Protest mit goldenen Nasen

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 24. Mai 2018

Offenburg

Staffellauf gegen Rüstungsexporte macht auf dem Weg von Oberndorf nach Berlin auch in Offenburg Station.

OFFENBURG (BZ). Am Pfingstmontag ist ein Staffellauf gegen Rüstungsexporte in Oberndorf am Neckar gestartet. Auf der Strecke nach Berlin kamen die Friedensläufer auch durch Lahr, Niederschopfheim, Offenburg, Appenweier und Achern, wo es Staffelübergabe-Stationen gab. In Offenburg wurde vor dem Rathaus symbolträchtig mit überdimensionalen goldenen Nasen gegen die Rüstungsbranche protestiert.

Der Staffellauf steht unter der Schirmherrschaft von UN-Botschafter Hans-Christof von Sponeck und Fritz Keller, Präsident des SC Freiburg. Die Wegstrecke ist in mehr als 80 Etappen aufgeteilt und wird im Gehen und Joggen sowie als Halb- und Marathonläufe zurückgelegt. Einzelne Abschnitte sind zudem für die Teilnahme mit dem Fahrrad freigegeben.

Weltweit ist Deutschland sowohl bei Kleinwaffen als auch bei Großwaffensystemen einer der größten Rüstungsexporteure. Mit dem Friedenslauf senden 17 Trägerorganisationen und zahllose Unterstützer deutliches Signal an die Politik. Sie fordern ein Verbot von Rüstungsexporten, für das sich auch eine breite Mehrheit der Bevölkerung ausspricht. Die Strecke führt entlang der Standorte von Firmen, die in die Rüstungsproduktion involviert sind. Am Start der Strecke in Oberndorf sitzen zum Beispiel das Rüstungsunternehmen Heckler & Koch, das zu den fünf größten Gewehr- und Pistolenherstellern und -exporteuren zählt, sowie das Fertigungszentrum der Rheinmetall Waffe Munition GmbH. In Freiburg hat die Northrop Grumman LITEF GmbH ihren Sitz, die Bordcomputer, Kreiselkompasse und Navigationsgeräte für Kriegsschiffe, Kampfpanzer und -flugzeuge produziert.

In Offenburg wurden die Staffelläuferinnen und -läufer am Mittwochvormittag auf dem Rathausplatz von den "Goldenen Nasen" empfangen. Diese sind laut Jochen Walter, "Eine-Welt-Promotor" im Weltladen Regentropfen und Projektleiter "Welt:Raum" auf der Landesgartenschau in Lahr, durch Berliner Künstler den echten Nasen der Chefs deutscher Rüstungsfirmen in Übergröße nachempfunden. Sie sollten aufzeigen, dass man sich mit dem Export von Rüstungsgütern, die den Zweck haben zu töten, trotz Rüstungsexportkontrolle "eine goldene Nase verdienen kann." Anschließend waren alle Anwesenden zum Liedersingen für den Frieden eingeladen.