleibt allerdings nicht in Deutschland. Viele Aktien der Dax-Konzerne liegen in ausländischer Hand. Nach wie vor halten sich die Deutschen bei Investitionen in Aktien zurück. So haben auch nur wenige Bundesbürger von den Kurszuwächsen der vergangenen Jahre profitiert.

Autor: dpa