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20. August 2016

"Der Wein hat Zukunft"

Landwirtschaftsminister Peter Hauk zu Besuch beim neu entstehenden Schliengener Weingut Büchin.

  1. Gemeinsam beim Wein: CDU-Bundestagsabgeordneter Armin Schuster, Schliengens Bürgermeister Werner Bundschuh, die Weingutbesitzer Marlitt und Markus Büchin, Minister Peter Hauk sowie Karl Mannhardt und CDU-Landtagsabgeordneter Patrick Rapp Foto: Michael Behrendt

SCHLIENGEN. Wein gilt als Kulturgut, von dem zumal das Markgräflerland zu einem erheblichen Teil lebt. Dies kam auch am späten Donnerstagnachmittag zur Sprache, als der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) während einer sommerlichen Rundreise durch Land und Region auch in Schliengen Station machte. Dort besuchte er die Baustelle des neuen Weingutes Markus Büchin am nördlichen Ortsausgang bei der B 3. Begleitet wurde er vom Breisgauer CDU-Landtagsabgeordneten Patrick Rapp und dem Lörracher CDU-Bundestagsabgeordneten Armin Schuster. Zur überschaubaren Besucherschar des CDU-Bürgergesprächs gehörte auch Schliengens Bürgermeister Werner Bundschuh (FDP).

Weingutbesitzer Markus Büchin, auch tätig als CDU-Gemeinderat, stellte seinen Gästen das Bauprojekt vor. In zwei Bauabschnitten soll für insgesamt rund 3,5 Millionen Euro das neue Weingut mit Wohnhaus entstehen. Die Europäische Union unterstützt das Vorhaben mit einem Förderbetrag von 25 Prozent der Gesamtinvestition. Zu sehen ist bereits die Bodenplatte für das Tanklager, das laut Büchin eine Kapazität von 200 000 Litern haben wird. Der Weingutbesitzer hat den Ehrgeiz, bereits den Jahrgang 2016 in den neuen Tanks auszubauen. Büchins Weingut bewirtschaftet gegenwärtig 15 Hektar; ausgelegt ist die Kellertechnik für 30 Hektar. Da ist also noch Wachstum drin, wie Büchin erklärte. Angesichts der für einen Familienbetrieb doch beachtlichen Investition sagte Büchin, er fühle sich sehr sicher dabei. Denn der Weinbau habe Zukunft, nicht zuletzt deshalb, weil es sie gibt, die jungen, individuellen Winzer. Büchin: "Das schaffen wir."

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Bürgermeister Bundschuh blickte zurück auf die ersten Überlegungen, die er mit Büchin mit Blick auf den Standort des neuen Weingutes anstellte. Schließlich sei man auf das Areal an der B 3, das jetzt bebaut wird, gekommen. Bundschuhs schlagendes Argument angesichts der direkten B-3-Anbindung: "Wohlstand kommt von guten Straßen." Ebenso betonte der Bürgermeister: "Wir brauchen leistungsfähige Winzergenossenschaften für Nebenerwerbswinzer und profitable Weingüter." Und Schliengen habe hier einiges vorzuweisen. Den Ort beschrieb er als wachsende, lebendige Gemeinde, die im "Speckgürtel von Basel" liege. So spiele auch der Wohnungsmarkt eine enorme Rolle, der bei der Regional- und Flächennutzungsplanung für den Wohnungsbau stets zu beachten sei.

Minister Hauk bescheinigte Markus Büchin "großen Respekt" für dessen unternehmerische Leistung: "Das muss man erst mal stemmen." Und: "Der Markt wird Ihnen Recht geben." Denn das Kulturgut Wein müsse angemessen vermarktet werden, und die Kunden müssten sich der Kompetenz der Winzer im Weinberg und im Keller bewusst sein. "Wein", so der Minister, "hat Zukunft."

Der Bundestagabgeordnete Schuster hob hervor, dass das künftige Weingut Büchin als Verbindung von attraktiver Architektur, qualitätvollem Wein und nachhaltiger, ökologisch verträglicher Produktion genau das zu werden verspreche, was ihm für die Zukunft des Weinbaus im Dreiländereck vorschwebe. All dies könne eine Marke fürs Markgräflerland werden. Und mit Blick auf die hier typische Rebe Gutedel wünschte sich Schuster, dass diese auch nördlich von Karlsruhe noch bekannter werden soll.

Der Abgeordnete Rapp schließlich hob unter anderem den hohen Stellenwert des Weinbaus für den Tourismus hervor.

Autor: Michael Behrendt