Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

11. Juni 2013

Elektroauto für den ländlichen Raum

Minister Alexander Bonde (Grüne) besucht Firma Heinzmann und EWS Schönau / Anlass war die geplante Carsharing-Ladestation.

  1. Bürgermeister Peter Schelshorn (links) und Minister Alexander Bonde vor dem Elektroauto mit Förderbescheid für das Projekt „Landmobil Schönau“ im Ideenwettbewerb „Elektromobilität im ländlichen Raum“. Foto: Jacob

SCHÖNAU. Das vom Land geförderte Projekt "Landmobil Schönau" zum Aufbau eines Carsharing-Netzes für Elektroautos mit Ladestationen im ländlichen Raum war der Anlass für einen Besuch von Agrarminister Alexander Bonde (Grüne), der die Firma Heinzmann und erstmals auch die EWS besuchte. Die Stadt ist zuversichtlich, dass das mit 50 000 Euro geförderte Projekt zum Bau einer mit Solarstrom gespeisten Ladestation trotz Finanzierungslücke nächstes Jahr verwirklicht wird.

In Zusammenarbeit mit dem Car-Sharing-Anbieter Stadtmobil Südbaden AG (Freiburg) hatte sich die Stadt beim Ideenwettbewerb "Elektromobilität im ländlichen Raum" mit dem "Landmobil Schönau" beworben. Beantragt wurden Fördermittel von 119 000 Euro brutto. Die Stadt will die Firmen ins Boot holen, um die Finanzierung zu ermöglichen. Auch der Landtagsabgeordnete der Grünen, Josha Frey, und Bundestagskandidatin Ina Rosenthal waren nach Schönau gekommen.

Der Minister betonte, dass man das Thema Elektromobilität im ländlichen Raum mit seinen starken Mittelständlern gerade im Automobil-Land Baden-Württemberg anstoßen wollte, um die stärkere Nutzung dieser Technologie voranzubringen. Er verwies darauf, dass der ländliche Raum 70 Prozent der Fläche und ein Drittel der Wertschöpfung ausmache. E-Autos seien nicht nur ein Thema für die Städte.

Werbung


Beim Heinzmann-Unternehmen Perm mit 60 Mitarbeitern im Gewerbegebiet Brand (Heinzmann hat in Schönau insgesamt 280 Mitarbeiter) erläuterten Werksleiter Bernd Becker und Heinzmann-Geschäftsführer Markus Gromer die Produktion der verschiedenen Elektro-Antriebe. Draußen standen ein Elektro-Fahrrad, ein Elektro-Motorrad (mit dem das Thema Motorradlärm erledigt wäre), ein E-Cart (das der Minister ausprobierte) und ein Elektro-Rad der dänischen Post.

Matthias-Martin Lübke, Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtmobil Südbaden AG, stellte das Elektroauto vor, das in Schönau im Herbst zunächst als Testfahrzeug stationiert werden soll: Ein Renault "Zoe" mit 140 km/h Spitzengeschwindigkeit. Im nächsten Jahr ist dann der Bau einer solarbetriebenen Ladestation in Schönau geplant, wahrscheinlich am Standort "alte Sparkasse", direkt an der B 317. Vorgestellt wird das Projekt "Landmobil" beim Stadtfest anlässlich "900 Jahre Schönau" vom 19. bis 21. Juli, wo auch das neue E-Mobil vorgeführt wird.

Insgesamt will die Stadtmobil AG in Südbaden ein Netz mit 20 Elektro-Tankstellen aufbauen, erläuterte Matthias-Martin Lübke. Um das Elektro-Carsharing attraktiv zu machen, sollte die Möglichkeit des schnellen Aufladens gegeben sein (eine halbe Stunde). Diesbezüglich wies Martin Halm, Geschäftsführer der EWS Netze GmbH, auf ein Problem hin: Je nachdem, wann das Auto geladen wird, könnte die Turbo-Aufladung kurzfristig das Netz überlasten. Deshalb wäre es sinnvoll, einen Speicher an der Ladestation einzubauen. Ein solcher Speicher, der 100 000 Euro kostet, wurde für das Projekt "Landmobil Schönau" auch beantragt, aber nicht berücksichtigt.

Autor: Hermann Jacob