Eine Anlaufstelle für Senioren

Marlies Jung-Knoblich

Von Marlies Jung-Knoblich

Sa, 17. Februar 2018

Schopfheim

Diakonisches Werk und die Stadt weihten am Freitag die neue Einrichtung im Café des betreuten Wohnens Schärers Au ein.

SCHOPFHEIM. Mit großem Beifall wurde am Freitagvormittag das neue Seniorenbüro eingeweiht, mit dem das Diakonische Werk und die Stadt Schopfheim auf die Belange der älteren Generation eingehen wollen. Stadt und Diakonie teilen sich auch die Kosten für die damit verbundene Halbtagsstelle, die die Sozialpädagogin Dagmar Stettner vom Diakonischen Werk innehat.

Mit dem Seniorenbüro werde der demografischen Entwicklung Rechnung getragen, sagte Fachbereichsleiter Jürgen Sänger. Zwei Zahlen fand er in dem Zusammenhang besonders spannend. Ende 2015 wohnten 6500 Menschen in der Stadt, die über 60 Jahre alt sind, im Jahr 2030 werden es 8000 bis 9000 Menschen sein. Und erstaunt sei er darüber gewesen, dass es 81 Angebote für Senioren(innen) in der Stadt gibt. Diese Daten förderte das inzwischen gegründete Netzwerk ans Tageslicht, nachdem der Stein von engagierten Leuten 2014 ins Rollen gebracht worden war. Der Gemeinderat stimmte dem Seniorenbüro und der Halbtagsstelle zu, erinnerte Jürgen Sänger an die bereits gefassten Beschlüsse.

"Nicht das Alter ist das Problem, sondern unsere Einstellung", zitierte Karin Racke als stellvertretende Geschäftsführerin des Diakonisches Werkes im Landkreis Lörrach bei der Einweihung des neuen Seniorenbüros Marcus Tulius Cicero (106-43 v.Chr.). Das Thema des Alterns sei unbestritten ein Thema der Menschheitsgeschichte. Mit dem Thema befassten sich in Schopfheim eine ganze Menge Organisationen, darunter die Agendagruppe Kultur und Soziales, die Kirchengemeinden, der Seniorenbeirat oder auch der Kreisseniorenrat, für den Bernd Sevecke die Grüße übermittelte. Das Seniorenbüro sei für alle gedacht, die sich angesprochen fühlen, Fragen haben oder sich einbringen möchten, sagte Karin Racke. Sie freute sich darüber, dass Dagmar Stettner vom Diakonischen Werk Schopfheim die Leitung übernehme. Eine Stelle, die keine vorgefertigten Ideen beinhalte, sondern in der jeder Ideen einbringen könne.

Sozialpädagogin Dagmar Stettner sieht eine ihrer vorrangigen Aufgaben darin, die Senioren(innen) zu unterstützen, ein selbst bestimmtes Leben zu führen. "Jeder möchte alt werden, niemand alt sein", habe sinngemäß Jonathan Swift gesagt. Für sie sei Seniorenarbeit immer auch Generationenarbeit, denn ob Kind, Heranwachsende oder Erwachsene – alle seien irgendwann Senioren. Man sollte beizeiten versuchen, sich mit Respekt und Toleranz zu begegnen. Dagmar Stettner bedauerte, dass ältere Menschen gern in eine stigmatisierte Ecke gestellt werden. Sie leite zwar das Seniorenbüro, "aber eine Expertin bin ich nicht, die Experten sind die Senioren selbst", sagte sie. Leider werde das Lebenswerk heute gern unter dem Aspekt "jung, dynamisch, schön, erfolgreich" definiert und darüber vergessen, wie viel ältere Menschen dazu beigetragen haben. Das bürgerschaftliche Engagement sei zwar unbezahlt, aber nicht umsonst, nannte Dagmar Stettner einen dritten Punkt, der ihr wichtig ist. Die Kommune sei ihrer Fürsorgepflicht nachgekommen, als sie mit der 50-Prozent-Stelle einen wichtigen Impuls setzte. Damit werde dazu beigetragen, dass Senioren am Leben teilhaben können. Die Bereiche Seniorenwohnungen, hauswirtschaftliche Versorgung, Mobilität im Alter und ein gut vernetztes Miteinander seien bei der fachlichen Beratung sicher zentrale Themen, erklärte Dagmar Stettner. Darüber hinaus gebe es zahlreiche andere Themen, die diskutiert werden sollten. "Kommen sie und gestalten sie mit", lud Dagmar Stettner ins Seniorenbüro ein.

Ein Grußwort übermittelte Karin Racke von Heidi Malnati, der es ein Anliegen gewesen sei, Senioren in den Fokus zu rücken.

Info: Das Seniorenbüro im Café des betreuten Wohnens Schärers Au, Hauptstraße 94, hat dienstags von 15 bis 17 Uhr, donnerstags von 10 bis 12 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet (Tel. 07622-69759633)