Wohnraum bleibt Mangelware

afp

Von afp

Fr, 17. August 2018

Wirtschaft

Weniger Baugenehmigungen.

WIESBADEN (AFP). In vielen deutschen Städten ist die Zahl der Baugenehmigungen in der ersten Jahreshälfte gesunken. Von Januar bis Juni wurden insgesamt 168 500 Genehmigungen ausgestellt – 0,6 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2017, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Die Baubranche appellierte an die Politik, rasch eine Trendwende einzuläuten.

Zurückgegangen ist vor allem die Zahl der Genehmigungen für Wohnheime, zu denen auch Flüchtlingsunterkünfte, und zwar um 35,9 Prozent. Ohne die Wohnheime wäre die Zahl der Baugenehmigungen im ersten Halbjahr leicht um 1,8 Prozent gestiegen. Einen Zuwachs gab es bei Mehrfamilienhäusern (plus 4,9 Prozent). Die Zahl der Genehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser sank hingegen um 1,6 und 2,9 Prozent.

Das Plus im Geschosswohnungsbau ist für den Hauptverband der Deutschen Bauindustrie "der einzige Lichtblick". Dies reiche aber noch lange nicht, um den Bedarf an Wohnraum insbesondere in Ballungsgebieten zu decken, sagte Hauptgeschäftsführer Dieter Babiel. Zu begrüßen sei deshalb, dass die Bundesregierung für 21. September einen Wohnungsbaugipfel einberufen habe.

Beim gegenwärtigen Trend würden die in diesem Jahr benötigten 400 000 Wohnungen "nicht einmal bei den Genehmigungen erreicht", kritisierte der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen GdW. Der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) forderte von der Politik, mehr Bauland zu aktivieren, Genehmigungsverfahren zu beschleunigen und Baukosten zu senken. Allerdings bremst mittlerweile auch der Fachkräftemangel den Bauboom.