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Sieben Dinge, die angehende Bauherren beachten müssen

Sandra Ketterer

Von Sandra Ketterer (dpa)

Sa, 03. März 2018 um 19:18 Uhr

Haus & Garten

Der Traum vom Eigenheim: Vor dem Baustart gibt es eine Menge zu tun und verschiedene Unterlagen richtig vorzubereiten

Das Kind ist geboren, der Hund eingezogen, die Mietwohnung zu klein. Also vielleicht ein Haus bauen? Beliebt sind Verträge mit Bauträgern, die Haus und Grund aus einer Hand bieten. Möglich ist auch, einen Generalunternehmer mit dem Bau zu beauftragen. Hier sind die Auftraggeber die Bauherren. Auf sie kommt in der Bauplanungsphase einiges zu.

Grundstückskauf: "Der Käufer sollte möglichst schon vorab klären, was auf dem Grundstück machbar ist", sagt Holger Schmidt, Bauherrenberater des Bauherren-Schutzbundes aus Oldenburg. Es lohne sich, beim Bauamt nachzufragen, ob es einen gültigen Bebauungsplan gebe und was darin geregelt sei. "In der Regel ist die Art und Größe der Bebauung festgehalten", sagt Schmidt. Ebenso könnten Geschosszahl, Fassadengestaltung, Firsthöhe und andere Dinge vorgeschrieben sein.

Planungsvorgaben: Der Bauplaner muss wissen, wie das Haus auf das Grundstück gebaut werden darf. Dazu müsse der Bauherr laut Schmidt den Lageplan des Grundstücks einsehen. Wenn dieses schon vermessen sei, könnten die Käufer den Lageplan möglicherweise über den Vermesser erhalten. Schwieriger wird es, wenn kein Bebauungsplan vorhanden ist. In diesem Fall sei im Baugesetzbuch festgehalten, dass sich das Gebäude in seiner Gestaltung in die Eigenart der näheren Umgebung einfügen müsse, sagt Peter Burk vom Institut Bauen und Wohnen in Freiburg.

Fördermöglichkeiten: Bei einem Neubau kann es sich lohnen, etwa für energetische Maßnahmen, Fördergelder zu beantragen. Burk rät, unter anderem die Angebote der KfW zu prüfen. "Dafür muss ich aber gewisse Standards beim Bau einhalten." Für den Antrag sei eine detaillierte Baubeschreibung nötig.

Baugrundgutachten: Ein Gutachten über die Beschaffenheit des Bodens ist keine Pflicht. Aber: "Das Baugrundrisiko ist ein originäres Bauherrenrisiko", warnt Schmidt. Stellt sich später heraus, dass der Keller falsch abgedichtet sei, weil die Feuchtigkeit des Bodens falsch eingeschätzt wurde, sei dies das Risiko des Bauherrn. "Ein Baugrundgutachten erstellen zu lassen, gebietet die Vernunft", sagt auch Eva Reinhold-Postina vom Verband Privater Bauherren. "Auch wenn man keinen Keller bauen will, sollte man wissen, auf welchem Boden man baut." In der Regel koste das Gutachten einen vierstelligen Betrag.

Grundstücksvorbereitung: "Wenn Bäume, die einen bestimmten Durchmesser haben, auf dem Grundstück stehen, muss die Fällung beantragt werden", sagt Burk. Dabei müssten Bauherren beachten, dass Bäume nicht ganzjährig, sondern nur zu bestimmten Zeiten gefällt werden dürfen. "Der Bauherr sollte außerdem seinen Vertrag daraufhin prüfen, ob das Bauunternehmen oder er selbst für die Räumung des Grundstücks verantwortlich ist", sagt Burk.
Energieversorger: Für den Bau benötigen die Handwerker natürlich Strom und Wasser. "Ich muss also vor Baubeginn klären, wo die Anschlüsse liegen und wer dafür sorgt, dass sie ans Haus kommen", sagt Burk. Ansprechpartner seien üblicherweise die örtlichen Versorger, bei denen auch Baustrom und Bauwasser beantragt werden können. "Eventuell lohnt es sich, die Anschlüsse für den fertigen Bau gleich mitzubeantragen."

Versicherungen: Der künftige Hausbesitzer sollte sich laut Schmidt rechtzeitig um die Versicherungen für den Bau kümmern. Eine Bauherrenhaftpflicht sei Pflicht, empfehlenswert seien auch eine Feuerrohbau- und eine Bauleistungsversicherung. Viele Baufirmen bieten eigene Versicherungspakete an. Wer selbst Hand anlegen will beim Bau oder Freunde und Verwandte einbezieht, müsse zusätzlich an die nötigen Unfallversicherungen denken.

Bauantrag: Ist der Bauherr mit den Planungen einverstanden, kann der Bauantrag zum Bauamt geschickt werden. Wie lange die Prüfung dauert, hänge von den Voraussetzungen ab, sagt Schmidt. "Wenn es sich um ein Ein- oder Zweifamilienhaus handelt, der Bebauungsplan vorliegt und man sich an die Vorgaben des Bebauungsplans hält, kann der Antrag innerhalb eines vereinfachten Baugenehmigungsverfahrens bewilligt werden." In diesem Fall werde das Vorhaben lediglich zur Kenntnis genommen, was etwa vier Wochen dauert. Es komme aber auf die Auslastung der Behörde an. Bei einem klassischen Bauantrag, bei dem die zuständige Behörde – Landkreis oder kreisfreie Stadt – das Vorhaben auf Einhaltung aller Vorschriften prüft, dauere das Verfahren eher zwei bis drei Monate, ergänzt Burk. Wobei die Landesbauordnungen teils Fristen von zwei Monaten sogar gesetzlich vorgeben.


Peter Burk: Bauen!, Verbraucherzentrale NRW 2017, 380 Seiten,
34 Euro.
Karl-Gerhard Haas u. a.: Unser Bauherren-Handbuch – Von Baubeginn bis Endabnahme, Stiftung Warentest 2017, 384 Seiten, 34,90 Euro.