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29. Januar 2014 12:02 Uhr

Offenburg

Hunde vergiftet – legt ein Unbekannter Giftköder aus?

Hundebesitzer in Offenburg sind aufgeschreckt: Am Südufer des Gifizsees wurden womöglich Giftköder ausgelegt. Zwei Hunde sind vermutlich daran gestorben.

  1. Rund um den Gifizsee sollten Hunde derzeit nur angeleint unterwegs sein. Foto: Tierheim Emmendingen

Die Angst geht um bei Hundebesitzern in Offenburg, nachdem am Montag zwei Hunde gestorben sind – vermutlich an einer Vergiftung. Die Polizei geht einem Verdacht nach, wonach am Gifizsee möglicherweise gezielt Giftköder ausgelegt wurden.

Krämpfe und Speichelfluss

Am Montagmorgen zwischen 8.30 Uhr und 9 Uhr ging die 20-jährige Besitzerin der zwei Mischlingshunde mit ihren Tieren am südlichen Ufer des Gifizsees spazieren. Irgendwo auf dem Gelände zwischen dem Areal des Hundesportvereins (HSV) Offenburg, bei dem die junge Frau Mitglied ist, und der Wohnbebauung des Stadtteils Uffhofen haben ihre Hunde vermutlich das Gift aufgenommen. Auf dem Heimweg sei der Halterin, die aus Schutterwald stammt, noch nichts Besonderes aufgefallen, sagt Tierarzt Christian Mandok. Als später erste Symptome – unter anderem Krämpfe und unkontrollierter Speichelfluss – auftauchten und diese sich zunehmend verschlimmerten, habe die Frau die Hunde in seine Praxis gebracht.

Ein Tier sei bereits bei der Ankunft tot gewesen. Die Symptome hätten an eine Vergiftung mit Schneckenkorn erinnert, sagt Mandok. "Allerdings kann ich daran nicht so recht glauben, denn dabei setzen die Krämpfe schon nach wenigen Minuten ein." Die genaue Todesursache wird derzeit im Veterinäruntersuchungsamt Freiburg ermittelt. Nächste Woche sollen die Ergebnisse vorliegen.

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"Krank im Kopf"

Klaus Vogt, der Vorsitzende des Hundesportvereins Zell-Weierbach, glaubt, dass ein Unbekannter das Gift in konzentrierter Form gezielt in Ködern platziert hat. "Wer so etwas macht, muss krank im Kopf sein", sagt er. Schließlich könne das Gift auch anderen Tieren und unter Umständen sogar kleinen Kindern schaden, die am Gifizsee unterwegs sind.

Die Besitzerin der Hunde hat am Montag Anzeige erstattet, die Polizeihundeführerstaffel Offenburg hat die Ermittlungen aufgenommen. Man gehe dem Verdacht auf Vergiftung nach, bestätigt Patrick Bergmann, Sprecher des Offenburger Polizeipräsidiums. Allerdings lägen dafür noch keine konkreten Hinweise vor.

Geprüft wird auch ein möglicher Zusammenhang mit Vorfällen, die im vergangenen Jahr bekannt wurden, bei denen ebenfalls Hunde vergiftet wurden und zu Tode kamen. Diese Fälle betrafen jedoch nur das Gebiet Großer Deich zwischen dem großen Deichwehr der Kinzig und dem Gifizsee. Dass Giftköder jetzt womöglich auch auf der anderen Seite des HSV-Geländes auftauchen, ist neu und besorgt Michael Wollbaum, den ersten Vorsitzenden des Hundesportvereins. Er fürchtet um das Ansehen des Vereins und dass Hundehalter das Gebiet künftig meiden könnten. "Dabei kommt so etwas bei uns im Verein und auf unserem Gelände nicht vor", so Wollbaum.

Um weitere Vergiftungsfälle zu vermeiden, rät Klaus Vogt Hundebesitzern zu folgenden...
Vorsichtsmaßnahmen

»Spaziergänge im betroffenen Gebiet möglichst vermeiden.
»Wer doch dort unterwegs ist, sollte nur mit angeleintem Hund spazieren gehen und auf den Wegen bleiben.
»Den Hund nichts vom Boden aufnehmen lassen und aufgenommene Gegenstände sofort aus dem Maul entfernen.
»Bei auftretenden Symptomen – Krämpfe, Bewusstlosigkeit, Erbrechen, blau-grüner Kot – sofort einen Tierarzt aufsuchen.
»Wenn möglich, Giftköder sicherstellen und zum Tierarzt oder zur Polizei bringen. Vorsicht vor Eigenvergiftung: Am besten einen Kotbeutel verwenden.

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Autor: Matthias Maier