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25. August 2008 17:04 Uhr
Carola Sutter in Gersbach liebt ihre Teddys
"Beim 500. Bär habe ich aufgehört zu zählen"
Zu den Attraktionen in Gersbach zählen nicht nur Barockschanze, Wald-Glas-Zentrum, Rinderlehrpfad und Chäschuchi, sondern auch die Bärenstube im Hause Sutter.
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Carola Sutter sammelt Bären und zeigt sie auch gern Interessierten. Foto: Marlies Jung-Knoblich
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Der größte Bär überragt sie glatt Foto: Marlies Jung-Knoblich
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Jeder Bär, wie dieer Steiff, hat sein eigenes Gesicht Foto: Marlies Jung-Knoblich
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Der kleinste Bär ist das Geschenk eines wildfremden Menschen, der sich von ihrer Sammlerleidenschaft beeindruckt zeigte Foto: Marlies Jung-Knoblich
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Ein Geschenk: Zur Silbernen Hochzeit das passende Büren-Pärchen Foto: Marlies Jung-Knoblich
Bei Carola Sutter in der Rauschbachstraße in Gersbach ist buchstäblich der Bär los. Die gute Stube im Obergeschoss des Hauses, das als solches mit seinen über 300 Jahren schon sehenswert ist, ist voll mit Teddys in allen Farben, Formen und Größen. Der größte Bär, ein echter Sidikid, ist über Manns hoch, der kleinste hat gut Platz in der Handfläche der "Bären-Mutter".
Jeder Teddy für sich ist eine Augenweide. Nicht nur Kinderherzen schlagen angesichts der flauschigen oder auch glatten Bären höher. Und jeder Bär hat seine eigene Geschichte. Für Sammlerin Carola Sutter fing alles vor etwa 20 Jahren an. Sie mistete im Haus gründlich aus und dabei fiel ihr "Pezzi" (ein Steiff-Tier) wieder in die Hände, ihr Lieblingsbär aus Kindertagen. Von ihm konnte und wollte sie sich nicht trennen. Und er brauchte einen Ehrenplatz, den er in einem alten Puppenwagen erhielt. Und das ist die zweite Sammlerleidenschaft von Carola Sutter: Sie mag alte Kinder- oder Puppenwagen und Wiegen aller Art. Sie selbst restauriert gern alte Möbel, so dass sie aus zunächst unansehnlichen Gegenständen währe Schmuckstücke machen kann. Da gibt es in der Bärenstube einen Kinderwagen, der um 1820 in Gebrauch war und einem reichen Bauern im Dorf gehörte. Per Zufall ist Carola Sutter auf dieses Prachtexemplar gestoßen. Ihr ältester Bär stammt aus den Vereinigten Staaten und gehörte einst Präsident Roosevelt. Er wurde für teuer Geld auf einem Flohmarkt verhökert.Werbung
Der Riesen-Bär (groß wie ein Mensch) in der Stube zieht die Blicke magisch an. Dieser Sigikid stand einst in der Kinderkrebsklinik in Mannheim, in der Carola Sutters Schwester arbeitet, und sollte aus hygienischen Gründen ausrangiert werden. Eigentlich sollte er verkauft werden, aber den riesigen Bären wollte niemand haben. Abgesehen von Carola Sutter. Sie wurde von der Schwester gewarnt, sie solle ja einen Anhänger am Auto für das Prachtexemplar mitbringen. "Doch mein Mann winkte ab und meinte, der Geländewagen reicht aus", kann sich Carola Sutter noch gut erinnern. Zum Schluss wurde der Riesen-Bär, eingewickelt in Baufolie, auf dem Dach des Autos bei Schneetreiben nach Gersbach transportiert. Und er war ausgesprochen schwer. Das Bärenzimmer wurde komplett umgestellt, um den Neuankömmling unterbringen zu können. Das war vor etwa zwölf Jahren. Und Carola Sutter spendete für die Kinderkrebsklinik als Dank für das Geschenk. "Jeder Bär hat ein anderes Gesicht", demonstriert Carola Sutter an Beispielen aus ihrer Sammlung. Der eine hat das typisch runde, fast lächelnde Gesicht, der nächste einen länglichen Kopf und dann ist wieder einer drunter, der fast grimmig dreinblickt. Wie viele Teddys sie inzwischen hat? Carola Sutter lacht: "Bei 500 Teddys habe ich aufgehört zu zählen".
Die Sammlung ist international. Der Freund des Sohnes brachte ihr zwei Teddybären in Original-Uniformen der US-Marines mit, von den Cousinen sind die Teddys im holländischen Outfit, denn die Cousinen wohnen in den Niederlanden, zur Silbernen Hochzeit fertigte ihr die Mutter die "Hochzeits-Teddys" an mit selbst genähten Kleidern. Zum 50. Geburtstag erhielt sie den Teddy ihrer Tante, "ein edler Steiff-Teddy aus Kindertagen", erzählt Carola Sutter. Der kleinste Teddy ist etwa zehn Zentimeter groß und ein Geschenk, das ihr ein "wildfremder Mensch" machte, den sie auf einer Reise kennenlernte. Sie hatte mit Begeisterung von ihrem Hobby erzählt, woraufhin der Gesprächspartner spontan den winzigen Teddy von seinem Schlüsselanhänger löste und ihn ihr schenkte. Solche Begegnungen hatte Carola Sutter schon öfter. Ein Kind, das sie während eines anderen Urlaubs kennenlernte, schenkte ihr kleine Teddys, die es aus Perlen gemacht hatte. An originellen Teddys kann Carola Sutter nicht vorbeilaufen. Und so findet sich in ihrer Sammlung der singende oder auch der schnarchende Teddy. Witzig auch der pelzige Kerl mit einem Gipsbein. "Das Bein dieses Teddys fehlte", erzählt Carola Sutter. Der Bär sollte eigentlich fachgerecht repariert werden. Doch das war so teuer, dass er kurzerhand ein Gipsbein erhielt. Carola Sutter wird bei Hausentrümpelungen, auf Flohmärkten oder im Sperrmüll fündig. Ganz hässliche Sperrmüll-Bären erhalten von ihr einen "Anstrich" und originelle Kleidung. Zum Glück "trägt mein Mann meinen Tick für Bären mit", lacht Carola Sutter. Und sie freut sich, wenn Leute an sie denken und ihren Bären an sie verschenken und nicht achtlos wegwerfen. Seit etwa zwölf Jahren ist die "Bärenstube" öffentlich zugänglich. Meist sind es Gruppen, die sich das "Bären-Museum" ansehen, manchmal schneien Wanderer auch einfach rein. Ein Rundgang mit Carola Sutter macht den Besuch zum Erlebnis.
Autor: Marlies Jung-Knoblich


