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23. März 2010 17:29 Uhr

Etiketten-Skandal

Milchgenossen setzen Vorstand ab – BDM übernimmt die Macht

Als Folge des Etikettenschwindels spitzt sich der Machtkampf bei der Freiburger Molkerei Breisgaumilch zu: Zwei Vorstandsmitglieder der Milchgenossenschaft wurden ihres Amtes enthoben. Sie sind zugleich im Aufsichtsrat der Breisgaumilch.

  1. Die Schwarzwälder Butter, die nicht aus dem Schwarzwald kam, ist der Anlass der Auseinandersetzungen bei den Milchbauern. Foto: rock

Mit Gottfried Hermann und Markus Kaiser wurden der erste Vorsitzende der Milcherzeugervereinigung Breisgau-Südschwarzwald (MEV) und sein Stellvertreter entmachtet. Das bestätigte Hermann auf Anfrage. Beide Vorstände gehören nicht zum Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM).

Dieser hatte zuletzt in einem offenen Brief Konsequenzen aus dem Etikettenschwindel bei der Freiburger Molkerei gefordert. Hintergrund ist, dass die Breisgaumilch Butter bei einer Molkerei im Allgäu herstellen ließ, sie aber in der gleichen Verpackung wie ihre Produkte verkaufte. Viele Verbraucher fühlten sich getäuscht, die Molkerei entschuldigte sich öffentlich, verzichtete aber auf personelle Konsequenzen. Diese forderte jedoch der BDM ein.

Geänderte Mehrheitsverhältnisse

Durch die Entmachtung der beiden Vorstände der Milchgenossenschaft ändern sich nun im Aufsichtsrat der genossenschaftlichen Molkerei Breisgaumilch die Mehrheitsverhältnisse. Denn Hermann und Kaiser können ihr Amt als Aufsichtsräte der Molkerei nun nicht mehr ausüben. Die Mehrheit der verbleibenden Aufsichtsräte gehört zum BDM. Der kämpft dafür, dass bei der Breisgaumilch die Marke "faire Milch" abgefüllt wird. Er verspricht sich davon höhere Auszahlungspreise für die Milchbauern.

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Schon bei der für Donnerstag angesetzten Aufsichtsratssitzung könnte ein entsprechender Beschluss gefasst werden. Eine Abstimmung zum Thema "faire Milch" am 5. Februar endete mit 5:5 Stimmen unentschieden. Damit war der Antrag abgelehnt.

Ausgesprochen wurde die Amtsenthebung vom Aufsichtsrat der MEV, der laut Satzung eine starke Stellung hat.

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Autor: Jörg Buteweg