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20. Juli 2009
Wikipedia contra Brockhaus
Wie Senioren das Internet nutzen – oder nicht nutzen
Das Internet ist eine Welt für sich. Wir versteigern Vaters altes Motorrad bei Ebay, bestellen zum Muttertag ein Fotoalbum mit Schnappschüssen bei DM-Digifoto, die Schwester bekommt das neuste Album von Madonna über Amazon und die Großmutter das Blutdruckmessgerät vom Sanitaetshaus-24.de. Und wenn die Großmama fragt, woher das Geschenk kommt und ob sie es im Geschäft umtauschen könnte, falls es nicht funktioniert, kommt das Internet auf den Tisch. Internet? Ist das chinesisches Essen? Senioren gehen verschieden mit der neuen Welt um- Zwei Fallbeispiele:
Lieselotte F.* (74) und ihr 79jähriger Ehemann surfen bereits seit fünf Jahren im Internet. Die Freiburger hatten bereits beruflich mit dem Computer zu tun, nutzen ihn auch heute noch. Die Vorteile des Internets seien in ihren Augen klar: "Die Informationsvielfalt auf allen Gebieten. Klar haben wir die Bände des Brockhaus, wenn eine Frage aufkommt, aber der PC ist schneller, um sie zu beantworten", erzählt die Rentnerin und schmunzelt. Am Internet mag sie vor allem, dass man in Ruhe Preise vergleichen und dann auch alles bequem bestellen kann, wie Blutdruckmessgeräte oder andere technische Geräte. Theater- und Konzertkarten würden online bestellt und ausgedruckt. E-Mail werde selbstverständlich genutzt, man will ja über das Liebesleben der Enkelin und über den Verlauf der Prüfung des Enkels Bescheid wissen.
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Ganz anders sehen es Inge K.* (74) und ihr Lebenspartner Rolf M.* (73) aus Neuenburg. Für sie ist das Internet unbekanntes Gebiet. Einen Kurs, um das Internet zu erlernen, würden sie nicht mehr machen. Für was denn auch? Sie seien bis jetzt ohne ausgekommen, also werde es auch weiterhin ohne gehen. "Ich würde es gar nicht mehr begreifen", gibt sie offen zu. Auch Erklärungen, wie elektronische Post funktioniert, was Skype ist und das beim Googeln keine Bombe platzt, sondern nur Informationen en masse über einen einschlagen, benötigt das Paar nicht. "Wir haben Briefpapier, um Post auf normalem Wege zu verschicken, ein Telefon, um zu telefonieren und Beine, um Besuche abzustatten." Lexika im Bücherregal helfen, wenn eine Frage beantwortet werden will. "Wir sind einfach zu alt, um etwas Neues zu lernen. Und wenn man dann noch im Sehen eingeschränkt ist, wird das ganze doppelt und dreifach so schwer", sagt Rolf M. * Namen von der Redaktion geändert
Autor: kim
