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15. Oktober 2009 19:23 Uhr

Lagebericht

Risse in Staufen: Keine Entwarnung durch Pumpen

Die Hebungen in der Stadt Staufen gehen unvermindert weiter, die Zahl der beschädigten privaten Gebäude hat sich auf 221 erhöht.

  1. Die Badenova hat in Staufen die Sektionierungsarbeiten fertiggestellt. Foto: Markus Donner

Leicht gestiegen ist die Anzahl der geschädigten privaten Gebäude: Deren Zahl hat sich auf 221 erhöht, teilte Bürgermeister Michael Benitz in der Pressekonferenz zu den Hebungsrissen mit.

Ein Umzug noch in diesem Jahr steht dem Wassermeister, dem Archivar und dem Stadtbauamt ins Haus. Was mit dem stark beschädigten rückwärtigen Rathausgebäude geschehen wird, sei noch nicht klar. "Eine Sanierung lohnt sich jedoch in keinem Fall", erklärte Benitz. Die Akten aus dem Archiv werden im alten Pfarrhaus Grunern untergebracht.

Die erste Zahlung vom Land in Höhe von 614 000 Euro habe die Stadt erhalten, berichtete der Bürgermeister weiter. Mittlerweile sei die Stadt mit 1,22 Millionen Euro in Vorleistung getreten; die Bezahlung von vergebenen Aufträgen in Höhe von 330 000 Euro stehe noch aus . Benitz drängt weiterhin auf die Einrichtung einer unabhängigen Schieds-Schlichtungsstelle. Nur so könne die weitere Sanierung der Gebäude koordiniert und abgewickelt werden. Die Hebungen halten unvermindert an, das Hebungszentrum habe sich nicht verändert, erläuterte Gunther Wirsing vom Landesamt für Geologie.

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Die Bohrungen haben eine Tiefe von 153 Metern erreicht – also knapp oberhalb des Muschelkalks, wo sich auch die Sondenenden befinden. Um diese Schicht zu erreichen, werde noch zehn Meter weiter gebohrt. Das Absenkziel für das gespannte Grundwasser wurde mit 122,5 Metern erreicht, dafür wurden 0,9 Liter pro Sekunde abgepumpt. Reaktionen im Temperaturbereich seien dadurch keine erreicht worden, weshalb möglicherweise weitere Pumpversuche erfolgen werden. Der bisherige Pumpversuch habe keine Lösungsprozesse im Erdreich und damit neues Gefahrenpotenzial verursacht.

Gut voran gehen auch die Versuche in der Grube Clara. Das dort getestete Spezialprodukt, das normalerweise im Salzbergbau eingesetzt wird, werde demnächst in die Sonden injiziert, erklärte der Vertreter des zuständigen Ingenieurbüros Breder. Da es sich um ein hoch kompliziertes Verfahren handle, könne es mehrere Monate dauern, bis alle Sonden erfolgreich abgedichtet seien.

Autor: Ute Wehrle