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12. Oktober 2011

Revue für ein turbulentes Jahr

Georg-Scholz-Haus-Kulturforum wählt Rainer Höll zum Ehrenvorsitzenden / Künftig fünf Euro Eintritt für Begleitprogramme.

  1. Jetzt im Ehrenvorsitz: Rainer Höll (rechts) mit dem wiedergewählten Kulturforums-Chef Volker Lindemann vor dem Scholz-Portrait. Foto: Karin Heiss

WALDKIRCH. Die Ernennung des langjährigen Vorsitzenden Rainer Höll zum Ehrenvorsitzenden war der Höhepunkt der diesjährigen Mitgliederversammlung des Georg-Scholz-Haus-Kulturforums Waldkirch (GSH). Zudem ließ der Vorsitzende Volker Lindemann das "turbulente" Jahr Revue passieren und der Vorstand wurde mit wenig personellen Veränderungen neu gewählt.

Die Entscheidung, den verdienten Vorsitzenden Rainer Höll "nicht zum Ehrenmitglied, sondern zum Ehrenvorsitzenden zu wählen, traf der Vorstand ganz bewusst", berichtete Lindemann. "Wir wollen damit die aktive Funktion betonen, denn wir brauchen seinen Rat auch noch in Zukunft." Am 10. November werde Höll zur Ehre eine kleine Feierstunde abgehalten.

Die Turbulenzen, auf die sich Lindemann bei der Begrüßung der Mitglieder im Georg-Scholz-Haus bezog, betreffen "die Zukunft des Hauses". Gespräche mit Oberbürgermeister Richard Leibinger, der sich für diesen Abend entschuldigt hatte, und der Sponsorin Gisela Sick hätten diese "nicht in trockene Tücher gelegt". Lindemanns vorläufiges Fazit daraus: "Es geht weiter, aber wir wissen noch nicht zu welchen Bedingungen." Auf die Frage aus der Runde, inwieweit die nächste Zukunft geplant werden könne, antwortete er: "Wir haben das Geld für dieses Jahr bekommen und noch genug für die Programmplanung 2012."

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Was die Ausstellungen, ihre Rahmenprogramme und die Finanzen im Geschäftsjahr 2010 betrifft, kann das Kulturforum jedoch zufrieden sein. Es gab fünf Ausstellungen, zwei mehr als vertraglich vereinbart. Eine der zusätzlichen Ausstellungen fand in Kooperation mit der Stadt Waldkirch statt. Auf Anregung des Oberbürgermeisters wurden Gemälde von Hans Nopper, der aus Kollnau stammt, ausgestellt. Die Kosten dafür trug die Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau. Die weiteren Ausstellungen waren "Durchsicht" mit Arbeiten von Nora Jacobi und Jürgen Burkhard. Sie zog 470 Besucher an. Unter dem Titel "in between" wurden Objekte und Installationen von Hyun-Bi Gerhard-Choi gezeigt. Zu dieser "tollen Ausstellung", so Lindemann, kamen sogar 480 Besucher. "Leicht und filigran, so dass alles in einem Koffer hergetragen werden konnte", waren Lindemanns Ausführungen zufolge die Zeichnungen und Installationen von Ulrike Weis unter dem Motto "Dass du nicht enden kannst". Und schließlich zeigte das GSH noch Arbeiten von Susanne Frankhauser unter dem Titel "nach dem schnee". Rund 260 Besucher kamen zu den letzten beiden Ausstellungen.

Drei Ausstellungen gab es bereits in diesem Jahr: "Klasse", mit Arbeiten von Studierenden des Fachs Malerei/Grafik bei Ben Hübsch an der Freien Hochschule für Bildende Kunst, Grafik und Design in Freiburg; "between the mirrors" – Arbeiten mit Spiegeln, festgehalten in Fotografie und Objekten von Sandra Eades und Reinhard Klessinger, sowie "Die Vergänglichkeit" – Bilder von Hans Martin Erhard. Alle drei Expositionen zogen jeweils 300 Besucher und mehr an. An der Waldkircher Kulturwoche 2010 beteiligten sich die Künstler (Mitglieder) des GSH Kulturforums mit je einem Werk.

Die Highlights aus den Rahmenprogrammen zu den jeweils laufenden Ausstellungen zeigte Volker Lindemann ebenfalls auf. Ob szenische Lesungen, eine Kriminacht, Kammermusik, die Begegnung mit der Jüdin Rivka Holländer aus Emmendingen oder der satirisch-literarische Doppelgipfel "Grenzgänge" mit Martin Graff und Stefan Pflaum – "mit den Begleitprogrammen wurde der Hauptanteil der Besucher ins GSH gelockt", betonte der Vorsitzende. Da diese ein wesentlicher Teil der Veranstaltungen sind, sei es ihm wichtig, "dass daran festgehalten wird". Die Mitgliederversammlung des GSH Kulturforums beschloss allerdings, künftig für das Begleitprogramm Eintritt zu verlangen. "Wir wollen das Niveau halten, und die Spenden reichen nicht aus, um hochwertige Ausstellungen und gute Künstler honorieren zu können", begründete Lindemann. Man legte sich auf generell fünf Euro fest (für Mitglieder gibt es eine Ermäßigung) und bei Hochkarätigem seien acht Euro berechtigt, lautete der Beschluss. Vernissagen und Finissagen bleiben eintrittsfrei.

Um die Arbeit des Kulturforums und anstehende Ausstellungen publik zu machen, werde weiterhin an den Gesprächen mit den Künstlern, wenn sie ihre Ausstellungen einrichten, festgehalten. Des weiteren wird das Kulturforum Waldkirch künftig im Kulturführer des Kreises Emmendingen vorgestellt. Außerdem lohnen sich die Bemühungen, den Internet-Auftritt http://www.georg-scholz-haus.de immer auf dem aktuellsten Stand zu halten, wofür der Vorsitzende insbesondere Beisitzer Roland Krieg dankte. Die Zahl der Besucheranzahl stieg von 31000 im Jahre 2008 auf nunmehr das Doppelte.

Die anschließende Vorstandsneuwahl ging zügig vonstatten. Das einstimmige Ergebnis: Gleichberechtigte Vorsitzende sind Jobst Schneider, der in Abwesenheit gewählt wurde und künftig im Vorstand den künstlerischen Bereich abdeckt (und damit das Feld von Rainer Höll übernimmt, der sich aus gesundheitlichen Gründen aus der Vorstandsarbeit zurückgezogen hat), und Volker Lindemann, der sich unter anderem der Organisation, Planung und Finanzierung widmet.

Wiedergewählt wurden: Schriftführerin Brünhild Zinger, Pressereferent Peter Joswig, Kassiererin Barbara Müller sowie die Beisitzer Ortluf Reuter, Uschi Breithaupt und Roland Krieg. Neuer Kassenprüfer ist Alexander Schoch.

Autor: Karin Heiß