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19. September 2011

Der Weg zum sicheren Biss

Zahnersatz: Was geht und was geht nicht? Klar ist: Ohne Beratung geht es nicht.

Schöne Zähne sind Ausdruck von Gesundheit und Lebensfreude, zudem unerlässlich für Nahrungsaufnahme und Kommunikation. Bei Zahnverlust kommt daher dem Zahnersatz eine besondere Bedeutung zu.

Sind die eigenen Zähne durch zahnerhaltende Maßnahmen wie zum Beispiel Füllungen nicht mehr zu erhalten, wird festsitzender oder herausnehmbarer Zahnersatz zum Thema. "Ein wichtiger Teil der Beratung nimmt dabei die Besprechung der medizinischen Gründe ein, die gegen eine bestimmte Therapie sprechen", erklärt Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, in einer Pressemitteilung der Initiative Prodente. In zunehmendem Maße wird auch ein Zahntechnikermeister in diese Beratung einbezogen. Hierbei geht es meistens um die zur Verwendung kommenden Materialien und die Verwirklichung der ästhetischen Wünsche des Patienten.

Die künstliche Überkronung eines einzelnen Zahns mit Metall oder Keramik nach vorherigem Beschleifen des Zahns könne seine Funktionstüchtigkeit auf lange Sicht wiederherstellen. Bewährt ist die Versorgung mit Brücken bei Lücken von zwei bis drei fehlenden Zähnen. Hier werden geeignete Nachbarzähne als Pfeilerzähne benötigt. Der Nachteil: Sind die die Lücke begrenzenden Zähne karies- und sogar füllungsfrei, muss beim Beschleifen viel gesunde Zahnsubstanz geopfert werden.

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Bei größeren Lücken sollte wegen einer zu hohen Belastung und einer vorhersehbaren Schädigung der Nachbarzähne von einer Brücke abgeraten werden. Eine mit Klammern befestigte Teilprothese kann sich als Lösung anbieten, zeichne sich aber durch eine unbefriedigende Ästhetik und mittelmäßige Festigkeit des Zahnersatzes aus. Hochwertiger sind sogenannte Teleskopprothesen, die ohne Klammern befestigt werden und sich gut pflegen lassen. Der technische Aufwand bei ihrer Herstellung spiegelt sich in den Kosten wider. Zudem müssen die benötigten Zähne für die teleskopierende Verankerung beschliffen werden.

Die klassischerweise als die Dritten bezeichneten herausnehmbaren Totalprothesen kommen bei kompletter Zahnlosigkeit zum Einsatz. Nachteile können häufig Druckstellen und Knochenschwund sein, der in der Folge zu einem wackeligen Sitz der Prothese führen kann. Mit Unterfütterungen der Prothesen kann der Fachmann den passgenauen Sitz wiederherstellen, denn nur so kann der Träger mit den Prothesen gut kauen und ein sicherer Halt ist gewährleistet.

Implantate sind problematisch für Diabetiker

Zahnkronen aus Keramik auf einer operativ eingesetzten künstlichen Zahnwurzel – Implantate – seien heute selbst von einem Fachmann kaum von natürlichen Zähnen zu unterscheiden. Schwere Allgemeinerkrankungen können unter Umständen allerdings zum Hindernis werden. Für den schlecht eingestellten Diabetiker zum Beispiel kann implantierter Zahnersatz aufgrund der gestörten Wundheilung zum Problem werden. Dazu kommt, dass er aufgrund einer diabetesbedingten verminderten Immunabwehr ein höheres Risiko trägt, an einer Parodontitis zu erkranken. Die gleichen Erreger können auch künstliche Zahnwurzeln befallen, und das Implantat kann sich – wie die natürlichen Zähne auch – lockern.

Eine Verringerung der Knochendichte, die Osteoporose, kann sich auch am Kieferknochen zeigen und eine Implantation erschweren, genauso wie andere Knochenerkrankungen. Gegenanzeigen sind ebenfalls Bluterkrankungen und eine erhöhte Blutungsneigung, etwa bei einer Makurmarmedikation. Im Einzelfall kann sich hier allerdings der behandelnde Zahnarzt gemeinsam mit dem Hausarzt oder Internisten des Patienten über die geplante Therapie beraten. Als absolute Kontraindikationen für die Implantation künstlicher Zahnwurzeln seien schwere Herz- und Kreislaufkrankheiten und chronische Störungen des Immunsystems zu betrachten, sowie die Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr unterdrücken.

Mundhygiene ist absolutes Muss

Ein erhebliches Risiko bestehe auch bei Tumorerkrankungen und deren Bekämpfung mittels medikamentöser, Strahlen- oder Chemotherapie. Nicht zuletzt können Nikotinmissbrauch, mangelhafte Mundhygiene und psychische Störungen eine erfolgreiche Implantation in Frage stellen, zumindest jedoch ist bei einer gewünschten Versorgung mit Implantaten in den Fällen eine weitreichende Umstellung der Lebensgewohnheiten notwendig.

Aber egal, welche Art von Material und welcher Form von Zahnersatz in Frage kommt: Eine ausführliche Beratung durch den Zahnarzt ist nach Empfehlung der Initiative Prodente unverzichtbar.

Weitere Informationen unter http://www.prodente.de

TIPP: ZERKNIRSCHT

Bei nächtlichem Zähneknirschen (Bruxismus) ist die Verwendung von Vollkeramik als Werkstoff nach Angaben von Prodente wenig zu empfehlen, da es zu Abplatzungen und Brüchen aufgrund der beim Knirschen entstehenden Kräfte kommen kann.  

Autor: bex

Autor: BZ