Verbraucherschutz

Bei unerlaubter Telefonwerbung: auflegen oder Anrufer zur Rede stellen

afp

Von afp

Mo, 01. Januar 2018 um 12:06 Uhr

Wirtschaft

Unerlaubte Telefonwerbung nervt viele Menschen und zieht Geldbußen nach sich. Wir haben fünf Fragen und Antworten zusammengestellt, wie Sie damit umgehen können.

Welche Telefonwerbung ist erlaubt?
Telefonwerbung ist seit 2009 nur bei ausdrücklicher Einwilligung des Verbrauchers erlaubt. Die Einwilligung muss vor dem Anruf vorliegen und kann nicht erst zu Gesprächsbeginn eingeholt werden. Bei Werbeanrufen darf zudem die Rufnummer nicht unterdrückt werden, damit sie leichter zurückverfolgt werden können. Verstoßen Firmen gegen diese Regeln, drohen Bußgelder. Die Höchstgrenze liegt seit 2013 bei 300 000 Euro. Geldbußen können auch für unerlaubte Werbeanrufe von Telefoncomputern verhängt werden. Doch die Zahl der Beschwerden bei der Bundesnetzagentur ist seit 2013 stark gestiegen.

Wie kann ich mich schützen?
Gegen die Anrufe selbst gibt es kein Mittel, wenn die eigene Rufnummer in Umlauf ist. Verbraucher sollten sich deshalb überlegen, ob sie ihre Telefonnummer in ein öffentliches Telefonbuch eintragen lassen und an wen sie ihre Nummer weitergeben. Kunden können bei ihrem Telefonanbieter beantragen, dass Anrufe mit unterdrückter Nummer nicht durchgestellt werden. Davon können dann aber auch erwünschte Anrufe betroffen sein.

Wie soll ich bei einem Werbeanruf reagieren?
Eine Möglichkeit ist, einfach aufzulegen. Wer das nicht tut, sollte den Anrufer offensiv zur Rede stellen. Er sollte den Namen des Anrufers und seiner Firma sowie den Grund des Anrufs erfragen, die Telefonnummer aufschreiben und diese Angaben dann an die zuständige Verbraucherzentrale oder die Bundesnetzagentur weiterleiten. Zudem sollte der Angerufene darauf hinweisen, dass weitere Anrufe unerwünscht sind, und die Löschung seiner Daten verlangen.

Von wem kommen die Anrufe?
Verbraucherschützern zufolge rufen verschiedene Telefon- und Internetdienstleister, Energieversorger, Banken, Versicherungen und Zeitschriftenverlage gezielt Verbraucher ohne deren ausdrückliche Zustimmung an, um Produkte oder Dienstleistungen zu verkaufen. Auch Glücksspiel-Abos sollen Verbrauchern am Telefon angedreht werden. Mit den unerwünschten Anrufen werden Betroffene regelrecht überrumpelt. Oft bleibt ihnen kaum Zeit zu überlegen, ob der Kauf oder das Abonnement sinnvoll und der Preis angemessen ist. Die Pflicht zu einer nachträglichen schriftlichen Bestätigung durch die Verbraucher besteht nur für Gewinnspiele.

Gibt es ein Widerrufsrecht?
In der Regel ja. Verbraucherschützer raten, den Vertrag innerhalb von 14 Tagen den Vertrag per E-Mail, Fax oder Brief zu widerrufen. Die Verbraucherzentralen stellen im Internet Musterbriefe zur Verfügung, um unberechtigte Forderungen abzuwehren.
Musterbrief der Verbraucherzentralen unter mehr.bz/musterbrief.