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14. August 2009

Der Aufbau der Bibliothek war eine spannende Herausforderung

Kurt Menter leitet seit 25 Jahren die Schopfheimer Stadtbibliothek / Die Information steht für ihn an erster Stelle / Im alten Pfluggebäude fing es einmal an

  1. Herr über Zehntausende von Büchern: Seit 25 Jahren ist Kurt Menter Leiter der Stadtbibliothek. Foto: Marlies Jung-Knoblich

SCHOPFHEIM (mj). Während seines Studiums, Germanistik und Politik in Freiburg, hat Kurt Menter schon gern Literaturrecherche betrieben und Bücher nach Schlag- und Stichworten katalogisiert. Auch wenn er fürs Lehramt studierte und mit dem Referendariat begonnen hatte, sattelte er um, hing in Stuttgart ein Studium der Bibliothekswissenschaft an und bewarb sich vor 25 Jahren als Leiter der damaligen Schopfheimer Bücherei. Die Halbtagsstelle war zwar als Schwangerschaftsvertretung ausgeschrieben worden, doch mit der Chance auf eine dauerhafte Perspektive. Und so kam es auch.

Die Bücherei war Anfang der 80er Jahre noch im alten Pfluggebäude untergebracht. "Es stand nur ganz wenig Geld zur Verfügung, die Bestände waren deshalb zum Teil veraltet und kaum Sachliteratur in den Regalen", kann sich Kurt Menter noch gut erinnern. Mit den Nachschlagewerken von Kindler und Meyer hatte seine Vorgängerin die erste große Anschaffung in diese Richtung getätigt. Die engen Raumverhältnisse setzten zusätzlich Grenzen. Kurt Menter sah in der Tatsache, dass das Bibliothekswesen im Landkreis Lörrach und in Freiburg – im Vergleich zu Stuttgart – im Argen lag, eine große Chance. Für einen Bibliothekar mit erster Stelle in einem Raum, der quasi ein weißer Fleck war, sei das eine spannende Aufgabe gewesen. Zudem sei schon bald klar gewesen, dass die Bibliothek im Zuge der Altstadtsanierung einen neuen Standort erhalten werde. Als die Stadthalle gebaut wurde und das Bifig entstand, erhielt die Stadtbibliothek ihren heutigen Standort. "Das war eine große räumliche Verbesserung", erzählt Kurt Menter rückblickend. Klar sei auch gewesen, dass es mit einer Halbtagsstelle und ehrenamtlichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen nicht mehr getan sei. Menter baute den Bestand zügig aus und entwickelte ein Konzept für die Bibliothek. Der Informationsgedanke stand und steht für ihn im Mittelpunkt. Die Sachliteratur macht heute 60 Prozent des Bestandes aus. Dieses Angebot sei vielfältig und breit gefächert und nutze nicht zuletzt auch Schülern. Bibliotheksleiter Kurt Menter freut sich jedes Mal, wenn sich Schüler mit schwierigen Recherchen an ihn wenden und er helfen kann. Insgesamt ist die Stadtbibliothek mit 45 000 Bänden bestückt, hinzu kommen 6000 Medieneinheiten (CDs, Kassetten, Spiele, Landkarten, CD-ROM). Über 10 000 Bände sind im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur zu finden.

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Stolz verweist Kurt Menter darauf, dass die Stadtbibliothek Schopfheim die erste im Landkreis Lörrach gewesen sei, die den Normen einer guten Bibliothek gerecht wurde. Und sie sei größer gewesen als die Bibliothek in Freiburg. Dass in diesem Jahr die "magische Schallgrenze" von 200 000 Ausleihen zu erwarten sei, bestätige das Konzept, freut sich Kurt Menter. Schon sehr früh und damit weitsichtig, nämlich 1990, habe die Stadt EDV eingeführt und seit 2001 biete die Bibliothek fünf Internetplätze an. Sehr hilfreich sei auch die Bibliothekserweiterung im Jahr 2002 gewesen. Damit einher sei unter anderem das vergrößerte Zeitschriftenangebot gegangen.

Angesichts von jährlich rund 100 000 Buchtiteln wägt Kurt Menter sorgfältig ab, was zu den vorhandenen Beständen passt und was mit seinem Budget vereinbar ist. Rund 3000 Buchneubestellungen seien mit dem Etat möglich. Im Bibliothekswesen gebe es ein Lektorat, in dem rund 9000 bis 10 000 Buchbesprechungen zu finden seien. Menter vertraut auf das qualifizierte Urteil und nimmt "die Schmuckstücke aus dem jeweiligen Genre". Aus Kostengründen werde lediglich ein Buch – nicht etwa zwei oder mehr mit demselben Titel – angeschafft. Die Auswahl der Bücher und Medien beruhe nicht auf einer "subjektiven Beliebigkeit". Dafür gebe es schließlich das Konzept der Bibliothek. Das gelte es mit Sachkompetenz und engagiert umzusetzen.

Autorenlesungen gibt es bereits seit 1983
Seit 1983, also noch vor seiner Zeit, gibt es die Reihe der Autorenlesungen. Am 12. November findet die Reihe zum 100. Mal statt. "So gibt es viele Dinge, die Kontinuität haben", sagt Kurt Menter. Auch nach 25 Jahren mag er seinen Beruf sehr gern. Es macht ihm immer noch Spaß, verantwortlich und relativ unabhängig als Leiter der Bibliothek zu arbeiten.

Kurt Menter selbst liest gern Krimis, aber auch andere Lektüre. Besonders gefallen ihm auch die Werke, die nicht übersetzt wurden, sondern wo der Leser in den Genuss der ursprünglichen Sprache kommt. Pro Jahr lese er an die 100 Bücher.

Am Dienstag ehrt ihn die Stadt für die 25 Jahre.

Autor: mj