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10. Februar 2012

Naturschutzprojekt hat viel gebracht

Auswertung des Naturschutzgroßprojekts Feldberg-Belchen-Oberes Wiesental / 3,68 Millionen Euro für über 600 Maßnahmen.

  1. Foto: privat

  2. Untere Stuhlsebene vor und nach der Naturschutzmaßnahme: Ein Waldriegel wurde beseitigt, dort lebt die Blauflügelige Ödlandschrecke. Foto: Meinecke

SCHÖNAU. Im September 2012 wird mit einem Festakt nach 10 Jahren der erfolgreiche Abschluss des Naturschutzgroßprojekts Feldberg-Belchen-Oberes Wiesental gefeiert. Für 4,3 Millionen Euro wurde einiges getan zum Schutz einer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt. Was es gebracht hat, zeigen Untersuchungen von Experten, die im Schönauer Bürgersaal die Ergebnisse der Evaluierung präsentierten.

Landwirte, Waldbesitzer, Bürger und Urlauber wurden von Diplom-Agraringenieur Peter Schach für sein Gutachten zum Bereich "Sozioökonomie" befragt. Sehr positiv würden die Auswirkungen auf Umwelt- und Naturschutz, Landschaftsbild und Tourismus gesehen, auch wenn die Eingriffe (Abholzungen, Enthurstungen) manchmal zunächst "schlimm" aussahen. Landwirte befürchteten zuerst Nutzungseinschränkungen, aber manche wurden zum Bleiben motiviert und bekamen eine neue Perspektive. So hat ein Landwirt seine Rinderherde am Belchen aufgestockt, "eine glückliche Entwicklung", meinte Projektleiterin Sigrid Meinecke. Stark zugenommen hat im Projektgebiet die Haltung der Ziegen als vierbeinige Landschaftspfleger. Peter Schach sieht eine hohe Grundmotivation und den Wunsch nach Weiterführung. Katrin Schwineköper (Büro für Kulturlandschaftsanalyse) berichtete, dass Touristen den Wechsel zwischen Wald und Offenland im Südschwarzwald im Gegensatz zum dichten Nordschwarzwald heute sehr schätzen. Die große Frage sei nun, wie eine dauerhafte Bewirtschaftung im Sinne des Projekts erreicht werden.

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Ein Förster sprach davon, dass die Erwartungen weit übertroffen worden seien. In der Diskussion war von einen "Quantensprung" und einer Bewusstseinserweiterung bei den Mitwirkenden die Rede. Wiedens Bürgermeister Berthold Klingele meinte, dass gerade der Tourismus profitiere. Dies sei bei der Bewertung etwas zu kurz gekommen. Das Projekt durfte aber nicht primär für den Tourismus tätig werden, erklärte Bürgermeister Seger als Vorsitzender des Zweckverbands.

Die enge Zusammenarbeit von Landwirtschaft, Naturschutz und Forst über Ressort- und Verwaltungsgrenzen hinweg war eine positive Erfahrung, lautete ein Fazit von Peter Schach. Dies konnte Birgit Schwarz von der Unteren Naturschutzbehörde nur bestätigen. "Dass Wegebau Naturschutz ist, mussten wir erst lernen", meinte ein Planer, der den Erfolg ebenfalls diesem Miteinander zuschreibt. Dass ein Ansprechpartner vor Ort sein muss (Projektleiterin/Naturschutzbeauftragte Sigrid Meinecke) ist auch eine wichtige Erkenntnis.

"Wären Sie bereit, sich in einem Nachfolgeprojekt einzubringen" lautete zum Schluss die Frage an die Anwesenden auf einem vorbereiteten Bogen. Da der Pflegebedarf weiterhin besteht, müssen Strukturen vorhanden sein, wie sie mit den Landschaftserhaltungsverbänden derzeit neu entstehen, sagte Umwelt-Dezernent Ulrich Hoehler vom Landratsamt.

Im Ausblick äußerte sich Bernhard Seger zum Stand des geplanten Biosphärengebiets, mit dem nach sich weiterhin eine Fördermöglichkeit für das Gebiet erhofft (siehe Extra-Artikel).

zahlen zum projekt

Das Naturschutzgroßprojekt für die Region Feldberg - Belchen - Oberes Wiesental wurde mit einer Förderfläche von rund 10 000 Hektar im September 2002 bewilligt. Ab Oktober 2005 erfolgte die Umsetzung des beschlossenen Pflege- und Entwicklungsplans bis 2012.

Kosten: Für 4,3 Millionen Euro wurden über 600 einzelne Maßnahmen auf einer Fläche von 1400 Hektar umgesetzt (53 Prozent Offenland, 47 Prozent Wald). 3,68 Millionen Euro kostete das Projekt abzüglich der Holzerlöse.

Die Kosten teilen sich der Bund (65 %), das Land (25 %) und der eigens für das Projekt im Dezember 2001 gegründete Zweckverband (10 %), dessen Mitglieder 14 Gemeinden, die Landkreise Lörrach, Breisgau-Hochschwarzwald und Waldshut sowie mehrere Vereine und Verbände sind.

Maßnahmen: Feldberg (215), Gletscherkessel Präg (28), Belchen (156), Ungendwiedener Weidfeld (53), Utzenfluh (56), Taubenmoos (11).  

Autor: jac

Autor: Hermann Jacob