Johann Evangelist Brandl

REGIO-CD: Badische Sinfonik

Johannes Adam

Von Johannes Adam

Fr, 15. Dezember 2017

Klassik

Er war Musikdirektor am fürstbischöflichen Hof in Bruchsal. Dass der 1760 bei Regensburg geborene und 1837 in Karlsruhe, wo er als zweiter Musikchef der großherzoglich-badischen Hofkapelle tätig war, gestorbene Johann Evangelist Brandl über signifikante kompositorische Fähigkeiten verfügte, wird durch diese CD mit zwei Sinfonien in Erinnerung gerufen. Der Qualitätssprung zwischen dem Es-Dur-Exempel op. 12 und dem späteren D-Dur-Pendant op. 25 ist beträchtlich. Man hört eine so gekonnte wie gefällige Musik, die stilistisch zwischen Haydn und der Frühromantik anzusiedeln ist. Vor allem auf schnellen Strecken wie dem Kopfsatz-Presto von op. 25 verströmt Brandls Tonkunst Esprit und Frische. Die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz unter Kevin Griffiths bietet geschliffene Interpretationen. Wegen Brandl muss die Musikgeschichte nicht umgeschrieben werden. Beachtung aber hat der einst im Badischen wirkende Komponist auch heute noch verdient.

Johann Evangelist Brandl: Sinfonien op. 12 und op. 25. Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz. Leitung: Kevin Griffiths (cpo 555 157-2).