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17. März 2016

20 Jahre Hick ups und kein bisschen leise

Der Jazzchor unter der Leitung von Nicole Seckinger singt nach wie vor ohne Instrumentalbegleitung / Konzert am Samstag.

OFFENBURG. A-cappella singende Jazzchöre sind eher die Ausnahme. Offenburg hat einen: Die Hick ups. Vor 20 Jahren von Nicole Seckinger gegründet, wird der Chor am Samstag in der Waldorfschule seinen runden Geburtstag mit einem Konzert feiern. Gaststar ist die holländische Jazzvokalistin Reinette von Zijtveld-Lustig. Sie war Schülerin der großen Jazzsängerin Greetje Kauffeld (76), die vor gut einem Jahr auf der Offenburger Salmen-Bühne sang, und stand mit etlichen großen Jazzmusikern auf der Bühne, darunter Legenden wie Ack van Royen, Albert Mangelsdorf, Klaus Doldinger, Paul Kuhn oder Bill Ramsay. Reinette van Zijtveld ist zugleich Dozentin für Jazz-Gesang und steht seit etlichen Jahren mit den Hick ups in guter Verbindung.

Das Geburtstagsgeschenk der Hick ups an die Jazzfans der Region: Der Eintritt ist frei. Die meisten Jazzchöre arbeiten mit einem Pianisten oder einem Jazz-Trio als ideale Ergänzung zum Chorsound. Nicole Seckinger als Gründerin und Leiterin des Chors wollte genau das nicht. "Ich bevorzuge den A-cappella-Klang", sagt sie. Sie sei da sicherlich beeinflusst von ihrem Vater Gerhard Seckinger, der viele Jahrzehnte den Fuß’schen Männerchor leitete.

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Auch Nicole Seckinger dirigierte die "Fußer" schon vertretungsweise. Für sie ist der reine Chorklang das ideal geblieben – was sich in der eigenen Chorarbeit gar noch verstärkt habe. Angeregt durch die Familie und das "Chor-Umfeld" ihrer Kindheit und Jugend, absolvierte sie die Chorleiterausbildung. Doch sei ihr klar gewesen, dass sie keine typische Chorarbeit machen wolle. Eine Zeitlang war sie Mitglied der "Swinging Dissonancers", dem damals von Mechthild Fuchs geleiteten Jazzchor der Musikschule. Auf der Suche nach ihrem Klangideal gründete Nicole Seckinger dann die Hick ups.

"Der Chor muss mit seinen Stimmen auch die Rhythmusarbeit übernehmen", sagt Claudia Lurz, Gründungsmitglied der Hick ups. "Dazu kommen die Arrangements, mindestens vierstimmig, meist sechsstimmig." Was sie daran wirklich fasziniert: "Wie daraus eine swingende Einheit wird." Wobei ein guter Teil der Rhythmusarbeit an Sängern wie ihm hängen bleibe, sagt Volker Abt, einer der Bässe des Chors. "Man freut sich ja schon, wenn man nicht nur Scatsilben, sondern auch ein paar Textzeilen kriegt", meint er lachend. Der Chor besteht aus acht Männer- und neun Frauenstimmen. Die Besetzung sei seit der Gründungsphase weitgehend unverändert. Inspiration von außen hole man sich durch Chorworkshops mit Jazzvokalisten wie Reinette van Zijtfeld. Die Arrangements der Hick ups stammen teils von Nicole Seckinger selbst. Im Repertoire befinden sich Jazzstandards wie "Misty", "Fascinatin’ Rhythm" oder "Birdland" bis hin zu Popsongs wie "Seaside Rendezvous" von Queen, "Hallelujah" von Leonard Cohen oder "Viva la Vida" von Coldplay.

Samstag, 19. März, 20 Uhr, Aula der Waldorfschule: Jazz mit dem Jazzchor "Hick ups" und Reinette von Zijtveld-Lustig. Eintritt frei.

Autor: Robert Ullmann