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14. Januar 2014 17:21 Uhr

60 neue Plätze für Flüchtlinge im Landkreis Lörrach

Neues Leben im Flüchtlingsheim

In Schönau (Kreis Lörrach) wird im Frühling eine Gruppenunterkunft für 60 Flüchtlinge wiedereröffnet.

  1. Das Gebäude diente bereits in den 90er Jahren als Unterkunft für Asylbewerber. Foto: Dirk Sattelberger

  2. Sozialdezernentin Zimmermann-Fiscella und Bürgermeister Schelshorn: eine gute Umgebung für die Integration von Flüchtlingen. Foto: Dirk Sattelberger

SCHÖNAU. Die Stadt Schönau und der Landkreis Lörrach machen Platz für bis zu 60 Flüchtlinge. Sie sollen ab April in einem Gebäude zwischen dem Schönauer Sportplatz und dem Gewerbegebiet Brand ein Dach über dem Kopf erhalten. Bürgermeister Peter Schelshorn und die Sozialdezernentin des Landkreises, Elke Zimmermann-Fiscella, stellten die Pläne vor.

Wieso braucht es die Unterkunft?
Elke Zimmermann-Fiscella kümmert sich um die Unterbringung von Flüchtlingen im Landkreis. Sie sagt, dass im Laufe des Jahres Platz für 400 neue Flüchtlinge im Kreis geschaffen werden soll. In den letzten Monaten registrierte ihre Behörde einen starken Anstieg der Flüchtlingszahlen: Die Menschen kommen aus Kriegs- und Krisengebieten wie Pakistan, Afghanistan, Sri Lanka, Syrien, Tibet, aber auch aus Serbien, Kosovo und Georgien.

Warum fiel die Wahl auf Schönau?
Das Gebäude Im Brand 34 diente bereits bis in die 90er Jahre hinein als kommunale Unterkunft für Asylbewerber. Derzeit wird es noch von zwei Familien bewohnt. Sie müssen sich laut Bürgermeister Schelshorn eine neue Wohnung suchen. Dabei sei die Stadt behilflich, zum Beispiel mit Telefonnummern von Vermietern. Das Haus, das sich in einem schlechten Zustand befindet, soll so schnell wie möglich saniert werden. Das Landratsamt in Lörrach sucht dringend weitere Gemeinschaftsunterkünfte für Flüchtlinge. Derzeit gibt es solche Häuser nur in Rheinfelden (394 Plätze) und Todtnau (24 Plätze, 8 davon belegt). In Lörrach sei hingegen kaum Wohnraum zu finden.

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Was hat die Stadt davon?
Bürgermeister Schelshorn freut sich, dem Landratsamt und den zukünftigen Bewohnern das Gebäude anbieten zu können: "Die Unterkunft ist optimal, um die Menschen zu integrieren. In direkter Nähe sind Kindergarten, Schule, Sportverein, Einkaufsmärkte und Bushaltestellen." Schelshorn erinnert an die allgemein schwierige Situation der Flüchtlinge zum Beispiel aus Krisengebieten und will nun mit der Gruppenunterkunft helfen. Er sieht aber auch Vorteile für die Schönauer Bürger, weil Kindergarten, Schule und Vereine von neuen Familien profitieren können. Für Schelshorn ist die Aufnahme von Flüchtlingen auch eine Antwort auf den demographischen Wandel im Oberen Wiesental.

Wann kommen die Bewohner?
Das ist noch nicht sicher. Zuerst müssen die jetzigen Bewohner ausziehen, danach sollen Handwerker das herunter gekommene Gebäude herrichten. Die Kosten übernimmt das Landratsamt, das der Stadt Schönau außerdem Miete bezahlen wird. Ob die ersten Flüchtlinge schon im April oder erst im Mai/Juni einziehen, hängt von der Dauer der Handwerkerarbeiten ab. Vermutlich werden Familien mit Kindern einziehen.

Wer hilft den Flüchtlingen?
Das Landratsamt will der Schönauer Gruppenunterkunft und jener in Todtnau einen Sozialbetreuer zur Seite stellen. Dieser (noch einzustellende) Mitarbeiter soll helfen, Kontakte in Schönau herzustellen. Außerdem sollen Deutschkurse angeboten werden. Bürgermeister Schelshorn geht davon aus, dass sich auch kirchliche Institutionen schnell melden werden. Auf die Frage, ob es einen festen Unterstützerkreis für das Wohnheim geben wird, sagte er, dies sei möglich.

Wie lange bleiben die Flüchtlinge?
Die Ankömmlinge im Landkreis werden zuerst in einer Gruppenunterkunft untergebracht. Ihnen stehen dort bloß 4,5 bis 7 Quadratmeter Wohnfläche pro Person zu. Nach ein bis zwei Jahren sollen Asyl suchende oder geduldete Flüchtlinge in normale Wohnungen mit weniger beengten Verhältnissen umziehen. Für Schönau besteht aber keine Pflicht, solche Wohnungen zur Verfügung zu stellen.

Autor: Dirk Sattelberger