Hilfe beim Weg ins Ehrenamt

Charlotte Pötter

Von Charlotte Pötter

Mi, 19. September 2018

Rheinfelden

Die Freiwilligenagentur vermittelt Helfer für verschiedene Aufgaben / Berater stellen sich vor.

RHEINFELDEN. Die Freiwilligenagentur hat bei einem offenen Treffen im Bürgercafé Gambrinus bei Kaffee und Kuchen einen Einblick in die Arbeit der Gruppe gegeben und sich auch selbst über passende ehrenamtliche Tätigkeiten erkundigt. Die Mitarbeiter standen mit Rat und Tat zur Seite und gaben Erfahrungen ihres Engagements an die Besucher weiter.

Die 2011 durch den Sozialen Arbeitskreis (SAK) Lörrach entstandene Freiwilligenagentur habe sich in Regie der Stadtverwaltung so positiv entwickelt, dass sie dieses Jahr zum ersten Mal an der bundesweiten "Woche des bürgerlichen Engagements" mitmacht. "Viele Menschen in Rheinfelden sind schon ehrenamtlich tätig", hob die hauptamtliche Leiterin der Agentur, Stefanie Franosz, stolz hervor. Doch Werbung schade ja bekanntlich nie, wie die Aktion beweise.

Mit ihren ehrenamtlichen Kolleginnen Marita Markoni, Doris Bauer, Anette Lohmann und Brigitte Rost hilft sie bereits seit mehreren Jahren, eine starke Verbindung zwischen den Vereinen und Interessierten aufzubauen. Dabei ist der Weg keinesfalls einseitig: Mal suchen Institutionen nach Freiwilligen für Aufgaben und fragen bei der Agentur nach, oder Interessierte kommen zum Treffpunkt Gambrinus, um sich bei den Frauen nach einem passenden Angebot zu erkundigen. Dabei gibt es einige, die schon eine Orientierung haben und nur noch zugehörige Tätigkeiten suchen, aber auch andere, die sich erst einmal einen Überblick über das Angebot verschaffen und später daraus aussuchen. Im Eins-zu-Eins-Gespräch mit den Mitarbeitern und über die Datenbank werden Fragen gestellt wie: Was kann man machen? Was liegt einem? Die einzige Bedingung für das Ehrenamt sei Offenheit, so Franosz.

Kontaktpflege und Netzwerkarbeit

Der Großteil der Menschen, die nach einem Ehrenamt suchen, sei im Rentenalter, vor allem während der ersten Jahre nach Berufsende, meint Franosz. Diese Menschen haben mehr freie Zeit zur Verfügung und möchten diese "richtig" verwenden. Ein Vorteil ehrenamtlicher Arbeit ist es, dass man zeitlich sehr flexibel ist, obwohl man trotzdem sehr engagiert und motiviert bei der Sache sein kann. Wer Verantwortung für eine Aufgabe übernimmt, kann dennoch mitbestimmen und sich den eigenen Freiraum gestalten. Wie in jedem Verein arbeiten Freiwillige in einer Gruppe, in der man sich austauschen und helfen kann.

Natürlich werden so auch Freundschaften geschlossen, wie die Integrationsgruppe an einem Beispiel zeigt. Neulich wurden zwei Afghanen als ehrenamtliche Mitarbeiter bei einem Projekt untergebracht, in dem sie sich mit den anderen entfalten konnten. Gerade die Diversität, die durch die "eigenen Sachen" der hierher Gezogenen entstand, begeisterte die Gruppe und festigte den Zusammenhalt noch mehr. Hinterher meinten die Afghanen, sie seien erst jetzt so richtig angekommen, was den Mitarbeitern der Freiwilligenagentur wiederum bestätigte: Die Arbeit lohnt sich.

Doch wie kommt man denn zu "seinem" Ehrenamt? Im Gespräch mit den engagierten Frauen erfährt man, dass man nur mit anderen Menschen in Kontakt kommen muss – auf die eine oder andere Weise – und dabei motiviert sein muss, sich freiwillig und unentgeltlich zu verpflichten.

Ganz oft erkenne man im Gespräch nach der Frage "Was machst du?", dass man sich das auch für sich gut vorstellen könne, und komme entweder gleich über die jeweilige Person oder über die Freiwilligenagentur zum entsprechenden Verein. Über Hobbys und Kontakte vernetzen sich Ehrenamtliche weiter.

Genau deswegen, weil es immer wieder was Neues gibt, immer jemand da ist und immer jemand gebraucht wird, sei es für die Mitarbeiter der Freiwilligenagentur die größte Freude, wenn sie in Zusammenarbeit mit Organisationen den Menschen erfolgreich eine Tätigkeit vermitteln könne, an der diese selbst Spaß haben, so Franosz. Diese bunte Mischung und Zusammenarbeit mache aus Rheinfelden eine "Engagierte Stadt".