Naturalie

Blasser Bitterling: der Chicorée

Claudia Füßler

Von Claudia Füßler

Mi, 03. Januar 2018 um 00:00 Uhr

Gesundheit & Ernährung

Eine vornehme Blässe ist sein Markenzeichen: Damit die Blätter des Chicorée maximal einen leichten gelb-grünen Hauch an den Spitzen bekommen, wird das Gemüse in völliger Dunkelheit gezüchtet.

So wird verhindert, dass sich Chlorophyll bildet, der natürliche Farbstoff, der für das Blattgrün verantwortlich ist. Die Wurzel des Chicorée wurde im 19. Jahrhundert getrocknet, geröstet und zu einem feinen Pulver gemahlen – dem billigen Zichorienkaffee. Chicorée hat hierzulande nur wenige Fans, gerade einmal 300 Gramm davon isst der Deutsche pro Jahr im Durchschnitt. Unsere belgischen und französischen Nachbarn hingegen genießen acht beziehungsweise vier Kilogramm jährlich – sie haben ein Faible fürs Herb-Bittere. Diesen charakteristischen Geschmack verursacht unter anderem der Bitterstoff Lactucopikrin, der auch in Endiviensalat und Lattich-Arten steckt. Die im Chicorée enthaltenen Bitterstoffe machen ihn leicht verdaulich, sie regen Bauchspeicheldrüse und Gallenblase an und halten den Kreislauf in Schwung. Zudem sind die zarten Blätter voll mit Kalium, Folsäure und Zink, auch die Mengen der Vitamine A, B und C sind beachtlich. Dank des Ballaststoffes Inulin macht Chicorée lange satt, der Blutzuckerspiegel steigt nur langsam an. Für einen Wintersalat einen Chicorée und eine Orange kleinschneiden und mit einer Hand voll gerösteter Walnüsse vermengen. Mit etwas Zitronensaft und Honig oder Ahornsirup abrunden.