Streit bei Opel verschärft sich

dpa

Von dpa

Di, 17. April 2018

Wirtschaft

Investitionen gestoppt.

RÜSSELSHEIM/EISENACH (dpa). Wegen des anhaltenden Streits um die Opel-Sanierung hat der französische PSA-Konzern seine Investitionsentscheidung für das Werk Eisenach auf Eis gelegt. Es habe am Montag bei einer Sitzung des PSA-Exekutivkomitees kein grünes Licht für die Investition gegeben, teilte Opel-Chef Michael Lohscheller den Mitarbeitern mit. Grund sei die fehlende Einigung mit der IG Metall und dem Betriebsrat über die künftigen Bedingungen. Die Zukunft des Montagewerks in Thüringen mit etwa 1800 Mitarbeitern bleibt damit ungewiss. Im Opel-Sanierungsplan "Pace" ist für Eisenach vom kommenden Jahr an die Produktion eines Geländewagens vorgesehen, der auch mit Elektroantrieb ausgestattet werden kann. Die dafür notwendigen Investitionen in neue Anlagen sind nun vorerst gestoppt.

Am Freitag waren Verhandlungen zwischen Arbeitnehmervertretern und Opel unterbrochen worden. Das Unternehmen hatte vergeblich die Stundung der im April anstehenden Tariferhöhung und den Abbau übertariflicher Zulagen verlangt. Die Tariferhöhung um 4,3 Prozent aus dem Flächentarifvertrag für die Metall- und Elektroindustrie wird damit wirksam. IG-Metall-Chef Jörg Hofmann pochte auf die bestehenden Tarifverträge: "Es gibt aus Sicht der Belegschaft keinen Grund, für diese Zusagen erneut Zugeständnisse zu machen." Opel-Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug bezeichnete die Lohscheller-Mitteilung als "einmalig und beispiellos in der Opel-Geschichte": "PSA stellt gültige Tarifverträge offen und brutal infrage", sagte Schäfer-Klug.