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14. Oktober 2017

Gespräch mit den Kassen

Björn-Steiger-Stiftung gibt im Kampf um die Stationierung eines Rettungshubschraubers nicht auf.

RICKENBACH-HÜTTEN. Die Björn-Steiger-Stiftung lässt mit ihrem Unterfangen, einen Rettungshubschrauber in Rickenbach-Hütten zu stationieren, nicht locker. Ende des Monats findet ein Gespräch mit den Krankenkassen statt, die für die Finanzierung zuständig sind. Unterdessen ist in Villingen-Schwenningen der erste 24-Stunden-Hubschrauber in Betrieb gegangen.

Man habe das Projekt, in Rickenbach-Hütten einen Rettungshubschrauber zu stationieren, trotz der Entwicklung in Villingen-Schwenningen nicht aufgegeben, betont Ulrich Schreiner, Geschäftsführer der Björn Steiger Stiftung Luftrettung GmbH. Die Stellungnahmen der Krankenkasse würden den Schluss zulassen, dass die AOK einen Helikopter in Rickenbach unterstützen würde. Allein die Vertreter der Ersatzkassen sehen diesen Versuch als wenig sinnvoll und als die "unwirtschaftlichste Versorgungsoptimierung" an. "Deswegen haben wir uns jetzt an die Bundesebenen der Krankenkassen gewandt. Ende des Monats werden wir bei einem Gespräch mit den Vertretern der Kasse noch einmal unsere Argumente vorlegen", sagt Ulrich Schreiner. Auf ein schnelles und für sein Unternehmen gutes Ende des Projekts hingegen würde Schreiner wohl nicht wetten. "Das alles ist sehr zäh und wird wohl noch lange dauern."

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Das dürfte auch damit zusammenhängen, dass ein Standort Rickenbach vollkommen neu ausgeschrieben werden müsste. Schon in dieser Frage herrscht Uneinigkeit zwischen dem baden-württembergischen Innenministerium als zuständige Behörde für den Rettungsdienst und den Krankenkassen, die einen Rettungshelikopter finanzieren. In Stuttgart wartet man jetzt die weitere Entwicklung in dem Verfahren ab. Und dort wartet man auch noch auf einen Beschluss der Luftsportgemeinschaft Hotzenwald, dass der Verein willens ist, einen Teil seiner Flächen über mehrere Jahre hinweg für einen Rettungshubschrauber zur Verfügung zu stellen. Unterdessen fliegt der 24-Stunden-Rettungshelikopter vom Zentralklinikum in Villingen-Schwenningen aus seit Anfang dieses Monats. Auch in Niederstetten, einem Heeresflugplatz nahe Rothenburg ob der Tauber im Norden Baden-Württembergs kann der SAR 63 (Search and Rescue) mittlerweile 24 Stunden am Tag angefordert werden. Zu dessen Aufgaben zählen Such- und Rettungseinsätze sowie die Verlegung von Patienten von Klinik zu Klinik, als Einsatzgebiet zählt der komplette süddeutsche Raum.

Die Björn-Steiger-Stiftung hält einen Helikopter für den Landkreis Waldshut nach wie vor für notwenig. Ihr Geschäftsführer hatte im August mit der demografischen Entwicklung argumentiert, die in den nächsten Jahren zu weiteren Transportsteigerungen führen werde. Die älter werdende Bevölkerung sowie der Abbau des öffentlichen Personennahverkehrs, die Reduzierung der Landarztpraxen und die Zentralisierung und Reduzierung der Spitäler sprächen für einen Rettungshubschrauber in Rickenbach.

Autor: Michael Krug