Software-Idee führt zu begehrtem Gründerstipendium

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mo, 12. Juni 2017

Offenburg

Absolventen der Hochschule Offenburg werden durch Exist-Programm des Bundeswirtschaftsministeriums unterstützt.

OFFENBURG (BZ). Mit der Idee, eine Software zu entwickeln, die Videodatenbestände von Sendern und Agenturen automatisiert erfasst, analysiert und kategorisiert, konnten drei Absolventen der Hochschule Offenburg eines der begehrten Exist-Gründerstipendien ergattern. "Bis jetzt mussten eine Vielzahl an Arbeitskräften die Beschreibung und Verschlagwortung in großen Videoarchiven manuell übernehmen", sagt Christian Hirth. Dank einer von ihm und Frederik Böhm entwickelten Software, die auf dem Prinzip der künstlichen Intelligenz basiert, soll sich das nun ändern: Filmmaterial in großen Videoarchiven soll so auf automatisierte Weise klassifiziert und beschrieben werden. Damit sie ihre Idee in den nächsten Monaten vorantreiben können, haben sie das Gründerstipendium Exist erhalten. Mit diesem fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie Existenzgründungen aus der Wissenschaft. Die Stipendiaten erhalten maximal ein Jahr nicht nur eine finanzielle Existenzsicherung, sondern auch Coachings und Unterstützungen zu Sachausgaben.

Der Grundgedanke zu dem fächerübergreifenden Projekt entstand im Studium: Kennengelernt haben sich der Softwareentwickler Frederik Böhm und der Filmemacher Christian Hirth bei einer gemeinsamen Veranstaltung im ersten Semester. Die beiden beschlossen sich zusammenzutun und ihre Geschäftsidee einer Videoanalyse gemeinsam umzusetzen. Denn Böhm kennt sich als Informatiker mit der Software aus und Hirth im Medien- und Filmbereich. Gemeinsam mit Esther Arroyo Garcia, Bachelorabsolventin in Medien- und Informationswesen, gründeten sie ihre Firma "The Chainless".

Auf die Idee, sich um das Existenzgründerstipendium zu bewerben, kamen sie über das Gründerbüro der Hochschule, das seit 2012 Studierende, Beschäftigte, Dozenten und Professoren bei der Unternehmensgründung unterstützt. Das Trio ist das erste Absolvententeam der Hochschule, das dieses begehrte Stipendium erhält. "Gefördert werden nur besonders anspruchsvolle und technologische Ideen", sagt der Leiter des Gründerbüros Wolf-H. Blochowitz, der die Jungunternehmer bei der Antragsstellung unterstützt hat. Wichtig sei bei der Antragstellung, dass ein Teil des Projektes an der Hochschule entwickelt worden ist, denn die Stipendiaten schließen einen Vertrag mit der Hochschule, um das Stipendium zu erhalten. Im Zuge der weiteren Entwicklungsphase beginnt ab Juli eine Pilotphase mit ihrem Partner, dem SWR. "Um unsere Software zu testen, erhalten wir Zugriff auf das SWR-Archiv", sagt Frederik Böhm. Ausruhen auf dem Stipendium wollen sich die drei Absolventen jedoch nicht. Bereits jetzt suchen sie nach Investoren für die Zeit nach dem Stipendium. Zudem sind sie auf der Suche nach Projekt- und Abschlussarbeiten im Bereich Softwareentwicklung, Webdesign und Grafikdesign. Bachelor- oder Masterstudenten können sich so in diesem jungen Start-Up engagieren.