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29. April 2015

Immer schön der Strahlenwolke nach

50 Läufer starteten am Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe in Fessenheim / Ziel war die EWS in Schönau / Über 39 Kilometer.

  1. Als die Läufer bei der EWS Schönau ankommen, wird gejubelt und applaudiert. Foto: verena wehrle

  2. Erster! Jan (rechts) gratuliert Christian Burger, der 4:01 Stunden lief. Foto: Verena Wehrle

  3. Die Gruppe beim Zieleinlauf Foto: Verena Wehrle

SCHÖNAU. Die Elektrizitätswerke Schönau (EWS) erinnerten am Sonntag an die Atom-Explosion in Tschernobyl vor genau 29 Jahren. Und dies mit einer ganz besonderen Aktion: Rund 50 Personen starteten gegen 13 Uhr in Fessenheim (Elsass), um nach Schönau zu laufen.

Nicht alle Teilnehmer liefen die gesamte Strecke, ein Teil stieg aus, eine Gruppe stieß in Wieden hinzu, so dass am Ende 30 Läufer in Schönau ankamen. Die Läufer zeichneten nicht nur den Weg nach, weg von der ihrer Meinung nach alten, gefährlichen Technologie in Richtung Energiezukunft. Gleichzeitig zeigten sie, wie sich eine Strahlenwolke bei Schwachwind bewegen und verteilen könnte. Die Atomkatastrophe 1986 in Tschernobyl (Ukraine) war die Initialzündung für eine Bürgerinitiative in Schönau, aus der die EWS entstand. Somit feierte die EWS am Sonntag mit einem Hock einen "Etappensieg" auf dem Weg in eine Stromversorgung ohne Atomstrom

Man rechnete in Schönau mit der Ankunft der Läufer abends um halb sechs. Um diese Uhrzeit kündigte Sebastian Sladek (EWS) an: "Es dauert noch eine Stunde". Die angedachte Zeit war dann doch sehr knapp bemessen und man habe sich verschätzt. Wenige Minuten später lief aber der erste Läufer in den Hof der EWS an der B 317 ein, umrahmt von Jubel und Applaus. Der Freizeitprofi Christian Burger aus Ehrenkirchen-Ehrenstetten lief für einen Kunden der EWS und hatte die 39,2 Kilometer lange Strecke in vier Stunden und einer Minute zurückgelegt, wie sein Tacho verriet. Der kleine Jan übergab ihm stolz eine Urkunde und schüttelte ihm die Hand.

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Man sei gemeinsam losgelaufen, doch als es zum Wiedener Eck hoch ging, habe sich die Läufergruppe auseinander gezogen, erzählte der schnelle Läufer. Dort hatten die Teilnehmer mit heftigen Steigungen zu kämpfen. Außerdem fing es an zu regnen, manche pausierten, doch Burger lief dann einfach weiter.

Gemeinsam sei man gestartet, Franzosen und Deutsche, für ein gemeinsames Ziel: "Schaltet Fessenheim ab", hieß es. Der Zweite im Ziel kommt mit dem Fahrrad und kündigt die Laufwolke an, Reinhard Schmutz. Er war bereits um 10 Uhr mit einer Mini-Gruppe von Bollschweil nach Fessenheim zur Kundgebung gefahren, wo 5000 Leute demonstrierten, so viele wie schon seit Jahren nicht mehr. Dann habe er sich spontan der Laufgruppe angeschlossen. "Ich bin lange am hinteren Ende mit langer Zunge gefahren", erzählt er. Dann sei er aber auch nützlich gewesen, als die eine oder andere Dame sich sein Fahrrad ausgeliehen habe. Seit 1986 engagiert sich Reinhard Schmutz gegen Atomkraft, er nimmt jedes Jahr an Aktionen in Fessenheim teil.

Als die Gruppe mit zirka 30 Läufern zwischen 14 und 50 Jahren ankam, wurden sie von einer fahnenschwingenden und jubelnden Masse mit Applaus auf der Straße empfangen. "Es war einfach nur klasse, der Start in Fessenheim war irre, die Leute haben eine Gasse gebildet und gejubelt", erzählt Eva Stegen von der EWS begeistert. An Stationen in Staufen, Münstertal und Grinne hatten Freiwillige Getränke aufgestellt. "Es sind lauter schöne Dinge unterwegs passiert", so Eva Stegen.

Musikalisch umrahmt wurde der EWS-Hock von Daniela Sauter de Beltré (Gesang, Gitarre, Klavier) und Holger Rohn (Saxophon, Klarinette), die mit stimmungsvoller handgemachter Live-Musik begeisterten und für eine ganz besondere Atmosphäre sorgten. Das Catering übernahm das Black Magic Team des Schönauer Gymnasiums.

Autor: Verena Wehrle