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09. Juli 2012 11:43 Uhr

Einsparungen

Rechnungshof fordert massiven Stellenabbau bei Lehrern

Die grün-rote Landesregierung muss laut Rechnungshof beim Personal massiv den Rotstift ansetzen. Potenzial gebe es vor allem bei Lehrern. Mehr als 14.000 Lehrerstellen könnten eingespart werden.

  1. Die Zahl der Schüler nimmt in Baden-Württemberg ab – folglich braucht es auch weniger Lehrer. So die Rechnung des Rechnungshofes. Foto: dpa

Die grün-rote Landesregierung muss nach Meinung des Rechnungshofs angesichts des enormen Spardrucks beim Personal massiv den Rotstift ansetzen. Der Landeshaushalt könne nur gesunden, "wenn die Stellenzahl deutlich reduziert wird", heißt es in der Denkschrift, die der Präsident des Rechnungshofs, Max Munding, am Montag in Stuttgart vorstellte. Grün-Rot müsse rasch ein Abbaukonzept entwickeln, das den Etat kurzfristig entlaste.

Munding fordert das Land auf, künftig auch Lehrerstellen zu streichen. In den vergangenen fünf Jahren sei die Zahl der Schüler jeweils um 20.000 zurückgegangen. Dieser Trend werde sich fortsetzen. Diese sogenannte demografische Rendite ermögliche rechnerisch eine Einsparung von bis zu 14.100 Lehrerstellen. Gehe das Land hier nicht ran, "wird man nicht richtig vorankommen".

Der oberste Rechnungsprüfer mahnte Grün-Rot, die Schuldenbremse noch in diesem Jahr in der Landesverfassung zu verankern. "Sonst laufen wir Gefahr, dass die Haushalte noch stärker aus dem Ruder laufen", sagte Munding. Wegen der steigenden Ausgaben im Etat plane das Land bis 2020 über 6 Milliarden Euro an neuen Schulden aufzunehmen. "Der Schuldenberg würde sich auf knapp 50 Milliarden Euro erhöhen." Baden-Württemberg müsse aber den Ehrgeiz haben, nicht als letztes Land die schwarze Null zu erreichen.

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Autor: dpa


92 Kommentare

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Frank Reiger

Registriert seit: 03.07.2012

Kommentare: 766

09. Juli 2012 - 12:05 Uhr

Datenhandel, Lehrerabbau - zur Zeit dürfen sich die Irren in dieser Republik austoben.

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Harald Meierhofer  

Harald Meierhofer

Registriert seit: 12.09.2011

Kommentare: 2115

09. Juli 2012 - 12:34 Uhr

Der Rechnungshof hat einen an der Erbse. Wirklich.

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Christoph Bohnet  

Christoph Bohnet

Registriert seit: 03.08.2009

Kommentare: 327

09. Juli 2012 - 12:40 Uhr

Alle jammern über zu viele Ausfallstunden und Überalterung der Lehrer. Wo ist dann bitte bei dieser Überlegung die Logik?!
Ein Problem ist u.a., dass man zu viele Lehrer braucht um einen Stundenplan voll zu kriegen. Ein paar Wochenstunden mehr und das Problem wäre deutlich kleiner...

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Peter Wild

Registriert seit: 06.01.2010

Kommentare: 53

09. Juli 2012 - 13:04 Uhr

Von welchem Lehrer : Schülerverhältnis geht man aus, 1:40 oder ähnlich.
Aber das ist ja nicht das Thema, sparen ist ja ansagt. Als Bürger macht man sich auch so seine Gedanken. Wie wäre es, wenn in Schulen die Lehrer zurückholt werden die sich im Ruhestand befinden gemischt mit Elter die das now how besitzen Wissen zu vermitteln. So können der größte Teil der Lehrerplanstellen eingespart werden.
Vielleicht dann kann die PH unter Umständen verkleinert werden, somit wird noch mehr eingespart. Mut zu Bildungslücken sage ich nur.

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Benjamin Kleinstück

Registriert seit: 30.09.2010

Kommentare: 7

09. Juli 2012 - 13:12 Uhr

@Herr Willmann,

ich nehme an, Sie sind Lehrer und wissen wovon Sie reden?

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Marc A. Willmann

Registriert seit: 04.07.2012

Kommentare: 262

09. Juli 2012 - 13:30 Uhr

@ Kleinstück,

Nein Herr Kleinstück, ich bin kein Lehrer aber ich hatte in der Tat welche.
Ich hatte Lehrer, die sich nach dem erreichen des ersehnten Status eines Beamten einen Dreck um ihre Schüler gekümmert haben, Noten nach Gutdünken verteilt haben und Schüler mit viel Potential "nur" auf Realschulen verteilt haben.
Einer dieser "Realschüler" war ich, heute habe ich 2 akademische Grade - nachdem ich mein Abitur auf eigene Kosten nachgeholt habe - und sehe gerade bei Kindern von Bekannten, dass sich augenscheinlich nicht viel an der Situation geändert hat.

Ich verurteile die Pädagogen ja nicht pauschal, ich verurteile den Status den man Ihnen zuerkennt. Dieser Status erlaubt es vielen, ein pädogogisches Unwesen zu treiben, ohne dafür berufliche Konsequenzen tragen zu müssen.
Jeder Arbeitnehmer oder Angestellter wird bei nachgewiesener Inkompetenz oder Leistungsverweigerung gefeuert - der Lehrer als Beamter höchstens abgemahnt oder, im schlimmsten Fall, strafversetzt...bei vollen Bezügen und vollem Pensionsanspruch.

Wer dieses System verteidigt, hat die Leistungsgesellschaft nicht verstanden

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Peter Müller

Registriert seit: 11.01.2010

Kommentare: 47

09. Juli 2012 - 13:39 Uhr

Sparrunden bei den Beamten sind ja nichts neues. Allerdings gab es bisher immer sogenannte "Schonbereiche", besonders Innere Sicherheit (Polizei) und Schulen waren bisher immer ausgenommen.
Von den rund 220.000 Beamten in Baden-Württemberg sind etwa 135.000 im Schulbereich und etwa 30.000 im Bereich Innere Sicherheit angestellt. Nochmal rund 30.000 Beamte sind bei den Kommunen beschäftig.
D.h., die bisherigen Personaleinsparungsrunden bezogen sich nur noch auf den sehr kleinen Rest von 25.000 Beamten der kleinen Verwaltungen. Dort ist man mit den Personaleinsparungen mittlerweile am Ende der Rationalisierungsmöglichkeiten.
Wenn also nennenswert Personalkosten eingespart werden sollen kommt man nicht umhin an die großen Beamtenbereiche Schule und Innere Sicherheit zu gehen. Wenn die Bürger das nicht wollen bedeutet das im Umkehrschluss für sie höhere Steuern.

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Ammar Ulabi™  

Ammar Ulabi™

Registriert seit: 08.05.2009

Kommentare: 3969

09. Juli 2012 - 14:00 Uhr

Was beschweren sich denn alle so ? Von wo, glauben Sie eigentlich, sollen denn die Mittel herkommen für all unsere Zocker- und Pleitebanken ?

Nur ein dummes und ungebildetes Volk leistet bei dieser gängigen Tagespolitik keinerlei Widerstand. Den gibt's hingegen nur, wenn auf dem grünen Rasen ein paar "Neger" unsere Nationalhymne nicht mitträllern.

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Gelöschter Nutzer #793088

Registriert seit: 16.11.2009

Kommentare: 562

09. Juli 2012 - 14:20 Uhr

Ja, den Beamtenstatus abzuschaffen ist eine gut Idee. Dann aber bitte konsequenterweise bis hoch in die übergeordneten Behörden und Ämter.

Dann können die Lehrer endlich mal laut sagen was in diesem Berufsfeld wirklich schief läuft (geht bisher nicht, wegen Beamtenstatus)
Dann können sie auch mal streiken (geht bisher nicht wegen Beamtenstatus)

[ed.]

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Harald Meierhofer  

Harald Meierhofer

Registriert seit: 12.09.2011

Kommentare: 2115

09. Juli 2012 - 14:24 Uhr

Herr Müller, so einfach ist das nicht. Bildung ist ein Gut von besonderer Wichtigkeit, dass nicht dem Belieben von Interessensgruppen unterworfen sein darf. Wenn 60% der Bevölkerung kinderlos sind, heisst das noch lange nicht, dass diese 60% entscheiden können, die Bildungsausgaben zu reduzieren, nur damit sie selbst mehr im Säckel haben können.
Es ist eher so, dass das Land dafür zu sorgen hat, dass es für die Wahrnehmung seiner Aufgaben ausreichend Einkünfte generiert, ungeachtet des Wutgeheuls von Egoisten, für die nur der eigene Geldbeutel wichtig ist und nicht das Gemeinwesen.

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Frank Reiger

Registriert seit: 03.07.2012

Kommentare: 766

09. Juli 2012 - 14:26 Uhr

Herr Ulabi, die "Neger" haben wahrscheinlich Angst, dass es ihnen ergeht wie diesem Schwarzen:
http://www.youtube.com/watch?v=-Vmz7Jz_nzY

Um aufs Thema zurückzukommen: man könnte doch die abnehmende Schülerzahl dafür nutzen, die Klassenstärken zu reduzieren. Vielleicht steigt dann das Niveau in diesem Lande ganz generell wieder an.

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Regina Quitsch

Registriert seit: 31.01.2011

Kommentare: 5

09. Juli 2012 - 14:30 Uhr

Wieder sparen auf Kosten unserer Kinder, na dann Bildung gute Nacht!

Die Klassen noch voller, die Lehrer noch mehr am Limit....Eltern wehrt Euch gegen so einen Blödsinn!!!

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Ammar Ulabi™  

Ammar Ulabi™

Registriert seit: 08.05.2009

Kommentare: 3969

09. Juli 2012 - 14:34 Uhr

Frau Quitsch, Sie sagen es !

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Michael Müller

Registriert seit: 12.01.2012

Kommentare: 103

09. Juli 2012 - 14:36 Uhr

Auf jeden Fall sollte die Politik mal Klartext reden. Ist nun ein Lehrermangel oder nicht? Soll man auf Lehramt studieren oder ist das eine Arbeitslosigkeitsgarantie.

Meine Frau findet nun im 3. Jahr in Folge keine Anstellung, daher wandert Sie aus und ich werde Ihr wohl folgen.

[ed.]

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Martin Stadler

Registriert seit: 11.03.2010

Kommentare: 462

09. Juli 2012 - 14:37 Uhr

Das klingt ein wenig nach Milchmädchenrechnungshof. In Großstädten und an großen Schulen mag sich ein Rückgang bei den Schülerzahlen noch verhältnismäßig leicht in weniger Klassen und weniger Wochenstunden umorganisieren lassen - in der Fläche klappt das kaum. Und ob sich die hehren Ziele in Bezug auf Lernerfolg, Chancengleichheit und Integration mit Großklassen umsetzen lassen, steht auf einem andern Blatt.

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Moritz Rau

Registriert seit: 26.07.2011

Kommentare: 294

09. Juli 2012 - 15:11 Uhr

Solange in der Bevölkerung noch die Meinung vorherrscht, alle Lehrer seien faul und unfähig (siehe einige Kommentatoren) brauchen wir uns nicht zu wundern, dass die Politik dieses Stammtischgeschwätz gerne auf die Tagesordnung setzt. Klar, Schwarze Schafe gibt es immer. Und dann immer feste druf auf die ganze Zunft.
Ich habe schon Erfahrungen mit Handwerkern gemacht.......

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Tina Spitz

Registriert seit: 25.07.2011

Kommentare: 701

09. Juli 2012 - 15:19 Uhr

Der Rechnungshof sollte bei Gelegenheit vielleicht auch mal nach Einsparmöglichkeiten beim politischen Personal (überflüssige Minister und Ministerinnen, überflüssige Abgeordnete und überbezahlte (und überflüssige) Ministerial- und RP-Beamte) suchen. Ich vemute mal ganz stark, dass da noch "Einiges an (lediglich heißer) Luft" drin steckt.

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Bernd Oppl

Registriert seit: 10.05.2011

Kommentare: 70

09. Juli 2012 - 15:40 Uhr

Bildung ist Staatsaufgabe, weil durch Bildung die Bürger erst ihren staatsbildenden Aufgaben nachkommen können und daraus wieder Staat entsteht. Deshalb werden für die Bildung auch Beamte (Staatsdiener) eingesetzt. Alle, die diesen Status kippen wollen haben keine Ahnung vom Lehrer UND Beamter sein, sondern führen ihre persönliche Neiddebatte. Dabei steht es jedem frei diesen Beruf zu wählen (mit allen Konsequenzen). Nur weil Einige wenige ihr persönliches Schultrauma nicht verkraftet haben, heißt dies nicht, dass es andere auch so empfinden.

Lehrer sein heißt auch eine nicht affirmative Bildungspolitik zu vertreten und, gegen den (heute) allgemeinen Trend, eine humane und unabhängige Bildung zum wohl des Kindes zu gestalten. Dazu brauchen sie ein gewisse Unabhängigkeit, Sicherheit, Freiheit und selbst eine gute Ausbildung an Pädagogischen Hochschulen. Der Landerechnungshof hat die PHs in BW schon länger auf dem Kicker (vgl. Drucksache 15/127 vom 7.7.11). Der Trend geht dazu, ein Lehrerstudium an der Uni anzubieten, damit wären die Abschlüsse flexibler und die Kosten wären günstiger. Bundesländer, die dies schon länger machen, nehme BW Lehrer aber mit Kusshand, weil diese besser an den PHs ausgebildet werden und mit mehr Erfahrung (durch Praktika) und Pädagogischen Kenntnissen aufwarten können. Warum BW sich hier abschaffen will? Eine Frage, die sicher private Bildungsanbieter beantworten können (vgl. http://www.fluter.de/de/112/heft/10587/).

Was bedeutet es, wenn Lehrer als Angestellte im Arbeitsverhältnis sind? Sie werden agieren wie alle "Waren" auf einem freien Markt - die schlechten fallen raus und werden ersetzt. Durch wen? Das Angebot an guten Lehrern wird sich nicht zwangsläufig erhöhen (was am Gehalt und an der Aufgabe liegen wird), also entsteht ein Mangel, der wiederrum die Preise für die "Ware" nach oben treibt. Letztendlich wird dann ein Lehrer teurer sein als jetzt, denn wer wirklich gut ist, wird mit dem Gehalt eines Lehrer (und den Anforderungen) sich lieber einen gut bezahlten Job in der Industrie suchen (mit Firmenauto, Handy, Laptop - Dinge, von denen ein Lehrer nur träumen kann). Was dann übrig bleibt, werden entweder unfähige, aber affirmative Lehrer sein, oder Junglehrer, die günstig in den Beruf einsteigen und nach ein paar Jahren ausgepowered sind.
Meine persönliche Angst sind Bildungsverhältnisse wie in den USA, bei denen Eltern die guten Leistungen ihrer Schützlinge mit dem Schulgeld bezahlen, damit ist niemandem geholfen, vor allem nicht unseren Kindern (und indirekt auch uns, die wir alle Rente haben wollen).

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Michael Riedle

Registriert seit: 17.07.2011

Kommentare: 573

09. Juli 2012 - 16:05 Uhr

@Christoph Bohnet "Alle jammern über zu viele Ausfallstunden und Überalterung der Lehrer."

wer am lautesten jammert, dem geht es meist am besten.....

Kann die "künstliche" Aufregung nicht nachvollziehen, man könnte mal wieder meinen Deutschland stehe vor dem Abgrund. Bei weniger Schülern ist es eine einfach Milchmädchenrechnung, dass in der Zukunft auch weniger Lehrer benötig werden. Aber wahrscheinlich war das auch viel zu einfach gedacht…..

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Marc A. Willmann

Registriert seit: 04.07.2012

Kommentare: 262

09. Juli 2012 - 16:28 Uhr

@ Oppl

[ed.]

Ihrer Logik zufolge, müsste dann jeder Beruf und jede Position, die auch nur im entferntesten etwas zur Bildung einer Gesellschaft beiträgt, in den Beamtenstatus erhoben werden. Ebenso wie jeder andere wichtige Beruf.

Wieso sind dann Ärzte keine Beamten, wieso keine Erzieherinnen, wieso keine Altenpfleger?
Nur weil Sie mutmaßlich selbst Lehrer sind und Ihre unergründlichen Pfründe davonschwimmen sehen, brauchen Sie sich der Realität nicht verweigern. Abwegig ist überdies Ihre angesprochene Neiddebatte. Ich verdiene das 3fache eines "normalen" Lehrers. Ich habe also aus finanzieller Sicht kein Problem damit.
Das Problem ist die mit dem Beamtenstatus mitgelieferte "mir-doch-alles-egal-Mentalität"

Wieso sind in anderen Ländern, vornehmlich in Skandinavien, Lehrer keine Beamten (mehr)
Soweit ich weiß, sind eben diese Ländern weit vor uns was Bildung angeht...oder irre mich da?

Und wieso? Weil Lehrer gezwungen sind, etwas zu tun und nicht nur Anwesenheit zu demonstrieren, wie es leider zu häufig in Deutschland der Fall ist.

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Frank Reiger

Registriert seit: 03.07.2012

Kommentare: 766

09. Juli 2012 - 16:32 Uhr

Nicht zu einfach Herr Riedle, zu kurz. Ihre Rechnung würde aufgehen, wenn es genügend Lehrer gäbe. Das Gegenteil ist der Fall: Unterrichtsausfall, zu grosse Klassen sind die Realität. Weniger Schüler pro Lehrer würde helfen, die Situation zu verbessern

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Harald Meierhofer  

Harald Meierhofer

Registriert seit: 12.09.2011

Kommentare: 2115

09. Juli 2012 - 17:00 Uhr

Herr Willmann, wollen Sie wirklich Lehrer, die abhängig sind? Abhängig vom Votum der Eltern und der Wirtschaft?
Wissen Sie, wo der ganze humanistische Kram bliebe, auf den heute (zu recht) so grosse Stücke gehalten wird, wenn die Lehrer abhängig wären? Wer braucht denn heute tatsächlich noch Goethe? Wer muss etwas von Rousseau wissen, von Kant oder Marx? Muss heute noch jemand Werke von Ernst, da Vinci oder Magritte kennen? Nein. Das sind Themen, die ja "nur" zur Allgemeinbildung gehören.
Eltern beurteilen doch heute das in der Schule vermittele Wissen doch nur noch danach, ob es erstens prüfungsrelevant und zweitens, ob es einer raschen Karriere förderlich ist. Alles andere ist doch nur noch überflüssiger Ballast. Und die Wirtschaft denkt ähnlich. Die will keine gebildeten Nachwuchskräfte. Die wollen allglatte Ja-Sager, die sich auf nur ein einziges Thema fokussieren. Zuviel Bildung schadet da, wo reines Fachwissen gefragt ist.

Nein, ich will nicht, dass Eltern und Wirtschaft über den Lehrplan und die Lehrkräfte entscheiden. Wenn ich will, dass meine Kinder verblöden, schicke ich sie in den USA auf eine Schule. Solche Verhältnisse will ich hier nicht!

Das System angestellter Lehrer funktioniert genau dann, wenn der Staat umfassende Bildungsvorgaben macht, und wenn die Eltern kein Mitspracherecht haben.

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Michael Riedle

Registriert seit: 17.07.2011

Kommentare: 573

09. Juli 2012 - 17:08 Uhr

@Frank Reiger

wo liegt nun das Problem, zu wenige Lehrer oder zu viele Ausälle. Ich denke man sollte eher die zweite Problematik angehen, als immer gleich nach Neueinstellungen zu rufen.

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Harald Meierhofer  

Harald Meierhofer

Registriert seit: 12.09.2011

Kommentare: 2115

09. Juli 2012 - 17:15 Uhr

Herr Riedle, jeder Unternehmer hat soviel Personal, dass der übliche Krankenstand ohne Einschränkung der Geschäftstätigkeit verkraftet werden kann.

Gleiches gilt für Schulen nicht. Bei der Berechnung der Planstellen wird ein möglicher Krankenstand nicht eingeplant. Deshalb führt beinahe jede Krankheit des Lehrpersonals zu Unterrichtsausfall.

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Sorin Prion

Registriert seit: 09.07.2012

Kommentare: 7

09. Juli 2012 - 17:16 Uhr

@ H. Willmann:

Dass Sie 3mal so viel verdienen wie ein Lehrer ist eine tolle Sache. Danke für die Info. Vielleicht noch die Adresse?
Holen Sie sich doch noch einen 3. akademischen Grad (habe gehört das Doktorarbeiten heute relativ einfach sind ;)), machen sie ein bissel Pädagogik, und stehen Sie mal vor einer Klasse. Ich bin auf Erfahrungsberichte gespannt :)

Die Erfolge anderer Länder in den angesprochenen PISA-Studien kommen doch nicht alle dadurch, dass die Lehrer dort keine Beamten sind. So eine Argumentation entgeht jeder Grundlage. Dort spielen weitaus mehr Faktoren ein. Und nein, in Skandinavien ist auch nicht alles toll in den Schulen. Und nein, in Deutschland ist nicht alles schlecht. V.a. nicht die Lehrer. Solche allgemeine Aussagen bringen doch die Diskussion nicht weiter...

Als Gegenbeispiel zu den faulen Lehrern kann man die besonders engagierten hinstellen, damit hat sich dieses hinkende Beispiel bereits geklärt. Und ich würde gerne mal Studien sehen zur Faulheit bzw. Engagement der Lehrer, vielleicht wird man daraus schlauer!

Woran wollen Sie denn einen faulen Lehrer messen? Er stellt ja keine Produktivität wie ein Industriearbeiter her.

"Wer dieses System verteidigt, hat die Leistungsgesellschaft nicht verstanden" : vielleicht will man einfach keine Leistungsgesellschaft? Das ist wohl auch kaum das Ziel einer Schule, leistungsgerechte künftige Arbeiter auf den Markt zu schicken...

Meiner Meinung nach (ich bin sleber kein Beamter, und kein Lehrer ;)) gibt es diese "mir-doch-alles-egal"-Mentalität nicht, und wäre bestimmt nicht auf den Beamtenstatus zurückzuführen.
Ich stell es mir schwieriger für einen Lehrer vor einer Klasse zu stehen, wenn er sich nicht vorbereitet hat, nichts weiß, keinen Plan hat, usw. als die Unterrichtsstunden eines fließigen Lehrers. Ich denke man kann davon ausgehen dass die meisten sich doch ein bisschen Mühe geben, ein Minimum vielleicht.

Die Lehrer haben Sie ja nicht verdorben, Sie haben es ja doch noch geschafft. So schlecht kann es also nicht gewesen sein, oder? :/

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Marc A. Willmann

Registriert seit: 04.07.2012

Kommentare: 262

09. Juli 2012 - 17:36 Uhr

@ Meierhofer

Herr Meierhofer, Sie leben einer Traumwelt. Leistung muss belohnt werden und Inkompetenz/Verantwortungslosigkeit bestraft.

Um Ihre Frage zu beantworten, Ja, ich will Lehrer, die sich dem allgemeinen Wettbewerb stellen. Ich will Lehrer, die jeden Tag auf´s neue ihre hohe fachliche Kompetenz unter Beweis stellen.
Ich will Lehrer, die sich um ihre Schüler sorgen und auch nach Unterrichtsende um 16Uhr ihren Beruf ernst nehmen.

@ Prion

Herr Prion, meine Adresse brauchen weder Sie noch alle anderen hier aber danke für das Interesse daran :-)
Ja und ich bin stolz darauf, dass ich einige tausend Euro mehr verdiene als Lehrer und wieso bin ich stolz darauf?
Weil ich jeden Tag dafür 12 Stunden arbeite, mir kaum Urlaub gönne und jeden Tag Leistung bringe...so einfach ist das.

Die Ausrede, dass es Lehrer vor den ach so bösen Klassen so schwer haben lasse ich nicht gelten. Meinen Sie, dass rechtfertigt den armen Seelen ihren Beamtenstatus? Ich spreche teilweise vor mehr als 200 Menschen, dass ist keine Kunst.
Überdies lernen Lehrer das freie dozieren vor Klassen während des Studiums.

Na erzählen Sie mir doch mal, was denn alles an Skandinavien, besonders dem Bildungssystem schlecht ist? Ich bin ehrlich gespannt.
Vertrauen Sie der PISA Studie nicht?

Des Weiteren, wie ich auch schon Herrn Meierhofer schrieb, wir leben in einer Leistungsgesellschaft, ob Sie das nun wollen oder nicht.
Und ich verlange von den Lehrer auch nur das, was man von den Schülern auch verlangt - jeden Tag seine Leistung zu bringen, ohne sich dabei auf den Lorbeeren eines unantastbaren Statuses ausruhen zu können.

Es gibt die "mir-doch-egal-Mentalität" an unseren Schulen - fragen Sie mal Lehrer in einer ruhigen Minute (das habe ich mehrfach getan). Sie bekommen ZU häufig die Antwort: "Ich bin als Idealist eingestiegen aber mittlerweile ist mir alles egal". Jeder Arbeitnehmer mit dieser Einstellung hätte ein Problem.
Der Beamte nicht...das ist der Fehler im System.

Ich freue mich über jeden engagierten und erfolgreichen Lehrer - als Angestellten, nicht als Beamten. Was ist daran so schlimm?

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Dagmar Schröter  

Dagmar Schröter

Registriert seit: 24.07.2010

Kommentare: 13

09. Juli 2012 - 17:45 Uhr

Deutschland braucht offenbar keine Kinder mehr!

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Sorin Prion

Registriert seit: 09.07.2012

Kommentare: 7

09. Juli 2012 - 18:01 Uhr

@ Willmann:

was ich persönlich daran schlecht (nicht schlimm) finde, ist dass es weder den Lehrern, noch den Schulen, noch den Schülern, noch dem Bildungssystem insgesamt dadurch besser gehen wird.
Das sind solche Maßnahmen, die nur den Druck erhöhen, auf allen Seiten. Man sollte eher dort ansetzen, wo man Druck nehmen könnte, statt durch Angestalten-Status weiter Druck aufzubauen.

Von bösen Klassen mal abgesehen, es gibt m.M.n. einfach zu viele Faktoren die auf einen Lehrer und sein Wirken eingreifen, sodass er nicht immer seine Erfolge, sein Scheitern, seine Kompetenz, seinen Willen, usw. bewusst beeinflussen kann. Wie will man die Leistung eines Lehrer in Problemvierteln messen? Da, wo überdurchnittlich mehrere Lehrer "scheitern" würden, gäbe es an der Schule nach einem Sommer einen kompletten Personalwechsel, bis auf die Putzfrau vielleicht... :S

Dass Lehrer dazukommen zu sagen, ihnen ist nun "alles egal" liegt tatsächlich an einem Fehler. Und den Lehrern den Beatmstatus zu nehmen wird dies nicht korrigieren. Es sind viel größere Defizite im Bildungsbereich zu korrigieren, die Lehrern mehr Motivation, Kraft und Power geben würden.
Wenn die Lehrer daraufhin nichts machen, dann müsste man tatsächlich über evtl. "Sanktionen" reden, das ist klar.

Aber die Mentalität Leistung zu bringen, sollte nicht von dem Druck des Arbeitgebers kommen. Das ist der falsche Ansatz. In der Schule sollte dann bereits die Mentalität eingeprägt werden, dass man Leistung bringen soll, und dass dies sich zurückzahlt z.B.
Gleicher Ansatz: statt schlechte Lehrer mit einem Angstellten-Status zu sanktionnieren, sollte man lieber über Belohnungen reden. Nicht immer bestrafen, es geht auch in die andere Richtung :)

Leistungsgesellschaft hin oder her. Ich hatte auch viele schlechte Lehrer, und doch habe ich meine Leistung (unabhängig von deren Leistungen) gebracht, so wie Sie und viele andere auch. Am Ende ist man für sich selbst verantwortlich. Dass Lehrer als Angestellte mehr Leistung bringen bezweifle ich sehr.
Zu hoher Druck steigert deren Kompetenz nicht, sondern schraubt sie eher zrück, es wirkt sich negativ aus. Seit Jahren steigt der Druck auf die Lehrer (Erziehungsaufgaben, zusätzliche Zuständigkeitsbereiche, usw.), und die Konsequenzen werden immer gravierender.

Das Dozieren wird nicht einfacher, die Klassenzusammensetzung, Stundenpläne, Bildungspläne, Schulbücher, usw. werden dadurch auch nicht geändert. Und dort liegen doch die eigentlichen Probleme, die Wurzel an der gehackt werden muss.

Ich vertraue PISA auf einer Ebene, ja, aber globale Schlüsse daraus zu ziehen finde ich falsch. Auch hier sind die zahlreichen Einflüsse auf das Zustandekommen der Ergebnisse nicht berücksichtigt. Wenn skandinavische Schüler besser rechnen können, muss dies nicht direkt an den Lehrern liegen, könnte aber z.B. damit zu tun haben dass sie statt 5 Stunden Mathe, 20 haben. Dieses plakative Beispiel würde z.B. in den (schriftlichen) Ergebnisse von PISA nicht ermittelt, soweit ich weiß.
Ob die Erfolge dort daran liegen dass die Lehrer Angestellt sind, ist darin nicht festgelegt.

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Bernd Oppl

Registriert seit: 10.05.2011

Kommentare: 70

09. Juli 2012 - 18:02 Uhr

Das 3-fache? Durch ehrliche Arbeit, oder wie? Das klingt eigentlich danach, als ob die Lehrer die Sie früher hatten eine gute Arbeit geleistet haben und Sie zur Ausbildungsfähigkeit erbracht haben! Glückwunsch.
Worauf stützen Sie denn ihre Erfahrungen bei der Behauptung der "mir-doch-egal-Mentalität". Auf die Springer Presse? Oder wirklich nur weil Ihnen ein oder zwei Lehrer erzählt haben, sie hätten die Ideale über Bord geworfen. Welche Ideale haben Sie nicht beschrieben. Es werden wohl die Ideale sein, die Bildungsungleichgewichte abzubauen und Kinder unabhängig ihrer Herkunft eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Es werden die Ideale sein, auch Leistungsschwache in die Gesellschaft zu integrieren. Sie, Herr Willmann, haben vom Unterrichten und von Schule keine Ahnung.
Zu Schweden: der Etat für die Bildung ist dort um das Doppelte so hoch wie in D. Es gibt pro Schule: Psychologen, Pädagogen, Ärzte etc. und die Klassen sind kleiner.
Zum Stichwort Pfründe: wenn Sie weiterhin Geld verdienen wollen, werden sie dies auch verteidigen (z.B. wie die Tage eindrucksvoll durch die Lobby der Adressvermarkter unter Beweis gestellt). Soviel zum agieren am Markt.
Das Interesse mündige Bürger zu haben, ist gerade durch das Aufbegehren bei solchen Entscheidungen am besten zu sehen!
Zum Rest: wenn Sie es nicht verstehen muss nicht es nicht unbedingt Schwachsinn sein. Ein Mensch kann nur Arzt werden, wenn er durch Bildung einen Status x erreicht hat, der ihm das Studium erlaubt. Ohne Status x (Bildungsabschluss) keine beruflich qualifizierten Menschen.

P.S. „Leistung muss belohnt werden und Inkompetenz/Verantwortungslosigkeit bestraft.“ Die Welt in Schwarz und Weiß aufteilen ist keine Lösung.

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Marc A. Willmann

Registriert seit: 04.07.2012

Kommentare: 262

09. Juli 2012 - 18:07 Uhr

Herr Prion, ich streite ja in keinster Weise ab, dass unser Bildungssystem an zu vielen Stellen krankt. Natürlich gibt es sehr viele Faktoren, die in eine Thematik hineinspielen.
Ich streite auch nicht ab, dass man auch eine Eigenverantwortung hat.

Sie missverstehen mich aber. Es geht mir nicht darum, die Lehrer einem unmenschlichen Druck auszusetzen. Ich plädiere ja nicht für Pädagogiksklaven.
Ich möchte nur, dass auch Lehrer sich einem Wettbewerb stellen müssen.
Gute Lehrer haben in einem solchen Wettbewerb auch keinen höheren Druck - sie sind ja bereits gut und müssen ihren Standard nur halten.
Es geht aber nicht an, dass sich Lehrer im Verlauf ihres Berufslebens darauf besinnen, dass sie ja unkündbar und berufsrechtlich (fast) unantastbar sind...das verleitet jeden Menschen (Sie wie auch mich) dazu, seine Leistungsbereitschaft herunter zu schrauben.

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Bernd Oppl

Registriert seit: 10.05.2011

Kommentare: 70

09. Juli 2012 - 18:12 Uhr

PS. zur Diskussion:
ja, mit dem Bildungbereich habe ich zu tun. Und ich musste erst vor ein paar Tagen erleben, was unter Druck passiert: ein Mentor einer Studentengruppe für das Fachpraktikum hat Selbstmord begangen; der Druck war zu groß. Als beamteter Lehrer kann man leider nicht einfach mal den Job wechseln, da sieht dann Druckabbau auch mal so aus....

@ Willmann:
"Ich möchte nur, dass auch Lehrer sich einem Wettbewerb stellen müssen."
Bieten Sie doch bitte mal Beispiele an, wie dies den aussehen könnte. Gerade das Thema Leistungmessung bedarf guter Argumente.

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Marc A. Willmann

Registriert seit: 04.07.2012

Kommentare: 262

09. Juli 2012 - 18:14 Uhr

@ Oppl

Herr Oppl, ich nehme jetzt einfach mal an, dass Sie Lehrer sind. Das ist ein ehrbare und von mir in jeder Art und Weise geachteter Beruf.

Ich habe Herrn Prion eben geschrieben, wieso es falsch und kontraproduktiv ist, Lehrern (und viele anderen Berufen) den Beamtenstatus zuzuerkennen.

P.S. Herr Oppl, dass mit dem Dozenten ist tragisch aber ich habe doch starke Zweifel daran, dass dieses Beispiel zu dieser Diskussion taugt.
Ohne jetzt zynisch klingen zu wollen aber bei allem Respekt, der gute Mann hätte sich locker 4 Monate krankschreiben lassen können, ohne dass der Arbeitgeber auch nur den Hauch einer Konsequenz hätte ziehen können.

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Ella Mattes

Registriert seit: 03.09.2011

Kommentare: 31

09. Juli 2012 - 18:21 Uhr

[ed.]
Was kann die Gesellschaft tun, damit mehr Lehrkräfte unterrichten?
Ich denke dabei z. B. an engagierte Eltern, die sich in Bündnissen zusammentun und Druck auf die Politik machen -

niedriger Klassenteiler usw.

Das ginge schon! ;) Ist halt Arbeit.

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Marc A. Willmann

Registriert seit: 04.07.2012

Kommentare: 262

09. Juli 2012 - 18:24 Uhr

@ Oppl

Herr Oppl, da Sie nach Beispielen fragen. Wie wäre es mit einer (Schul)jählichen Evaluation der Lehrer.
Nehmen wir mal an, dass 5 Jahre hintereinander die Leistungen der Schüler, statistisch gesehen, unter dem allgemeinen Durchschnitt bleiben, dann kann es ja kaum an den Schülern liegen.
Wie wäre es überdies mit Befragungen der Schüler und Eltern.
Richtige Fragen von ausgebildeten Personen gestellt, entlarven schnell, ob Schüler die Lehrer "in die Pfanne hauen wollen".

Es gibt noch weitere Möglichkeiten aber Sie haben bestimmt auch selbst viel Phantasie :-)

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Michael Riedle

Registriert seit: 17.07.2011

Kommentare: 573

09. Juli 2012 - 18:26 Uhr

@Harald Meierhofer "Herr Riedle, jeder Unternehmer hat soviel Personal, dass der übliche Krankenstand ohne Einschränkung der Geschäftstätigkeit verkraftet werden kann."

kleine Nachhilfe....Ihnen ist aber schon klar dass der Krankenstand bei Lehrern fast 4 mal höher ist als im Landesdurchschnitt und Lehrer im Schnitt mit gut 60 Jahren in Rente gehen. Hoffe mal wenn sie Arbeitnehmer beschäftigen, dieses nicht auf dem Lehrerschnitt liegen....

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Sorin Prion

Registriert seit: 09.07.2012

Kommentare: 7

09. Juli 2012 - 18:27 Uhr

Die Lehrertätigkeit unterliegt den gleichen Druck wie auch andere Berufsfelder. Nicht jeder Lehrer findet eine Arbeitsstelle, dafür muss man sich auszeichnen.
Bereits in den Uni-Bibliotheken findet der Wettbewerb statt , wo die Studis paucken wie die Verrückten (übrigens auch 12 Stunden am Tag vor dem Staatsexamen wie ich sehe und höre) damit sie eine gute Ausgangslage für den (düsteren) Arbeitsmarkt haben. Auch hier zählen verschiedene Attribute, sowie einfach auch die Fächerwahl ins Zentrum rückt.

Der Wettbewerb hört ja für den Lehrer nicht nach dem Referendariat auf. Man muss sich immer wieder zum neuen beweisen (siehe Unterrichtsbesuche, Elternfeedback, Schulleiter, usw.).

Ich bin aber der Meinung, dass beim Lehrerberuf mehr Faktoren mitspielen, als bei vielen anderen Berufen, die es dem Lehrer oft unmöglich machen, seine Stunde so durchzuführen (oder annähernd) wie sie auf dem Papier steht. Demnach kann man Lehrern nicht den normalen Wettbewerb aussetzen. Dies hätte z.B. zur Folge das Schülerfragen und -bedürfnisse nicht respektiert werden könnten (noch weniger als heute) weil der Lehrer schauen muss dass er seinen Unterricht zu Ende bringt, sonst bekommt er schlechte Bewertungen, dann fliegt er.
Das Lehrer-Schülerverhältnis würde als erstes darunter leiten.

Daher, wenn so ein Wettbewerb stattfinden sollte, dann weiß ich nicht unter welcher Form...

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Bernd Oppl

Registriert seit: 10.05.2011

Kommentare: 70

09. Juli 2012 - 18:32 Uhr

@ Frau Mattes: Danke!
Niedrigerer Klassenteiler ist sehr gut.
- Teamteaching würde mehr Kontrolle unter den Lehrkräften bringen.
- Gebundene Ganztagsschule in Zusammenarbeit mit Vereinen und Eltern würde mehr Betreuung und erzieherische Maßnahmen beinhalten.
- Gezielte Umsetzung neuer/alter Unterrichtsmethoden (Montessori, Jena Plan, etc.)
- Mehr handlungsbezogener Unterricht (wie z.B. Technik, Hauswirtschaft, Schülerfirmen, etc.) würde mehr Alltagsverständnis bringen.
All dies bedingt aber mehr Lehrkräfte für den öffentlichen Bildungssektor – also keine Kürzungen im Bildungsbereich.

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Ella Mattes

Registriert seit: 03.09.2011

Kommentare: 31

09. Juli 2012 - 18:33 Uhr

Sehen Sie? Herr Willmann möchte gar nichts am Lehrermangel ändern.
Er möchte evaluieren.

Zur Info: Lehrer - ob Gymnasiallehrer oder an anderen Schulformen - evaluieren auf mehreren Ebenen.
Sie evaluieren mit ihren Klassen (Evaluationsbögen zum Unterricht gibt es über pädagogische Seiten zur Ansicht).
Sie evaluieren mit ihrem Kollegium durch gegenseitiges Hospitieren, sie werden durch das Regierungspräsidium und entsprechende Fachleiter und die Schulleitungen evaluiert und beurteilt.

Bis ein Studienrat tätig wird, durchläuft er: Unistudium, 2 Jahre Referendariat mit Beurteilung durch das RP, Probezeit mit Beurteilung durch die Schulleitung. In Baden-Württemberg ist die Stellensituation so angespannt, dass seit Jahren nur Lehrer mit 2,0 oder besser eingestellt werden.

Eltern evaluieren selbstverständlich nicht: Oder sitzen sie etwa im Klassenzimmer und schauen zu?

Für Evaluation und Bewertung der Lehrkräfte, die glücklicherweise keine Dienstleister sind, gibt es genügend Fachpersonal, genügend Kontrolle.

Mit Fachwissen.

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Sorin Prion

Registriert seit: 09.07.2012

Kommentare: 7

09. Juli 2012 - 18:33 Uhr

Solche Evaluationen, in der Richtung, gibt es bereits und haben sich nach meinem Wissen als relativ aussageschwach entlarvt.
Auch hier: wenn die Leistung der Schüler nicht steigt, 5 Jahre hintereinander, kann das tatsächlich nicht (nur) an den Schülern liegen. Sind dann alle Lehrer dafür schuld?
Vielleicht sind die Investitionen in Bildung nicht hoch genug, vielleicht mangelt es an der Schule an optimalen Chancen für die Kinder sich weiter zu entwickeln, vielleicht .... ?

Die Lehrer zu evaluieren würde demnach einen kleinen Indiz, aber keine wirkliche Information über Erfolge ihrer Tätigkeit geben. Leistungen eines Lehrers sind halt einfach auf zu viele Einflussvariablen zurückzuführen, die es unmöglichen machen, eine richtige Evaluation durchzuführen m.M.n.

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Alois M. Jung  

Alois M. Jung

Registriert seit: 25.04.2012

Kommentare: 247

09. Juli 2012 - 18:33 Uhr

@ Herr Willmann:
Habe ich das gerade richtig verstanden:
Gute Noten = gute Lehrer????

Okay liebe Lehrer/innen: ab sofort nur noch Einsen und Zweien verteilen und ihr werdet euch dumm und doof verdienen nach der Willmannschen Evaluation!

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Marc A. Willmann

Registriert seit: 04.07.2012

Kommentare: 262

09. Juli 2012 - 18:37 Uhr

@ Prion

Herr Prion, Ihre Kritik in allen Ehren aber wieso funktioniert das System dann in anderen Ländern?

Ich sage ja, dass man die Probleme im Bildungsbereich nicht alleine durch das Abschaffen des Beamtenstatus für Lehrer beheben kann...aber es wäre in meinen Augen ein erster Schritt in eine richtige Richtung.

Dann muss man natürlich über weitergehende Reformen nachdenken wie z.B. kleinere Klassen, bessere Betreuung durch Ärzte, Psychologen, bessere technische Ausstattung von Schulen etc.

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Ella Mattes

Registriert seit: 03.09.2011

Kommentare: 31

09. Juli 2012 - 18:38 Uhr

@Herr Willmann: ist gut, sie haben Recht - siehe ihre erste Mail, da liest man ganz deutlich ihr kitisches Reflektieren zum Thema heraus, Polemik? Nein.

Was braucht man, um mehr Lehrer in die Schulen zu bekommen?
- Engagierte Eltern mit Vertrauen in die Lehrer, die von der Uni kommen und ziemlich heiß aufs Vermitteln ihres Stoffes sind
- Engagierte Eltern, die Druck machen auf die Politik
- differenzierte Urteiler, die erst mal in die Gymnasien 2012 hineinschauen, die nach dem neuen Bildungsplan 2004 arbeiten, und schauen, wie gut Vieles läuft
- und wie viel besser Vieles laufen könnte, hätte man mehr Mittel,
mehr Personal

Vieles, Leute, läuft sehr gut, der Bildungsplan in BW ist anspruchsvoll und gut, der Unterricht macht Spaß, es gibt viele sehr begabte Gymnasiasten, es gibt Spaß und Tempo in der Schule, es gibt Engagement und Wissbegierde.

Und wie schön wäre es, wenn viel mehr Lehrer da mitmachen könnten...

anstatt dass 1 vor 31 Schülern steht, bei 30 Grad Hitze im Sommer, darunter 1/3 mit individuellen Problemen,
1 Lehrer für... 15...? In toll ausgestatteten Räumen....

das wär's.

Eltern, engagiert euch!

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Ella Mattes

Registriert seit: 03.09.2011

Kommentare: 31

09. Juli 2012 - 18:41 Uhr

Was Herr Willmann schreibt, wird so langsam immer unangenehmer.

Gehen Sie doch mal zur Hospitation in ein Gymnasium ihrer Wahl, schauen Sie sich um! Engagieren Sie sich!

Schauen Sie! Staunen Sie!

[ed.]

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Sorin Prion

Registriert seit: 09.07.2012

Kommentare: 7

09. Juli 2012 - 18:42 Uhr

Das "System" funktionniert, sofern ich informiert bin, nirgendwo fehlerfrei. Wenn es das gibt, dann ziehe ich sofort da hin!

Das andere Systeme funktionnieren liegt also v.a. daran dass die Lehrer dort keine Beamten sind? Gibt es ja auch in anderen Bundesländern, und keines der deutschen Bundesländern gilt als Erfolgsrezept. Und die deutschen Erfolge beruhen keinesfalls darauf, dass die Lehrer dort Angestellt sind...

für mich sind Beamtenstatus und Erfolg eines bildungssystems einfach total unabhängig von einander.
das kann man natürlich anders sehen :)

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Bernd Oppl

Registriert seit: 10.05.2011

Kommentare: 70

09. Juli 2012 - 18:43 Uhr

Ja, die Ideen sind gut, aber...

"Nehmen wir mal an, dass 5 Jahre hintereinander die Leistungen der Schüler, statistisch gesehen, unter dem allgemeinen Durchschnitt bleiben, dann kann es ja kaum an den Schülern liegen."

Schüler sind Menschen - die sind alle unterschiedlich und haben unterschiedliche Bildunghintergründe aus dem Elternhaus. Und was definiert den 'Durchschnitt'? Welche Peergroup wollen Sie vergleichen? Die ländliche mit der städtischen? Berlin zu BW? Die vor 10 Jahren mit der von heute? Das ist defakto unmöglich.
Auch wie der einzelne Schüler die Lehrinhalte seitens Lehrer versteht, verarbeitet und anwendet ist gänzlich unterschiedlich.
Die Lehrer wäre bei dieser Art von Messung fein raus (traue nie einer Statistik, die man nicht selbst gefälscht hat), die Schüler würden leiden. Das ist das Problem.

"Wie wäre es überdies mit Befragungen der Schüler und Eltern." Eltern, so gerne ich sie habe, haben selten ein objektives Bild. Das fängt schon bei erzieherischen Maßnahmen innerhalb der Familie an. 'Was ich bei Muttern nicht darf erlaubt mir Vati.' Und da viele Eltern selbst den Kindern ihr Schultrauma mit auf den Weg geben (sorry, es heißt in der Wissenschaft so) projezieren dieses auch in die Beurteilung des Lehrers mit ein.

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Marc A. Willmann

Registriert seit: 04.07.2012

Kommentare: 262

09. Juli 2012 - 18:45 Uhr

@ Mattes, Oppl etc.

Liebe Herrschaften, Sie verstehen nicht, worum es geht. Besonders Sie, Frau Mattes, scheinen mit Textverständnis erhebliche Probleme zu haben.

Also nochmal liebe Schüler :-)

Es mag ja sein, dass man sich an gewissen Schulen gegenseitig evaluiert (Wie war das noch mit den Augen der Krähen?)
Es mag ja sein, dass man gegenseitig hospitiert etc.

Was sind dann aber die Konsequenzen? Liebe Leute, es geht hier um die Konsequenzen.

Dann bekommt ein Lehrer eben eine 5 oder eine schlechte Bewertung seiner Kollegen aber hat das Auswirkungen? Vielleicht versteckt man im Kollegium mal seine Kaffeetasse oder vielleicht sagt der Rektor "Du Du Du" aber rein berufsrechtlich ergeben sich keine Gefahren für den verbeamteten Lehrer.

Wissen Sie, dass man als Arbeitnehmer nach 2 Abmahnung gefeuert werden kann? Wissen Sie, dass Arbeitnehmer entsprechend darauf achten, ihre Arbeit gut zu machen?

Darum geht es...naja da ich es ja mit gebildeten Mitmenschen zu tun habe, wird dieser Beitrag hoffentlich verstanden.

Ich verabschiede mich jetzt, da es hier nicht um die Sache geht, sondern nur darum, den hart erkämpften Status eines Unantastbaren gegen jeden Widerstand zu verteidigen...ist vielleicht auch nur menschlich

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Ella Mattes

Registriert seit: 03.09.2011

Kommentare: 31

09. Juli 2012 - 18:47 Uhr

31 Schüler in kleinen, schlecht ausgestatteten Räumen, 31 individuelle Kinder, Bildungsplan, handlungsorientierter Unterricht, Leistungsmessung - kriteriengestützt, viel pädagogische Arbeit neben dem Unterricht, Elternarbeit,
20-25 Unterricht, nachmittags ab 15h am Schreibtisch sein, vorbereiten, korrigieren, planen, Konferenzen bestreiten, am Wochenende arbeiten, telefonieren, schlichten, trösten, feiern, reden, zuhören, helfen..

9-10 Stunden Arbeit pro Tag, ab 7.30h morgens.

Ganz normaler Job?

Ja! Mit ganz viel Energie.

Wie schön wäre es, doppelt so viele Lehrer zu haben, in gut ausgestatteten Räumen, in kleineren Klassen.

Der Bildungsplan ist schon gut - handlungs- und kompetenzorientiert, abgespeckt, schülerorientiert.
Es fehlt an der Verbesserung der Rahmenbedingungen.

Ach ja, noch mehr als Schule ist nötig:
Ernährungsberatung, Hausaufgabenhilfe, Lernhilfe, Strukturierungshilfen,
Suchthilfen (PC- und Internetsucht).. und und und.

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Tina Spitz

Registriert seit: 25.07.2011

Kommentare: 701

09. Juli 2012 - 18:51 Uhr

Die Schweiz kennt nach meinem Wissensstand ausschließlich Lehrer im (kündbaren) Angestelltenverhältnis.
Nach Marc A. Willmanns Theorie müsste dort doch alles vieeeeeeeeeeel besser sein?

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Bernd Oppl

Registriert seit: 10.05.2011

Kommentare: 70

09. Juli 2012 - 19:05 Uhr

@ Frau Mattes: und genau darin liegt das Problem der Bildungspolitk. Sie wird zu sehr von solchen Leuten wie Herrn Willmann beeinflusst, die der Meinung sind, mit Geld lässt sich alles machen.

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Egon Mayer

Registriert seit: 30.06.2010

Kommentare: 1485

09. Juli 2012 - 19:32 Uhr

Wunderbar... Auf der einen Seite fordert die Familienministerien, dass mehr Kinder gezeugt werden, macht sich krumm, damit die Eltern - vermeintlich - Karriere und Familie unter einen Hut bekommen. Es sollen mehr Kitas eingerichtet werden, Kindergartenplätze... Aber sobald die Kinder ins schulfähige Alter kommen, werden sie zusammen mit 30 anderen in ein Klassenzimmer gepfercht und mit Wissen vollgestopft, auf dass sie in 8 Jahren ihr Abitur ablegen und der Gesellschaft als Zahler von Steuern und Sozialabgaben die nächsten 40-45 Jahre zur Verfügung stehen.

[Ironie=on]
Bei diesen Zukunftsaussichten möchte man doch am liebsten gleich ein Kind zeugen.
[Ironie=off]

Der nächste Schritt wird dann wohl werden, die Schulen nacheinander zu schliessen. Die paar Schüler können ja in weniger Gebäuden untergebracht werden, um der Sanierungskosten man sich dann Gedanken machen muss.

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Peter Pellin  

Peter Pellin

Registriert seit: 15.04.2011

Kommentare: 229

09. Juli 2012 - 19:33 Uhr

Fakt ist, dass es laut GEW derzeit 120 000 Lehrkräfte in BW gibt, davon sind 10000 nicht im Beamtenstatus. Wie stellte der GEW im Februar 2011 fest "Die Streikbereitschaft steigt".

Der Lehrberuf ist und bleibt einer der schwersten, da leider die Kinder auffallend auffälliger werden und das Interesse der Eltern schwindet und am liebsten den Erziehungsauftrag komplett an die Schule abgeben wollen.

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Peter Pellin  

Peter Pellin

Registriert seit: 15.04.2011

Kommentare: 229

09. Juli 2012 - 19:36 Uhr

Baden-Württemberg müsse aber den Ehrgeiz haben, nicht als letztes Land die schwarze Null zu erreichen.

Dieser Satz im Bericht ist sehr bedenklich. Wir sind ein Geberland und zahlen die Schulden der anderen.

Der Länderfinanzausgleich muss dringend überarbeitet werden.

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Ella Mattes

Registriert seit: 03.09.2011

Kommentare: 31

09. Juli 2012 - 20:03 Uhr

@Moritz Rau: Genau so ist es!

Die Gesellschaft unterstützt die lehrenden Personen nicht in genügendem Maße, einige bis viele lehnen an Schulen Unterrichtende ab und würden sich daher auch nicht für eine Verbesserung räumlicher und anderer Möglichkeiten einsetzen.

Ein Freiburger Soziologieprofessor hat die These aufgestellt, dass der Lernerfolg auch davon abhängt, wie das Kind auf die Schule eingestellt wird:

- "Alles Deppen da, mittags frei" => Kind negativ eingestellt gegenüber Schule

- "Toll, dass du dort lernen darfst, gib dir Mühe" - Kind positiv eingestellt...

so einfach ist die Rechnung.

Ich kenne leider keinen Bereich, der weniger gesellschaftliche Unterstützung bekommt.

Allerdings läuft so Vieles wunderbar und gut, dass man auch darauf den Blick werfen sollte.

Neben der Tatsache, endlich viel mehr Lehrer für unsere Kinder einzustellen -
es gibt so viele, die endlich "ran wollen".

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Ella Mattes

Registriert seit: 03.09.2011

Kommentare: 31

09. Juli 2012 - 20:18 Uhr

"Die Ausrede, dass es Lehrer vor den ach so bösen Klassen so schwer haben lasse ich nicht gelten. Meinen Sie, dass rechtfertigt den armen Seelen ihren Beamtenstatus? Ich spreche teilweise vor mehr als 200 Menschen, dass ist keine Kunst. Überdies lernen Lehrer das freie dozieren vor Klassen während des Studiums. "

8454 Euro netto (das Dreifache), zweifacher akademischer Grad.
Ahnung vom baden-württembergischen Schulsystem durch ständige Hospitation.
Daher weiß er auch, dass Lehrer "dozieren". ;) (dass handlungsorientierter und schülerorientierter Unterricht gemacht wird, hat er vergessen...)

aber er arbeitet ja auch noch, während die Lehrer alle seit 2 auf dem Tennisplatz stehen.

Bitte nicht mehr davon.

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Marc A. Willmann

Registriert seit: 04.07.2012

Kommentare: 262

09. Juli 2012 - 20:52 Uhr

@ Mattes

Ach Frau Mattes, da Sie als Lehrerin (in höchstem Maße ist das wahrscheinlich) ja anscheinend zuviel Zeit haben (wie wäre es, wenn Sie den Unterricht für morgen vorbereiten würden?) sollten Sie noch zur Kenntnis nehmen, dass ich als Unternehmensberater sogar noch mehr verdiene :-)
Mea culpa, mea maxima culpa bezüglich dieses ärgerlichen Rechenfehlers.

Wie wäre es überdies, wenn Sie mal dazu Stellung nehmen würden, was die (so gut wie nicht vorhandenen) arbeitsrechtlichen Konsequenzen angeht, von denen ich sprach?
Nehmen Sie doch mal dazu Stellung, dass ein kompetenter Lehrer (die es ja in der überwiegenden Mehrzahl gibt) auch als Angesteller keine Konsequenzen zu fürchten hätte.

Da Sie sich so vehement an Ihren Status als Beamtin klammern gehe ich davon aus, dass Sie Probleme bekommen würden, wenn Sie plötzlich kündbar wären oder?

@ Spitz

Frau Spitz, auf Ihre Frage, ob denn in der Schweiz alles viel besser sei: Ja, denn die Schweiz liegt in der PISA Studie vor Deutschland. Aus der Schweiz hört man erfrischend wenig negatives was das Bildungssystem angeht. Ja ich weiß, die Schweiz ist kleiner, die Klassen sind kleiner, das Geld ist da etc.

[ed.] Meine Forderung, den Beamtenstatus für Lehrer abzuschaffen ist kein Allheilmittel und soll auch nicht Welt retten - es soll nur einer kleiner aber wichtiger Schritt in die richtige Richtung sein.

Noch ein kleiner Hinweis auf den so überaus schweren, harten, blutdrucksteigernden Job des ach so geächteten Lehrers sei mir gestattet...ich habe damals, während meines Studiums der VWL und Geschichte in einem Pflegeheim gearbeitet um etwas Geld zu verdienen.
Die Damen und Herren dort wären froh, wenn der Beruf eines Altenpflegers nur halbsoviel Anerkennung und Verdienst bekommen würde wie der eines Lehrers.
Ich kenne dort niemanden, der ein Sabbatjahr nehmen könnte.

Vielleicht wäre es besser, wenn sich manche Lehrer etwas weniger Selbstmitleid gönnen würden...

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Sorin Prion

Registriert seit: 09.07.2012

Kommentare: 7

09. Juli 2012 - 21:30 Uhr

Es geht doch nicht um Selbstmitleid, Inszenierungen, oder sowas ähnliches. Setzen Sie sich in die Lage der betroffenen, so wird Ihnen klar worum es hier eigentlich geht.
Dieser heiliger Beamtenstatus ist ein wichtiger Grund für Studis heute sich für diesen Beruf zu entscheiden. Nimmt man dies auch noch weg, so fehlen bald die Lehrer. Wer hat denn Lust und Kraft diesen Job, wie Sie ihn anfordern, in dieser Intensität zu führen?
Entweder es kommt auf ein Wettbewerb auf sehr niedrigen Niveau dann an, oder es gibt keinen Wettbewerb mehr, weil die Lehrer ausgehen. Und dieses Szenario ist sehr denkbar, falls die einzigen wirklich lukrativen Vorteile des Lehrerjobs (gegenüber anderen) verloren gehen würden.

Ja, mag sein dass für manche Personen der Lehrer als faul, schwach, nicht belastbar, usw. erscheinen mag. Aber sie reden die ganze Zeit davon, dass ein Lehrer nun gekündigt werden könnte. Aber zum Beamtenstatus gehören noch weitere Aspekte, neben der "Jobgarantie" (die so ja auch nicht stimmt).

Wenn man einen Vorteil Ihres Berufes wegnehmen würde, wären Sie vielleicht schon auf der Straße mit Plakaten und Trommeln. Deshalb wehren sich die Lehrer ja auch (manche mehr, andere weniger) auf verschiedene Weisen dagegen.

Kurz zur Schweiz: PISA kann man vergessen. Das sind nur Statistiken,die relativ wenig aussagen. Ein bekanntes, populistisches undzu oft verwendetes Mittel um über Bildungspolitik zu reden, leider auf falscher Ebene...

Ihr Hauptargument ist also, dass wenn man den Beamtenstatus wegnimmt, gibt es eine Art "Säuberung" (Achtung, schwieriges Wort!) in der Lehrerschaft, die dazu führen soll,dass die schlechten Lehrer gekündigt werden, wenn sie nicht die nötige Leistung zeigen? Dies würde dann ein wichtiger Schritt zur Besserung der deutschen Bildungslandschaft darstellen?

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Bernd Oppl

Registriert seit: 10.05.2011

Kommentare: 70

09. Juli 2012 - 21:38 Uhr

@ Herr Willmann
Vor Ihnen muss sich keine Lehrkraft rechtfertigen.
PISA ist eine genauso aussagefähige Studie, wie Sie sie sicher in Ihrem VWL Studium/Geschichte auch kennengelernt haben – bis die nächste Studie kam und genau das Gegenteil behauptet hat. Ein Vergleich CH-D-S verbietet sich, weil die Systeme sehr unterschiedliche sind.
Unternehmensberater – sind dies nicht die Menschen, deren moralische Werte sich auf ein Dollarzeichen in den Augen beschränkt und billigend die Entlassung hunderter Menschen damit rechtfertigen, dass sich ein Unternehmen auf seine Kernkompetenzen zurückbesinnt, nur um im gleichen Atemzug die Dividende der Aktionäre erhöhen zu können? Ist es das, was Sie als „[…] - es soll nur einer kleiner aber wichtiger Schritt in die richtige Richtung sein.“ ansehen? Welche Richtung? Welches Ziel soll die Richtung denn haben? Effektive Messung von Lernleistung? Begutachtungsraster von Lehr-/Lerntätigkeit? Es wird eindeutig Zeit, dass Eltern mehr in die pädagogische Arbeit an Schulen einbezogen werden um die Hintergründe besser zu verstehen, dann könne Unternehmensberater wieder ihren Kernkompetenzen nachgehen.

Aus Ihren Aussagen spricht so viel Hass auf Lehrer/Beamte, wie es nur ein in die Ecke getriebenes Tier von sich geben kann.
Machen Sie es wie Dittmann und probieren Sie sich als Lehrer an einer Karlsruher Schule. Ein lustiges Experiment, bei dem man einen Unternehmer vor einer Klasse scheitern sieht.

Und erklären Sie bitte mal ein Sabbatjahr richtig (wenn Sie es können).

PS: Um in Ihrer Fachsprache zu bleiben: beim Wegfall des Beamtenstatus bedingt dies in der Folge ein Prinzipal-Agent-Konflikt - der Rest ist Ihre Hausaufgabe...

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Marc A. Willmann

Registriert seit: 04.07.2012

Kommentare: 262

09. Juli 2012 - 21:45 Uhr

@ Prion

Nein Herr Prion, Sie sehen es zu negativ.

Ich schrieb, dass die überwiegende Mehrheit der Lehrer kompetent und "gut" sind. Diese Lehrer hätten auch als Angestellte nichts zu fürchten.
Die "Säuberung" (in der Tat ein schreckliches Wort) - sagen wir, Effizienssteigerung wird nur einen kleinen Teil betreffen.

Lieber Herr Prion, was Sie sagen kann einem aber Angst machen. Sie führen an, dass die jungen Leute den Beamtenstatus anstreben.
Genau das kritisiere ich doch!
Die jungen Menschen sollen den Beruf des Pädagogen primär aus einer Überzeugung heraus wählen, erst bei den sog. benefits kann dann der sichere Job stehen.

Natürlich ist dieser Status verlockend, keine Frage...aber nur weil etwas verlockend ist, bedeutet es nicht, dass es richtig ist.

Ich sehe in einem "liberaleren" Umfeld keine Gefahr, dass sich plötzlich keine Lehrer mehr finden.
Die Gesellschaft muss eben dann auch ihren Teil dazu leisten und die, dann angestellen Lehrer, ordentlich bezahlen.
Man muss die Schulen besser finanzieren.
Man muss den jungen Menschen eine Perspektive eröffnen.
Man muss Bildung jedem zukommen lassen, egal woher, wie reich, wie arm etc.

Es ist ein Gesamtgesellschaftliches Problem und auch die Lösung ist Gesamtgesellschaftlich

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Michael Grunau

Registriert seit: 17.09.2010

Kommentare: 93

09. Juli 2012 - 21:50 Uhr

warum haben Schulen in privater Trägerschaft so viel Zulauf bei den Schülerzahlen? Weil diese sich die Lehrer aussuchen können und diese sich täglich beweisen müssen.was der Qualität zu Gute kommt. Ich sehe allerdings auch nicht, warum bei den staatlichen Schulen Stellen gekürzt werden sollten, da ja der normale Stundenplan nicht sichergestellt werden kann... sinnvoll ist sicher ab sofort keinen Lehrer mehr zu verbeamten und dann erledigt sich das Problem von selbst...über kurz oder lang

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Marc A. Willmann

Registriert seit: 04.07.2012

Kommentare: 262

09. Juli 2012 - 21:58 Uhr

@ Oppl

Herr Oppl, aus Ihren Aussagen entnehme ich, dass Sie ein ebenso großes Problem mit Unternehmensberatern haben, wie ich mit verbeamteten Lehrern?
Dann sind wir uns ja einig :-)

Wieso sollte ich Ihnen ein Sabbatjahr erklären?

Verstehen Sie doch was ich Ihnen sagen möchte. Ich habe nichts gegen Sie persönlich oder den Beruf des Lehrers. Ich habe etwas gegen diesen historischen Status des Staatsdieners. Der Beamte (Ausnahmen Polizei / Soldat etc.) ist ein Auslaufmodell und der Lehrer muss den Wandel in die Moderne schneller vollziehen als beispielsweise Mitarbeiter der Finanzbehörden.
Nur in einem liberalen Umfeld hat das Schulsystem eine Chance wettbewerbsfähig zu bleiben.
Die Schule als Trutzburg alter Versorgungsstrukturen ist falsch - darunter leiden im Endeffekt die Schüler.

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Bernd Oppl

Registriert seit: 10.05.2011

Kommentare: 70

09. Juli 2012 - 22:05 Uhr

@ Herr Willmann, ca. 50 % der als Lehramtsstudenten startenden begraben ihren Traum vom Lehrerberuf sehr schnell und auch vor dem Bild, welches Sie hier zeichnen, wird im Studium ausdrücklich gewarnt – es gibt dieses Bild nicht (Vormittagjob, viel Ferien, etc.)
Ein liberales Umfeld (oder heute neoliberal) ist etwas schönes – in der freien Wirtschaft – mit Bildungszielen ist dies nicht zu vereinbaren.

@ Herr Grunau, private Schulen haben deshalb vermeintlichen Erfolg, weil sie dafür bezahlt werden. Und entsprechend sind die Budgets und die Klientel (Bildungsbürgertum) die mit Ach und Krach den Sprössling als Arzt, Anwalt oder Unternehmensberater sehen. Gelernt wird auch hier, wie an Regelschulen auch, mit dem Kopf. Der Unterschied besteht darin, dass die Private Schule den jungen Menschen ein Bild vermitteln kann (!) welches nicht dem allgemeinen Wohl dient. Stellen sie sich vor, welches braune Gedankengut in Deutschen Köpfen ein warmes Nest finden kann…

PS: nicht mir! Erklären Sie das Sabbatjahr dem Rest der hier lesenden.

Und sorry, den Zusammenhang zwischen "Trutzburg alter Versorgungsstrukturen" und den Bildungszielen und Lernerfolgen einzelner Schüler kann ich auch nicht herstellen. Erklären Sie bitte nochmals im Detail.

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Harald Meierhofer  

Harald Meierhofer

Registriert seit: 12.09.2011

Kommentare: 2115

09. Juli 2012 - 22:18 Uhr

Herr Willmann, Sie schreiben:
"Herr Meierhofer, Sie leben einer Traumwelt. Leistung muss belohnt werden und Inkompetenz/Verantwortungslosigkeit bestraft.

Um Ihre Frage zu beantworten, Ja, ich will Lehrer, die sich dem allgemeinen Wettbewerb stellen. Ich will Lehrer, die jeden Tag auf´s neue ihre hohe fachliche Kompetenz unter Beweis stellen.
Ich will Lehrer, die sich um ihre Schüler sorgen und auch nach Unterrichtsende um 16Uhr ihren Beruf ernst nehmen."

Wissen Sie, wie das klingt? Das klingt nach Eltern, die die ganze Verantwortung für die Erziehung ihrer Kinder auf die Schule abwälzen wollen.
Lehrer sind für die Bildung zuständig, nicht für die Erziehung. Ersteres könnten Lehrer prima, wenn Sie sich nicht auch um das zweite kümmern müssten.

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Michael Grunau

Registriert seit: 17.09.2010

Kommentare: 93

09. Juli 2012 - 22:26 Uhr

Herr Oppl, es geht hier nicht um eine Neiddebatte ! Es sind nicht nur die Reichen die ihre Kinder auf Privatschulen schicken, sondern Eltern die das Gerede der Politik satt haben und selbst in die Zukunft ihrer Kinder investieren. Die Zeiten wo die Privatschulen letzte "Brücke"für gescheiterte Regelschulkinder reicher Eltern waren, sind längst vorbei.

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Harald Meierhofer  

Harald Meierhofer

Registriert seit: 12.09.2011

Kommentare: 2115

09. Juli 2012 - 22:26 Uhr

Herr Riedle, "kleine Nachhilfe....Ihnen ist aber schon klar dass der Krankenstand bei Lehrern fast 4 mal höher ist als im Landesdurchschnitt und Lehrer im Schnitt mit gut 60 Jahren in Rente gehen."

Wenn das bekannt ist, muss dafür eben vorgesorgt werden. Ich bin mir sicher, dass der Krankenstand sich dann verbesseren würde...

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Harald Meierhofer  

Harald Meierhofer

Registriert seit: 12.09.2011

Kommentare: 2115

09. Juli 2012 - 22:35 Uhr

Herr Willmann, Sie schreiben "Herr Prion, Ihre Kritik in allen Ehren aber wieso funktioniert das System dann in anderen Ländern? "

Das System funktioniert, weil dort keine Unternehmensberater und neoliberale Betriebswirte mitbestimmen dürfen, wohin das Bildungssystem steuert.

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Bernd Oppl

Registriert seit: 10.05.2011

Kommentare: 70

09. Juli 2012 - 22:50 Uhr

„Die Zeiten wo die Privatschulen letzte "Brücke" für gescheiterte Regelschulkinder reicher Eltern waren, sind längst vorbei.“ - Nein, sie fangen erst an! Das staatliche Bildungssystem wurde solange mies geredet, dass die Zeit privater Bildungsanbieter erst beginnt.
Das Problem der Politik ist anzuerkennen – nur wird die Politik in diesem Land von einer neoliberalen Minderheit regiert, die nur im Sinne ihre Klientel Beschlüsse erwirkt – das hat in der Tat nichts mit Bildung zu tun. Aber Subventionen werden auch in einem liberalen Markt gerne genommen und Steuersenkungen dienen als Geschenk der Allgemeinheit für Einzelne.
Und wieder ein Grund für eine nicht-affirmative Bildungslandschaft zu kämpfen, in der die Akteure unabhängig von geistig-phlegmatischen „Homo Oeconomicus“ Kreaturen ihren Dienst tun.

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Ella Mattes

Registriert seit: 03.09.2011

Kommentare: 31

09. Juli 2012 - 23:12 Uhr

Herr Oppl, sie zeichnen sehr reflektiert ein sehr realistisches Bild und begründen sehr gut - vielen Dank dafür, Herr Kollege!

Eigentlich läuft doch auch das Meiste richtig gut..... dass Lehrermangel herrscht, kompensieren wir ja so gut es geht!

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Gelöschter Nutzer #793088

Registriert seit: 16.11.2009

Kommentare: 562

09. Juli 2012 - 23:15 Uhr

Ja es ist schon spannend wenn sich ein Unternehmensberater (sofern das zutrifft) zutraut, sogar die Verhältnisse in Schulen und das Berufsbild eines Lehrers zu beurteilen.
Aus ihren Ausführungen, Herr Willmann, kann man zwei Grundannahmen abbleiten:
1) Sie bewerten alle Lehrer aufgrund der von Ihnen gemachten schulischen Erfahrungen. Das ist vor dem Hintergrund der Quellenkritik (Geschichtsstudium) alleine schon problematisch.

2) Sie beurteilen -auf ihre Erfahrungen aufbauend- aus unternehmerischem Gesichtspunkt die Arbeit, die Belastung und die Zielführung der Lehrer. Dabei fallen allerdings einige - nicht unerhebliche - Facetten unter den Tisch.

EIN Lehrer unterrichtet eine Klasse von etwa 35 Schülern. Pro Tag mindestens drei verschiedene Klassen, in der ganzen Woche etwa sechs Klassen. Dass heisst, dieser Mensch hat es im Verlauf der Woche mit ca. 180 Individuen zu tun. Und das alleine erklärt schon vieles:

a) Die emotionale Belastung (Es gibt nicht nur vorbildliche Schüler aus stabilem Elternhaus. Die ganze Bandbreite psychischer Erkrankungen prallt einem Lehrer entgegen und Schulpychologen sind rar)
b) Die fachliche Herausforderung (Das unterschiedliche Entwicklungs- und Lerntempo innerhalb EINER Klasse. Und davon sind pro Woche mehrere da)
c) Die gesundheitliche Belastung (Beispiel Winter und Viren und 180 Individuen. Derartige Belastungen hat man in der Regel nicht ausser in Pflege- und Heilberufen, Einzelhandel, Gastro, ect.)

Einem Lehrer zu unterstellen er würde nach 16 Uhr den Griffel fallen lassen zeigt mir übrigens eines ganz deutlich:
Der so etwas behauptet hat keine Ahnung von diesem Beruf, will auch keine Ahnung haben denn der hat ein ganz persönliches Problem mit diesem Berufsstand.

Nachtrag:
Wenn man sich mal zwei Minuten die Mühe mach zu suchen, findet man keinen Marc A. Willmann (auch nicht mit ähnlichem Namen) als Unternehmensberater und dieser "Vita". Welche zwei Schlüsse das zulässt kann sich jeder denken ;-)

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Bernd Oppl

Registriert seit: 10.05.2011

Kommentare: 70

09. Juli 2012 - 23:16 Uhr

Na, liebe Frau Mattes, bleiben wir sachlich (was Herrn W. angeht)!
Herr Willmann hat sich aus seiner akademischen Laufbahn heraus nicht weiterentwickelt. Das ist alles. Vielleicht sollte er mal ein Sabbatjahr machen... oder Lehrer werden, da hat er ja viel Zeit sich zu entwickeln.

PS. Danke.

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Roman Weingardt  

Roman Weingardt

Registriert seit: 02.12.2010

Kommentare: 3198

09. Juli 2012 - 23:27 Uhr

@ Frau Mattes

Sind Sie "Lehrerin"? (oder Pädagogin?)

Falls JA: Sie sollten sich etwas mehr beherrschen!

Ich hätte meine Zweifel ob Sie die richtige Lehrerin für meine Kinder wären!

Mit Aussagen wie : "Mir ist der Beamtenstatus sowas von piepe, du Depp!!!!" gewinnt man kein Vertrauen!

Reden Sie auch so mit Ihren Schülern?

Interessant zu erfahren wäre auch der Notendurchnitt Ihrer Klasse!

Was unterrichten Sie denn so? Auf jedenfall kein Anti-Agressionstraining! Da mache ich jede Wette!

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Tina Spitz

Registriert seit: 25.07.2011

Kommentare: 701

09. Juli 2012 - 23:35 Uhr

Falls der/dem ein oder andern hier "argumentationstechnisch" die Luft ausgehen sollte, hier ein Link zum Weiterdiskutieren auf prinzipiell verwandter Ebene:
http://www.badische-zeitung.de/landratsamt-bestaetigt-norbert-moosmann-dienstunfaelle

Tja Roman, als BZ-Leser/in lernt man nie aus. Grüßle ;-)

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Ella Mattes

Registriert seit: 03.09.2011

Kommentare: 31

09. Juli 2012 - 23:37 Uhr

Lehrer an Privatschulen verdienen weniger, ca. 500 Euro pro Monat (da Sie als Angestellte Pflichtbeiträge bezahlen). Daher sind vom Finanziellen her gesehen staatliche Stellen attraktiver für Lehrer, und die Besten auch oft dort zu finden.
In Freiburg z. B. muss man in allen Examina 1,5 oder besser sein, sonst landet die Bewerbung gar nicht auf dem Schreibtisch.

Es herrscht also ein großer Wettbewerb, viele Anwärter, wenige Stellen (das war vor ein paar Jahren noch anders).

Dabei hätte man - ginge man von der idealen Schule aus - viel mehr Bedarf
an guten Lehrenden.

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Ella Mattes

Registriert seit: 03.09.2011

Kommentare: 31

09. Juli 2012 - 23:40 Uhr

Herr Weingardt, Sie haben völlig Recht. Auf die Polemik hätte ich nicht mit Ärger reagieren sollen - hier habe ich als Mensch mal laut gedacht "Du Depp" - was wohl jeder macht. Da seine Beiträge ebenfalls sehr aggressiv erscheinen.
Was meinen Sie mit Notendurchschnitt "meiner" Klasse.

Bleiben Sie bitte ebenfalls sachlich! Schönen Abend noch.

Ich finde die Sachbeiträge hier übrigens äußerst interessant und es wurde viel Fachliches beigetragen, in sehr vielen Threads.

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Bernd Oppl

Registriert seit: 10.05.2011

Kommentare: 70

10. Juli 2012 - 00:16 Uhr

@ Herr Weingardt, es wäre sachlich falsch Frau Mattes nur auf den zitierten "Depp" zu reduzieren und ihre Fachlichkeit als Lehrkraft in Frage zu stellen. Womit wir bei den schon oben genannten Kriterien bei der "leistungsbezogenen" Beurteilung von Lehrern wären. Leider nicht obejektiv genug.
Aber objektiv sind 2805 Einträge innerhalb ca. 1 1/2 Jahre. Sind Sie Lehrer, dass Sie so viel Zeit haben (LOL - Achtung Ironie!). Verzeihung.
Und im klassischen Lehrerstil:
"Ich hätte meine Zweifel ob Sie die richtige Lehrerin für meine Kinder wären!" - Bitte begründen Sie dies anhand fachlicher Kriterien und Quellenangaben.

Zurück zum Thema. Einsparungen seitens Landesrechnungshof sind also keine Lösung. Wie kann also verhindert werden, dass unser Land in eine Bildungskrise kommt?
Engagierte Eltern sollten sich mit den Abgeordneten (aller Parteien) ihres Wahlkreises in Verbindung setzen und diese auf das Thema ansprechen – fordern Sie hier die Pflichten der Abgeordneten gegenüber ihren Bürgern ein!
Auch ein Gang zu Bürgersprechstunden von Städten, Gemeinden und Kommunen helfen.
Schreiben Sie an Mitglieder unserer Regierung und fragen Sie nach der Zukunft dieses Landes, fordern Sie konkrete Lösungen um unseren Kindern eine Zukunft zu geben und gestalten Sie diese Zukunft durch Teilnahme am (Schul-)Leben ihrer Kinder aktiv mit. Scheuen Sie nicht den Dialog und den Schulterschluß mit Lehrkräften um Schule zu gestalten - die LehrerInnen dieses Landes werden es ihnen danken.
Zeigen Sie Empathie mit den LehrerInnen und der Aufgabe die diese übernehmen - auch wenn die Meinung einzelner Bürger anders ist - die meisten Lehrer machen eine tollen Job, machen diesen Job gerne und mit viel Liebe für Kinder. Neben den Eltern, sind die LehrerInnen die einzigen Unterstützer die Ihr Kind in seinem jungen Leben hat. Auch wenn manche Wahrheit, die Eltern über ihr Kind von LehrerInnen erfahren, nicht die Wahrheit sein wird die Eltern sich erhofft haben, so handeln sie als verantwortungsbewusste Eltern bitte im Sinne und zum Wohl des Kindes nach und nicht nach den eigenen (elterlichen) Verpassten Chancen – ihr Kind wird seinen eigenen Weg gehen.
Das Produktivste ist noch immer eine sachlich geführte Diskussion mit dem Willen der Zusammenarbeit als sich auf Grabenkämpfe einzulassen. Grabenkämpfe machen schon unsere Politiker, die Ergebnisse kennen wir.
Gute Nacht.

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Roman Weingardt  

Roman Weingardt

Registriert seit: 02.12.2010

Kommentare: 3198

10. Juli 2012 - 01:05 Uhr

@ Herr Oppl

"Herr Weingardt, es wäre sachlich falsch Frau Mattes nur auf den zitierten "Depp" zu reduzieren und ihre Fachlichkeit als Lehrkraft in Frage zu stellen."

Da wir uns in einem öffentlichen Raum bewegen und schreiben, ist es mehr als sachlich richtig, die Kompetenz von Frau Mattes in Frage zu stellen!

"Aber objektiv sind 2805 Einträge innerhalb ca. 1 1/2 Jahre."

Einfachste Polemik. Mehr haben Sie nicht zu bieten? Soviel zu mir: Ich bin kein Lehrer, habe aber ein Diplom in, nennen wir´s mal Wirtschafts- und Finanzbereichen (kein Kneipendiplom). Ich liege auch nicht irgendwelchen Sozialkassen zur Last. Mich können Sie auch "google(n)"!

""Ich hätte meine Zweifel ob Sie die richtige Lehrerin für meine Kinder wären!" - Bitte begründen Sie dies anhand fachlicher Kriterien."

Wenn irgendeine Lehrkraft eines meiner Kinder als Depp bezeichnen würde, mit diesem Begriff geht Frau Mattes sehr leichtfertig um, wäre es das letzte Mal, dass sie ein Kind diffamiert hat! Frau Mattes sollte sich mal einem psychologischen Belastungstest aussetzen, nur um zu prüfen, ob Sie den Anforderungen Ihres Berufs gewachsen ist!

Die Kommentare von Frau Mattes wurden in diesem Thread schon mehrfach editiert! Wahrscheinlich nicht, weil diese von Nettigkeiten strotzten!

Ihnen auch eine gute Nacht!

P.S.:

Ich habe eigentlich nichts gegen Lehrer! Sie, Herr Oppl, haben sicherlich Recht mit den angeführten Problemen, welche diese "Berufung" mit sich bringt. Meine Kritik gilt ausschliesslich Frau Mattes!

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Maria Stiegle

Registriert seit: 22.09.2009

Kommentare: 57

10. Juli 2012 - 01:23 Uhr

Dieser Marc Willmann hat offensichtlich null Ahnung vom Lehrerberuf. Man kann ihn gar nicht ernst nehmen. Er sucht nur eine Plattform um mit seinem neoliberalen sozial-darwinistischem Gedankengut zu provozieren und damit seinen eigenen Frust über die Verhältnisse an andere weiterzugeben. Er gehört in die gleiche Kategorie wie die Schreibtischtäter vom Rechnungshof, die von 14.000 weniger Lehrerstellen halluzinieren.

Ich habe den Lehreralltag eines Partners jahrelang erlebt. 60-80 Std / Woche sind da keine Seltenheit. Die Ferien sind nur da um kurz auszuschlafen, Material sortieren und dann Klassenarbeiten durchgehend zu korrigieren. Die Lehrer/innen, die im Beruf bleiben sind größtenteils nur sehr starke Menschen, alle anderen kommen gar nicht erst in den Beruf rein oder hören gleich wieder auf. Lehrer sind die Blitzableiter für alle sozialen Probleme dieser Gesellschaft geworden und müssen in der Schule täglich die Scheisse ausbaden.

Überfüllte Klassenräume. Unbezahlte Arbeitsstunden. Elterngespräche (bei 180 Schüler). Schüler Evaluierungen. Lehrer- und Notenkonferenzen. Aufsichten. Unzählige Schüler-Psychofälle, Konfliktlösungen aller Art. Facebook mobbing. Dann immer schön lächeln und für eine motivierende Lernatmosphäre sorgen. Nebenher Theaterprojekte, Fortbildungen, Klassenfahrten und der ganze inflationäre Verwaltungsüberbau des deutschen Staates....

Alle Lehrer, die ich kenne arbeiten über dem Limit. 14.000 Stellen weniger im Land ist ein vorprogrammierter Kollaps. Weniger Kinder hin oder her.

Die Milliarden für die Banken, Abwrackprämien und Konsorten gehören zurück an die Gesellschaft. Der Klassenteiler muss im Bereich von 20-25 Schüler runter. 14.000 neue Lehrerstellen schaffen statt diese abzubauen.

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Ella Mattes

Registriert seit: 03.09.2011

Kommentare: 31

10. Juli 2012 - 06:52 Uhr

Und bevor wieder gepoltert wird: Die Vorschläge von Herrn Oppl (sich als Eltern zu engagieren, die Politik ob des Mangels wachzurütteln), empathisch und geschlossen - Lehrer und Eltern - für noch bessere Schulverhältnisse zu kämpfen -
das ist das Wichtige! Das ist das, was ich auch in obigen Threads forderte.

Hier in diesem Forum kämpfen 2 Ebenen: Lehrer mit Fachbeiträgen und Nicht-Lehrer in teils grabenkämpferischer Manier. Das bringt nichts.
Das ist der Grund, warum die Politik nichts ändert -
wer gegen ganze Berufsgruppen in Plattformen schimpft, wird diesen nicht helfen.

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Ella Mattes

Registriert seit: 03.09.2011

Kommentare: 31

10. Juli 2012 - 06:56 Uhr

@Maria Stiegle: Dem ist nichts hinzuzufügen.

Ein Lehrer mit Vollzeitstelle versorgt bei 30 Schülern pro Klasse 180 Kinder,
6 Klassen. Und das ist NUR der Unterricht.

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Peter Pellin  

Peter Pellin

Registriert seit: 15.04.2011

Kommentare: 229

10. Juli 2012 - 07:06 Uhr

Und Herr Willmann hatte wohl seinen freien Tag, denn wie ist es sonst zu erklären, dass man zwischen 13.30 und 22 Uhr unzählige Kommentare schreiben kann. Evtl. ist er erwerbsloser, überstudierter Volkswirtschafter?

Frohes schaffen an alle; ob Arbeiter, Angestellter, Beamter egal was. Wir sitzen eh alle im selben Boot in welchem wir untergehen.

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Egon Mayer

Registriert seit: 30.06.2010

Kommentare: 1485

10. Juli 2012 - 07:21 Uhr

Schade, dass die anfangs so sachliche Diskussion hier zu entgleiten scheint. Und interessanterweise ist es die Lehrerfraktion, die hier die Beherrschung verliert. Also Menschen, denen ich im Zweifel meine Kinder anvertrauen würde. Da frage ich mich, ob Herr Willmann sich tatsächlich so weit von der Realität entfernt hat, wie ihm unterstellt wird.

Und alle die in ihren Kommentaren das Wort "neoliberal" quasi als letzte Argumentationshilfe benutzen, disqualifizieren sich sowieso selbst. Scheinbar sind Ihnen die Argumente ausgegangen, dass Sie sich in solche Polemik flüchten müssen?

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Richard Quinn

Registriert seit: 11.05.2012

Kommentare: 10

10. Juli 2012 - 08:46 Uhr

Der Rechnungshof hat mal wieder, richtigerweise, den Finger in die Wunde gelegt. Hier geht es nicht darum, was gute oder schlechte LehrerInnen ausmachen und auch nicht darum, ob die Abschaffung des Beamtenstatus tatsächlich zu kosteneffizientere Unterricht führen wird. Der Rechnungshof, wie schon immer, überprüft lediglich die effiziente und sachgerechte Ausgabe der Steuermittel. Das sind die Kontrolleure der Behörden, und ich bin sehr froh, dass e sie gibt, und dass sie mit Mut sich ihre Aufgabe widmet.

Für alle, die bisher zu Faul waren um den Bericht selber zu recherchieren, hier ist ein Link zur Pressemeldung:

http://www.rechnungshof.baden-wuerttemberg.de/de/informationen/presse/287630.html

Ich für mein Teil bin bisher willig, hohe Steuern zu zahlen, um auch den hohen Bildungsstandard mitzutragen. Aber steigende Stellenzahlen bei sinkenden Schülerzahlen? Wer möchte schon für stets weniger Bedarf immer mehr einkaufen?

Ein guter Anfang hier wäre wenn das Kultusministerium für die klare Offenlegung des von ihr verwendeten Bedarfsmodells aufkommen würde. Bis das passiert vermute ich weiterhin, dass aus Bequemlichkeit den Status Quo der immer steigenden Personalzahl - and stets steigenden Kosten - bleiben wird.

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Harald Meierhofer  

Harald Meierhofer

Registriert seit: 12.09.2011

Kommentare: 2115

10. Juli 2012 - 09:49 Uhr

Herr Laester, Sie schreiben "Ich für mein Teil bin bisher willig, hohe Steuern zu zahlen, um auch den hohen Bildungsstandard mitzutragen. Aber steigende Stellenzahlen bei sinkenden Schülerzahlen? Wer möchte schon für stets weniger Bedarf immer mehr einkaufen?"

Erstens ist unser Bildungsstandard nicht hoch. Jedenfalls nicht hoch genug. Steigende bzw. stagnierende Stellenzahlen bei sinkenen Schülerzahlen würden irgendwann den Bedarf erfüllen, der heute untererfüllt ist. An unseren Schulen herrscht Mangel.

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Harald Meierhofer  

Harald Meierhofer

Registriert seit: 12.09.2011

Kommentare: 2115

10. Juli 2012 - 09:54 Uhr

Herr Mayer, Sie schreiben "Und alle die in ihren Kommentaren das Wort "neoliberal" quasi als letzte Argumentationshilfe benutzen, disqualifizieren sich sowieso selbst. "

Blödsinn. Es geht darum, dass man Bildung nicht durch die betriebswirtschaftliche Brille betrachten kann. Wer das versucht, zieht Fachidioten heran, weil die betriebswirtschaftlich den größten Nutzen haben. Das Problem haben wir ja jetzt schon an den Universitäten und Fachhochschulen mit dem unsäglichen Bacchelor-Abschluss. Die - demokratisch nie legitimierte - Bologna-"Reform" hat die Unis und FHs auf Wunsch der Wirtschaft zu Zuchtstätten für Fachidioten und geistige Schmalspurdenker gemacht. Reine Wissensvermittlung, von Bildung keine Spur mehr.
Wollen Sie das System, das gerade anfängt, seine Unzulänglichkeiten zu offenbaren, auch auf die Schulen übertragen?

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Bernd Oppl

Registriert seit: 10.05.2011

Kommentare: 70

10. Juli 2012 - 10:01 Uhr

Der Landesrechnungshof macht seine Sache fachlich sicher richtig. Der Trend, der hier gezeigt wird, mag tendenziell richtig sein, es werden aber Details vergessen.
Die Einführung der Ganztagsschule bindet weiter Lehrpersonal in die Betreuung von Kinder.
Neue Fächer, wie z.B. eine Einführung von Ökonomie als Schulfach, bedarf neuer Lehrkräfte, die didaktisch und fachlich in diesem Bereich ausgebildet sind.
Es besteht auch ein Zusammenhang zwischen der Entscheidung Kinder zu bekommen und der Überlegung wie Beruf und Kinder unter einen Hut zu bekommen sind. Gut ausgebildete Elternteile wollen/muessen heute schnell wieder in ihrem Job sein, um die persönliche Karriere weiter zu forcieren. Ein Schritt dieses Dilemma zu lösen ist die Garantie der Kleinkindbetreuung. Aber wie geht es danach weiter? Die Schule muss diesen Weg weiter unterstützen, indem Ganztagesbetreuung und individuelle Lernförderung des Nachwuchses garantiert sind. Schließlich sollen diese Kinder weiter den Generationenvertrag erfüllen.
Diese Thematiken spricht die nüchterne Statistik des Landesrechnungshofes nicht an. Die Belastung durch die Rettung maroder Banken ebensowenig, wie auch der volkwirtschaftliche Schaden durch die Falschberatung bei Finanzprodukten (aufgrund mangelnder ökonomischer Allgemeinbildung).

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Sorin Prion

Registriert seit: 09.07.2012

Kommentare: 7

10. Juli 2012 - 10:27 Uhr

@ Oppl: was Sie da bezeichnen deckt sich m.M.n. einfach mit dem französischen System! Ein tolles System! Von morgens bis abends, von Kindergarten bis 16 Jahre garantiert! Sollte man auch hier in BW mal überdenken!

Dass Lehrern die Argumente ausgehen sehe ich nicht so. Man muss einfach die polemischen Beiträge auslöschen, bzw. zwischen den Zeilen lesen.

Fakt ist, die Abschaffung des Beamtenstatus birgt viele Gefahren mit sich. Ob darüber hinaus tatsächlich viel eingesparrt wird, was die Kernaussage einiger Argumentationen hier ist, ist sehr strittig. Es geht ja eig nur darum, Lehrer aus staatlicher Sicht zu sparen. Diese könnten ja aber durchaus über einen anderen Weg an den Schulen gehalten werden. So würde man dem sinkenden Schülerzahlen mit gleicher Lehrerzahl entgegenkommen, und somit kleiner Klassen, bessere Bedingungen, Teamteaching, usw. in Betracht ziehen.

So würden mal die Betriebswirtschaftler und Pädagogen zusammengeführt werden!?

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Richard Quinn

Registriert seit: 11.05.2012

Kommentare: 10

10. Juli 2012 - 10:42 Uhr

@Herr Oppl

Richtig, diese Themen sind wichtig und wurden mangels Informationen aus dem Kultusministerium vom Landesrechnungshof nicht berücksichtigt.

Das Kultusministerium sollte aber genau sagen können, dass so-und-so viele Lehrkräfte für die Ganztagsbetreuung, die Kleinkindbetreuung (wenn diese denn überhaupt in ihre Zuständigkeit fällt), die individuelle Lernförderung usw. benötigt werden. Dann erst werden wir alle verstehen können, warum die Zahl der Lehrkräfte steigt, ob sinkende Schülerzahlen.

So haben die Kontrolleure zunächst recht, sie bemängeln ja die undurchsichtigeweise wie der Bedarf berechnet wird, denn anhand ihre eigene, nüchterne und bestimmt nicht vollständige Berücksichtigung der beiden bekannten Variabeln ergibt sich einen erheblichen Sparpotential.

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Egon Mayer

Registriert seit: 30.06.2010

Kommentare: 1485

10. Juli 2012 - 20:35 Uhr

@Harald Meierhofer

Wie ich schon schrieb: Mein Browser hat meine - umfangreiche - Antwort an Sie gelöscht. Und bei der Hitze wollte ich diese geistige Höchstleistung nicht wiederholen. Vielleicht schreibe ich es morgen nochmal, falls es kühler wird.

Schönen Abend solange.

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Bernd Oppl

Registriert seit: 10.05.2011

Kommentare: 70

10. Juli 2012 - 23:23 Uhr

'Seufz' -
ich hätte mir gewünscht, dass zu meinen Ausführungen sich einige Eltern hier melden würden und ihre Erfahrungen niederschreiben.

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Moritz Rau

Registriert seit: 26.07.2011

Kommentare: 294

11. Juli 2012 - 13:11 Uhr

Herr Pellin,

Herr Willmann ist keinesfalls erwerbslos sondern verdient nach eigener Aussage das dreifache eines Lehrers. Nach ebenfalls eigener Aussage ist dies durch seine gegenüber den Lehrern überdurchschnittliche Leistung gerechtfertigt.
Hm.... ein Lehrer hat i.d.R. keine Zeit über einen so langen Tages-Zeitraum Kommentare abzugeben. Kann er sich nicht leisten...

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Bernd Oppl

Registriert seit: 10.05.2011

Kommentare: 70

11. Juli 2012 - 20:51 Uhr

War nicht irgendwo in den Kommentaren etwas über Schweden?

SPON:
"m Vergleich zum Ausland ist der Anteil der Studienanfänger ohne Abitur in Deutschland immer noch verschwindend gering. Laut jüngstem EU-Studentenreport haben in Schweden 36 Prozent der Studenten keine klassische Hochschulreife und schaffen über ihre berufliche Qualifizierung den Sprung ins Studium."
http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/nachfrage-nach-studium-ohne-abitur-steigt-a-843794.html

Das sind Chancen für Schulabgänger!

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Marc A. Willmann

Registriert seit: 04.07.2012

Kommentare: 262

11. Juli 2012 - 21:25 Uhr

@ Rau

Herr Rau, ich bin tatsächlich erwerbstätig und wie ich in einem, interessanterweise gelöschten, Beitrag Herrn Pellin schrieb, auch in meinem Büro und unterwegs "online" und kann es mir zeitlich hin und wieder erlauben, etwas längere Texte zu verfassen.
Ich frage mich nur, wieso Sie mich dementsprechend anvisieren? Herr Oppl und Frau Mattes kommen doch aus dem Bildungsbereich und haben mir fleißig Contra gegeben...zu einer Tageszeit, wo Lehrer eigentlich Unterricht halten bzw. diesen vorbereiten sollten :-)

Um von Ihrem unterschwellig angedeuteten Neid bezüglich meines Gehalts auf das eigentliche Thema zurück zu kommen, die von MP Kretschmann geplante reduzierung der Lehrerstellen um mehr als 8000 ist ein kleiner Skandal. An der Bildung (und damit den Lehrern) darf man nicht sparen, man darf diese nur effizienter machen.

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Bernd Oppl

Registriert seit: 10.05.2011

Kommentare: 70

12. Juli 2012 - 06:35 Uhr

@ Herr Willmann, sehen Sie, so ist das gegen Vorurteile anzukämpfen. Eine objektive Beurteilung ist damit auszuschließen.

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