Künstler aus 13 Nationen zu Gast

Hubert Röderer

Von Hubert Röderer

Di, 05. Dezember 2017

Offenburg

Offenburger Weihnachtscircus Nummer 22 feiert am 20. Dezember Premiere / Mindestens 40 000 Besucher werden erwartet.

OFFENBURG. Die ersten Wohnwagen stehen längst auf dem Messegelände, die kompletten Zeltutensilien lagern ebenfalls bereits dort. Noch herrscht Ruhe vor dem Sturm. Doch ab dem 8. Dezember beginnt der Countdown für die 22. Auflage des winterlichen Offenburger Alleinstellungsmerkmals: Dann werden die beiden Zelte aufgebaut, drei Tage später öffnet das Kassenhäuschen. Online können jetzt schon Karten reserviert werden. Der Vorverkauf läuft offenbar prima: Die Zielgröße von 40 000 Besuchern scheint realistisch.

"Charles Knie": Lastwagen, Sattelschlepper und Wohnwagen mit diesem Namenszug künden auf dem Messegelände bereits seit Tagen davon, dass bald wieder Offenburger Winterzirkuszeit ist. Eine, die man durchaus bereits als "traditionell" bezeichnen kann.

Denn es ist schon gut zwei Jahrzehnte her, dass dort der Offenburger Weihnachtscircus Premiere feierte. Über viele Jahre hinweg war der Name untrennbar mit dem von Anja Oschkinat verbunden, ehe die Circusdirektorin im Frühjahr 2012 sich aus wirtschaftlichen Gründen außer Stande sah, die Produktion fortzusetzen. Mit Herzblut hatte sie das Unternehmen betrieben, schweren Herzens musste sie loslassen. Zur Weihnachtssaison 2012/13 sprangen Uwe Gehrmann und Sascha Melnjak ein. Gerade Melnjak, der heute 42-Jährige, konnte mit einem immensen Pfund wuchern: Er hatte sechs Jahre zuvor den Zirkus Charles Knie gekauft – als Saisongeschäft, das zwischen März und November jährlich quer durch Deutschland reist und dabei bis zu 50 Städte besucht. Die komplette Zelt-Infrastruktur, all sein in vielen Jahren erworbenes Know-how konnte er nutzen, auch jenes, das er sich mit dem Heilbronner Weihnachtscircus erworben hat. Doch gleich war klar: Mag auch überall "Charles Knie" prangen, Offenburg und die Ortenau würden eine exklusive Weihnachtscircus-Produktion erleben.

Melnjak zeichnet inzwischen für sie alleine verantwortlich. Das Budget weist es Schwarz auf Weiß aus: Offenburg ist alles andere als ein billiger Ableger seines älteren und größeren Circusbruders von Heilbronn. Rund 400 000 Euro kostet die kommende 18-tägige Wintersaison. Da müssen natürlich etliche der kommenden 34 Aufführungen gut ausgelastet sein, damit die Künstler und die vielen Helfer drum herum wie auch die Sachmittel bezahlt werden können. Doch Offenburg und die Ortenau halten ihm nach wie vor die Treue. "Wir hatten im vergangenen Jahr rund 42 000 Besucher", sagt Pressemann Patrick Adolph, "eine gute Zahl." Jedes Jahr seien die Besucherzahlen zuletzt gestiegen: "Wenn wir die 42 000 wieder schaffen, sind wir sehr, sehr zufrieden." Man könne Offenburg nicht mit Heilbronn vergleichen, wo in Stadt und näherem Umfeld deutlich mehr Menschen wohnen, das Einzugsgebiet reiche zudem bis Bad Mergentheim. Die 80 000 Besucher dort seien schon eine beeindruckende Zahl. Offenburg sei zwar eine Nummer kleiner, zudem sei der Rhein eine natürliche Grenze: "Elsässer kommen eher weniger zu uns, zudem gibt es in Straßburg viele Veranstaltungen." Wie auch in den großen badischen Nachbarstädten Freiburg und Karlsruhe.

Man sei in Offenburg aber auf einem sehr guten Weg – die steigende Besucherzahl sei Antwort des Publikums auf das Angebot: Für diese Saison konnten Künstler aus 13 Nationen verpflichtet werden. Der Online-Vorverkauf ist laut Patrick Adolph besser als 2016. Man sei guter Dinge, aus dem Umland weitere Besucher rekrutieren zu könne. Noch gut zwei Wochen, dann geht der erste Vorhang auf, der letzte fällt am Sonntag, 7. Januar.

Infos unter http://www.offenburger-weihnachtscircus.de Ticket-Hotline: Tel. 0700/59 90 00 00