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Mietspiegel kann auch für Ein- und Zweifamilienhäuser genutzt werden

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 15. Juli 2017

Geld & Finanzen

Wenn für das Reihenendhaus mehr fällig werden soll .

Im Jahr 2016 hat der Bundesgerichtshof (BGH) festgestellt, dass ein Mietspiegel für Geschosswohnungen auch dafür genutzt werden kann, die Mieten für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Reihenhäuser zu bemessen. Der BGH war der Auffassung, dass an die Begründung eines Mieterhöhungsverlangens keine überhöhten Anforderungen gestellt werden dürfen. Zweck des sogenannten Begründungserfordernisses sei es lediglich, dem Mieter im Interesse einer außergerichtlichen Einigung Tatsachen mitzuteilen, die es dem Mieter ermöglichen, die vom Vermieter begehrte Mieterhöhung – zumindest ansatzweise – auf ihre Berechtigung überprüfen zu können. Eine Mieterhöhung, so das oberste deutsche Zivilgericht, sei wirksam – auch wenn ein Mietspiegel sich an Mehrfamilienhäusern orientiert. Das gelte dann, wenn die Miete für Einfamilienhäuser innerhalb der Mietpreisspanne für Wohnungen in Mehrfamilienhäusern liege. Die Erfahrung zeige, dass die Miete für Einfamilienhäuser im Regelfall über der Miete für Wohnungen in Mehrfamilienhäusern liege. Dem Mieter sei damit eine ansatzweise Überprüfung möglich. Ist er nicht einverstanden, hat ein Mieter nur die Möglichkeit, vor Gericht die Höhe der ortsüblichen Vergleichsmiete zu bestreiten. (Beschluss vom 26. April 2016 VIII ZR 54/15)

Patrick Stöhrer da Costa
ist Fachanwalt für Mietrecht. Er ist für den Mieterverein Freiburg tätig und leitet die Außenstelle Müllheim. Der Mieterbund berät nur Mitglieder.

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