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13. Oktober 2017

Ein Theater zum Thema Integration

Die Kinder der Theatergruppe "Freudekids" aus Ühlingen-Birkendorf zeigen am Sonntag in Willaringen das Stück "Fremde Begegnung".

  1. Julia Lauber (links) und Anneli Ahnert vom Caritasverband Hochrhein haben das Theaterstück der „Freudekids“ nach Rickenbach geholt. Foto: Kanele

RICKENBACH-WILLARINGEN. Es geht um Toleranz und Integration. Dass sich auch die jüngsten in der Gesellschaft, die Kinder, mit dem Thema Flüchtlinge auseinandersetzen, wundert nicht. Die Kinder der Theatergruppe "Freudekids" aus Ühlingen-Birkendorf setzen sich genau mit diesem Thema auseinander und zeigen am kommenden Sonntag, 15. Oktober, in der Gemeindehalle in Willaringen, das Stück "Fremde Begegnung".

Das Stück für Kinder und Erwachsene beinhaltet die Flüchtlingspolitik und das Integration jeden etwas angeht. Beginn ist um 15 Uhr. Der Eintritt ist frei, es wird aber um Spenden gebeten. Dieser Erlös und der Erlös aus dem Kuchenverkauf während der Veranstaltung, kommen der Theatergruppe und der Flüchtlingsarbeit zugute.

Die Regisseurin des Stücks und Vorsitzende des Vereins Zeitschleuse, Corinna Vogt, wollte sich schon in der Flüchtlingsarbeit einbringen, hatte aber keine richtige Idee wie. Mit einer Kindertheatergruppe führte sie in Ühlingen erfolgreich das Stück "Im Wind der Zeit" auf, als sie die Eingebung hatte, wie sie ihre Arbeit in dem Theaterverein mit der Flüchtlingsarbeit kombinieren konnte. Ihre Mutter, die Kinderbuchautorin Erika Buhr, hat sich deshalb hingesetzt und eine Geschichte geschrieben, die von Vorurteilen gegenüber Menschen anderer Kulturen und Hautfarbe erzählt: Als eines Tages Turnbeutel spurlos verschwinden, ist für die Kinder klar, dass dafür nur jemand aus der Flüchtlingsunterkunft infrage kommt.

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Eine traurige Erinnerung an die Realität, in der Kinder solche und noch schlimmere Einstellungen bereits Zuhause erlernen. Es folgt eine Auseinandersetzung mit den Anschuldigungen und ein Kennenlernen zwischen den Kulturen. Auf der Bühne erzählt die 13-jährige Roxash Habash aus Syrien, die 2015 ohne ihre Eltern fliehen musste, zum Teil ihre eigenen Erlebnisse auf der dramatischen Reise und in Deutschland. Auch der achtjährige Yasar Abozer ist dabei. Er war gemeinsam mit seinen Eltern aus Syrien geflohen. Seine Mutter Nashwa, die in ihrer früheren Heimat Musik studiert hatte, half während der Proben beim Einüben eines arabischen Liedes.

Erst nachdem auch die Kinder in der fiktiven Schulklasse einander zuhören, kommt es trotz des "Andersseins" zur Entdeckung von Gemeinsamkeiten und zu echten Freundschaften. Bereits zweimal ist die Gruppe mit dem Stück auf der Theaterbühne gestanden. Und das hat auch Anneli Ahnert, vom Referat Stabstelle Freiwilligen Engagement vom Caritasverband Hochrhein, erfahren. "Ich habe gleich gewusst, dass dies ein Stück ist, das auch hier bei uns gezeigt werden sollte", sagt sie. Und weil sie für den Helferkreis für Flüchtlinge in Rickenbach tätig ist, stand auch der Aufführungsort schnell fest. Ihr zur Seite stand während der gesamten Organisation Julia Lauber. Sie gibt Sprachunterricht im Helferkreis.

Autor: Susanne Kanele