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15. November 2017

Im Eurodistrikt heißt es künftig "Coffee to go nochemol"

Offenburger Umweltausschuss diskutiert über Einführung eines Mehrwegbecher-Pfandsystems / Eurodistrikt setzt auf Sensibilisierung.

  1. Macht nur Müll: Einwegbecher für Kaffee. Foto: Dennis Gal

OFFENBURG (hsl). Allein in Deutschland werden bundesweit rund 2,8 Milliarden Coffee-to-go-Becher jährlich verwendet, was laut Landratsamt Ortenaukreis rund 40 000 Tonnen Abfall verursacht. In Offenburg haben die Grünen schon im Sommer 2016 die Einführung von Mehrwegbechern gefordert, um die Becherflut einzudämmen. Als die Stadt Freiburg vor einem Jahr ein eigenes Pfandsystem einführte und mit diesem auf Anhieb Erfolg hatte, wagte die Fraktion einen erneuten Vorstoß. Diesen Mittwoch berät nun der Umweltausschuss über die Einführung eines solchen Pfandsystems für Offenburg, das letzte Wort hat der Gemeinderat Ende des Monats. Die Bandbreite in einem von der städtischen Klimaschutzbeauftragten Bernadette Kurte vorbereiteten Entscheidungspapier reicht von der Ablehnung eines solchen Mehrwegbecher-Pfandsystems bis hin zu zwei Varianten, wie es in Offenburg doch Thema werden könnte. So könnte die Verwaltung Anschluss an ein bundesweites System suchen, wie es externe Dienstleister anbieten oder in Zusammenarbeit mit einem solchen Dienstleister ein eigenes Mehrwegbechersystem einführen.

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Ein einheitliches Pfandsystem für den gesamten Eurodistrikt Strasbourg-Ortenau wird es derzeit nicht geben, obwohl etwa auch die Stadt Kehl über ein Pfandsystem nachdenkt. Der Eurodistrikt setzt dagegen darauf, über Öffentlichkeitsarbeit und den Verkauf eines Mehrwegbechers über die beteiligten Cafés und Bäckereien die Verbraucher für grenzüberschreitenden Umweltschutz und Abfallverringerung zu sensibilisieren. Anlässlich der Europäischen Woche der Abfallvermeidung von 18. bis 26. November will der Distrikt seine deutsch-französische Kampagne "Coffee to go nochemol", mit der Einweg-Kaffeebecher auf dem gesamten Eurodistriktgebiet reduziert werden sollen, vorstellen. Am kommenden Montag will Landrat Scherer bei Arnolds Kaffeerösterei in Offenburg die Leitlinien der Kampagne präsentieren. Zudem wird das umfangreiche Material vorgestellt, das eine deutsch-französische Arbeitsgruppe aus Vertretern der Eurometropole Straßburg, des Ortenaukreises, der Städte Kehl, Offenburg, Lahr, Achern und Oberkirch sowie des Bäckerinnungsverbandes Baden und der französischen Innungen entwickelt hat und das nun an Bäckereien und andere Verkaufsstellen von Kaffee zum Mitnehmen verteilt wird.

Autor: bz, hsl