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25. Juli 2013

Zurück am alten Platz

An der Burgruine Wieladingen war ein 200 Kilo schwerer Sandstein aus dem Mauerwerk gebrochen.

  1. Für die fachgerechte Wiedereinsetzung eines ausgebrochenen Sandsteinquaders am Gemäuer der Burgruine Wieladingen engagierten sich die Maurermeister Heinrich Haiss Senior (links) und Heinrich Haiss Junior (oben) sowie Gottfried Nauwerck. Foto:  WOLFGANG ADAM

RICKENBACH-WIELADINGEN. Ein vor rund 750 Jahren von Steinmetzen behauener Sandsteinquader stand in diesen Tagen im Mittelpunkt einer Instandsetzungsaktion auf der Burgruine Wieladingen. Im Auftrag des Burgenförderkreises und in Abstimmung mit Fachbehörden der Denkmalspflege setzte die Niederhöfer Baufirma Haiss einen im vergangenen Jahr aus dem Mauerwerk gebrochenen, rund 200 Kilo schweren Stein wieder an seinen Platz in einem Torbogenbereich des oberen Burgzugangs.

Die Wiedereinsetzung des Originalsteins war für den Förderkreis wie auch für die untere Denkmalschutzbehörde im Bauamt der Stadt Bad Säckingen wichtig, weil er den Beginn der Wölbung des heute nur noch als Pfeiler bestehenden Torbogens erkennbar macht. "Jeder Eingriff an einem solchen Baudenkmal muss aber von den Fachbehörden genehmigt werden", begründete der Förderkreisvorsitzende Gottfried Nauwerck die Hinzuziehung auch des im Regierungspräsidium Freiburg angesiedelten Amtes für Denkmalpflege. Nach Absprachen und Vor-Ort-Besichtigungen wurde ein Konzept erstellt, wie der Quader ohne Gefährdung von Besuchern fachgerecht von seinem acht Meter tiefer gelegenen Absturzort geborgen und neu im Gemäuer verankert werden kann. Die Absturzstelle lag übrigens nicht in einem für Burgenbesucher zugänglichen Bereich.

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Nicht jede Firma übernimmt solche Aufgaben

Mit den Arbeiten wurde die Niederhöfer Baufirma Haiss beauftragt, die schon von 1984 bis 1994 an den wichtigen Baumaßnahmen zur Rettung des Baudenkmals beteiligt war. "Nicht jedes Unternehmen übernimmt solche Aufgaben mit solch schwierigen Arbeitsbedingungen", lobte erneut der Förderkreisvorsitzende das Engagement des Familienbetriebs, der mit seinen zwei Maurermeistern die Quadereinsetzung und zugleich Pflegemaßnahmen wie die Entfernung von Pflanzen aus Mauernischen übernahm. Firmenchef Heinrich Haiss und sein nach alter Familientradition auch Heinrich genannter Sohn hievten zunächst den Quader via Flaschenzug aus einem Zisternenbereich auf das Gerüst. Weil die exponierte Position des Steins im Pfeilergemäuer eine leichte Überhanglage hat, musste die Neueinsetzung besonders sorgfältig vorbereitet werden.

Der zirka ein Meter lange und 40 Zentimeter breite Quader wurde unter anderem mit verchromten Stahlstangen durchzogen, die eine sichere Verbindung zwischen Stein und angrenzendem Gemäuer herstellten. "Da kann jetzt nichts mehr passieren", versicherte der Firmenchef, der mit der Burganlage seit Gründung des Förderkreises vor fast 30 Jahren gut vertraut ist. Als Mitglied des Förderkreises besichtigte auch Bürgermeister Dietmar Zäpernick die Baustelle. Dank der Vermittlung der Gemeinde erhält der Förderkreis voraussichtlich auch eine Sparkassenspende von 1000 Euro als Kostenzuschuss.

Autor: Wolfgang Adam