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17. April 2010

Absturz an der Belchennordseite

Rentnerin rutscht auf Schneefeld ab / Bergwacht Schönau am Einsatz beteiligt / Fehlender Handy-Empfang verzögert Notruf.

  1. Eine Rentnerin rutschte am Belchen 80 Meter über ein Schneebrett. Für die Bergwacht eine schwierige Rettungsaktion. Foto: Privat

SCHÖNAU (BZ). Glück im Unglück hatte eine Rentnerin, die mit drei weiteren Personen am Donnerstag gegen 13 Uhr auf dem Belchengipfel unterwegs war. Wie die Bergwacht Schwarzwald (Freiburg) berichtet, stürzte die Frau unterhalb des noch mit Schnee- und Eis bedeckten Gipfels und rutschte rund 80 Meter auf einem steilen Schneefeld Richtung Nordseite ab. Dabei überschlug sie sich mehrmals und zog sich mehrere Verletzungen zu. Aufgrund des fehlenden Handy-Empfangs dauerte es rund 30 Minuten, bis der Notruf durch eine Begleitperson abgesetzt werden konnte.

Da die Unfallstelle nicht eindeutig lokalisierbar war, wurden die Schnelleinsatzgruppen der Bergwachten Münstertal und Schönau zur Suche alarmiert. Mit dem ATV (All Terrain Vehikel) schlug sich der Ersthelfer durch schweres, teilweise schneebedecktes Gelände, zur vermutlichen Unfallstelle durch. Die letzten zwei Kilometer mussten zu Fuß gestiegen werden. Die schwer verletzte und unterkühlte Patientin wurde vor Ort medizinisch versorgt und für die Evakuierung mit der Rettungswinde des von Bern (CH) anfliegenden Rettungshubschraubers "Rega 3" vorbereitet. Während des Anfluges zum Belchen wurde ein Rettungsspezialist für Helikoptereinsätze der Bergwacht in Staufen aufgenommen. Die weiteren Einsatzkräfte der Bergwacht erreichten mit ihren Allradfahrzeugen über die Krinne bzw. den Belchengipfel die Unfallstelle.Nach einer kurzen Erkundung der Einsatzstelle durch die Schweizer Rettungsflieger, wurden der Rettungsspezialist der Bergwacht und die Notärztin der Rega mit der Winde zur Einsatzstelle abgelassen. Begleitet von der Notärztin wurde die Patientin am Windenseil des Helikopters aus der Nordseite ausgeflogen.

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Für die zwei weiteren Personen im Schneefeld wurde ein Seilgeländer aufgebaut, damit diese gesichert aus der Gefahrenzone gebracht werden konnten.

Das Zusammenspiel der einzelnen am Einsatz beteiligten Bergwacht-Einsatzgruppen aus Münstertal und Schönau hat bestens funktioniert, und die Zusammenarbeit mit den Schweizer Kollegen der REGA lief reibungslos. Sichtlich beeindruckt war die Besatzung des Helikopters von den alpinen Verhältnisse im Schwarzwald: während drunten im Tal schon der Frühling das Wetter bestimmt, herrschen am Belchen noch winterliche Bedingungen.

Am heutigen Samstag, 17. April, werden sich die Mitarbeiter der REGA und der Bergwacht ein gemeinsames Sicherheitstraining im Bereich der Gfällfelsen bei Oberried absolvieren, damit auch künftige Einsätze immer reibungslos und ohne Gefährdung von Helikopterbesatzung und Bergwacht ablaufen, teilt die Bergwacht Schwarzwald (Landesleitung Freiburg) mit.

Autor: bz