Sommergeräusche

MOMENT MAL!: Das Ende des Jauchzens

Manuela Müller

Von Manuela Müller

Mo, 27. August 2018

Liebe & Familie

Das Zirpen der Grillen, der Ton des Fernsehers, der aus einer geöffneten Balkontür dringt, ein paar Leute, die lachend durch die Straßen ziehen – auf unserem heimischen Balkon klingt es nach Urlaub. Vor allem tagsüber, wenn das Jauchzen, Quieken und Schreien der Kinder vom benachbarten Schwimmbad zu uns rüberschwappt. Mancher kann sich unheimlich darüber aufregen. Ich dagegen genieße den Sommerpegel voller Verheißungen: Draußensein, Spaßhaben, Geselligkeit.

Sogar im Stau im Höllental: Es ging höchstens im Schritttempo voran. Zeit also, sich umzuschauen. Hinten zwei Kleinwagen mit jungen Frauen, die bei lauter Musik winkend ihre Oberkörper aus dem Auto hängten. Vor uns der Transporter eines Handwerkers, bei dem aus dem Beifahrerfenster nackte Füße in einem nicht hörbaren Takt baumelten. Jeder versuchte, das Beste aus der Zwangspause zu machen. Sommer eben. Und daheim angekommen erwarteten uns die Schwimmbadgeräusche, die mittlerweile leider abgestellt wurden: Revision – eine jährliche Schönheitskur fürs Schwimmbad. Darüber freuen sich die besonders Ruhebedürftigen, weil damit in unserem Dorf das Ende des Sommers und das eher Drinnensein eingeläutet wird. Ich dagegen vermisse schon jetzt den verheißungsvollen, sonnenfreudigen Geräuschpegel. Auf ein Neues im nächsten Jahr, geliebter Sommer!