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05. Juni 2010 17:51 Uhr
"Offenburg auf Position 1"
Frühling, Sonne, Offenburg: Auch der dritte Tag des Landesturnfestes war eine wunderbare Demonstration von Breiten- und Leistungssport, von Fröhlichkeit und Geselligkeit. Die Resonanz ist durchweg positiv.
Strahlend: Frühling, Sonne, Offenburg: Das Landesturnfest des Badischen und des Schwäbischen Turnerbundes stand gestern unter dem besten Stern, den man sich vorstellen konnte. An den Wettkampfstätten, vor den drei großen Bühnen auf dem Messegelände, vor der Ursulasäule und auf dem Marktplatz: Überall Menschen, die mit dem schönen Wetter um die Wette strahlten. Kurze Hose und T-Shirt waren angesagt. Glücklich jene, deren Wettkampf schon vorüber war und die sich bereits vor der Mittagsstunde – bei angenehmen 25 Grad – ein kühles Hefeweizen leisten konnten.
Prima I: Wohin man auch hörte, überall gab es für Offenburg Bestnoten. "Ja, hier stimmt einfach alles", sagte Kurt Klumpp, stellvertretender Leiter der Geschäftsstelle des Badischen Turnerbundes in Karlsruhe. Seit 1979 ist er hauptamtlich beim BTB beschäftigt, hat seit 1980 alle bisherigen fünf rein badischen und danach auch alle fünf "fusionierten" Landesturnfeste besucht, von Lahr 1980 bis Friedrichshafen 2008: "Offenburg ist auf Position 1."
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Das liege an mehreren Dingen: Quartiere und die Wettkampfstätten lägen in überschaubarer Entfernung zueinander, seien zudem fußläufig gut erreichbar. Außerdem sei ein prima Busverkehr eingerichtet, mit sehr freundlichen Busfahrern. Die Größe Offenburgs sei für derlei Feste geradezu prädestiniert; in deutlich größeren Städten bestehe oft die Gefahr, dass sich ein Fest "verliere". Ideale Bedingungen biete zudem das Messegelände mit seinen modernen Hallen und dem großzügigen Außenbereich.
Als sehr erfreulich bezeichnete er die Tagesbesucherzahl an Fronleichnam: Mehr als 2300 Gäste hätten sich auf dem Messegelände zu den offiziellen Festteilnehmen gesellt. Nach Heilbronn 2012 seien die beiden Turnerbünde stark an einem Landesturnfest 2014 in Freiburg interessiert. Erste Gespräche hätten bereits stattgefunden. Geben Stadt und Messegesellschaft grünes Licht, finde das große Turnerfest in vier Jahren erneut in Südbaden statt: "Freiburg hat oberste Priorität."
Prima II: Aus dem Schwärmen kam auch Romina Schneider kaum heraus. Die 17-Jährige bemühte zum Landesturnfest in Offenburg alle möglichen Superlative: "Super, genial, klasse Organisation." Die Busfahrer seien "super nett und cool und unglaublich kompromissbereit". Die junge Turnerin war mit 20 Leuten ihres Heimatvereins TV Iffezheim angereist, die Truppe ist noch bis morgen im Okengymnasium untergebracht. Die – kurzen – Nächte auf der Isomatte seien zwar gewöhnungsbedürftig, "aber wir sind hart im Nehmen".
Am Morgen werde man durch ein richtig leckeres Frühstück entschädigt. Eines, für das vor allem Edeka-Südwest verantwortlich zeichnet. Das Offenburger Unternehmen, einer der Hauptsponsoren, beliefert über ein Tochterunternehmen die Wettkampfstätten und Quartiere täglich mit frischer Ware – keine geringe Menge. So werden – nur ein Beispiel – insgesamt 64 000 Brötchen zum Frühstück geliefert.
Prima III: "Ich fühle mich hier wunderbar wohl, das war schon am Mittwoch so, als ich so richtig herzlich empfangen wurde", sagte Kurt Freischlag, der auf der ETSV-Sportanlage als Leiter des Wahlwettkampfes, Bereich Leichtathletik, fungierte. Der 50-jährige, Jugendleichtathletik-Fachwart im Badischen Turnerbund, im Hauptberuf Schreiner und bei Hoffenheim zu Hause, nächtigt zur Zeit in einem Klassenzimmer des Schillergymnasiums: "Das gehört zum Flair dazu." In der Nacht zum Freitag hätten andere im Hof noch lange ausgiebig gefeiert, "aber für mich war das keine Ruhestörung: Als ich heute Morgen um 4 auf die Toilette musste, hörte ich noch welche im Hof singen – schönes Fest."
- Fotos: Landesturnfest in Offenburg
- Turnfestgala: Am Ende gab’s Standing Ovations
- Verkehrsanbindung: Auf der blauen Linie durch die Stadt
- Turnerriege: Olympische Träume des Marktführers
- Einblick: Ein Tag aus der Sicht der Athleten
Autor: Hubert Röderer


